Neubaupläne: Der U-Turm bekommt einen „kleinen Bruder“

dzInvestor für U-Gelände

Viel Platz gibt es noch rund um den U-Turm. Doch die Lücken sollen bald geschlossen werden. Auch die letzte Fläche ist inzwischen vermarktet. Der Investor stellte jetzt seine Pläne vor.

Unionviertel

, 27.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Landmarken AG, ein Immobilienentwickler aus Aachen, scheint Gefallen an Dortmund gefunden zu haben. Das denkmalgeschützte Gesundheitshaus an der Hövelstraße bauen die Aachener zu einem Hotel- und Wohnkomplex um, ein altes Speichergebäude am Hafen verwandeln sie in ein „Hafenforum“ mit Gründerzentrum. Jetzt engagiert sich der Investor auch am U-Turm. Dort will die Landmarken AG die letzte Baulücke an der Rheinischen Straße schließen.

Die letzte Baulücke? Zurzeit gibt es noch drei. Doch für alle gibt es nun Pläne und Investoren. An der Ritterstraße westlich des U-Turms baut die niederländische Ten-Brinke-Gruppe einen Wohnkomplex mit Studentenwohnungen. Und neben der Zentrale der BIG-Krankenkasse an der Rheinischen Straße soll ein Doppel-Hotel entstehen.

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Jetzt steht auch der Nachbar fest. Auf dem westlichen Baufeld an der Rheinischen Straße investiert die Landmarken AG in einen Bürokomplex.

Die Architektur liefert das ebenfalls in Aachen beheimatete Architekturbüro Kadawittfeldarchitekten, das auch schon die Entwürfe für die neue Zentrale der Continentale-Versicherungsgruppe auf der Stadtkrone-Ost geliefert hat. Beide zusammen haben sich in einem Interessenbekundungsverfahren, das die Stadt als Noch-Grundstückseigentümer gestartet hatte, durchgesetzt.

Neben einem schmalen Anbau an die bestehende Häuserreihe an der Rheinischen Straße (l.) soll ein Büroneubau als markantes Solitärgebäude entstehen.

Neben einem schmalen Anbau an die bestehende Häuserreihe an der Rheinischen Straße (l.) soll ein Büroneubau als markantes Solitärgebäude entstehen. © Kadawittwfeldarchitekten

Überzeugt hat dabei wohl vor allem das architektonische Konzept. Entlang der Rheinischen Straße soll kein geschlossener Baukörper entstehen. Das Konzept sieht zwar einen Anbau an die bestehende Häuserreihe an der Rheinischen Straße vor. Im Mittelpunkt steht aber ein Baukörper, der sich als Solitär in Richtung U-Turm orientiert und als Entree für das Gelände fungieren soll.

Im Modell fällt der Büroneubau mit seinem begrünten Dach besonders ins Auge.

Im Modell fällt der Büroneubau mit seinem begrünten Dach besonders ins Auge. © Kadawittfeldarchitekten

„Das U bekommt einen kleinen Bruder“, erklärte Oberbürgermeister Ullrich Sierau am Donnerstag (25.6.) bei der Vorstellung der Pläne. „Es ist genau das, was wir unter einer Landmarke verstehen“, sagte Landmarken-Vorstand Jens Kreiterling.

Rat hat Verkauf zugestimmt

Die hoch gelobte „außergewöhnliche architektonische und städtebauliche Qualität“ hat auch die Politik überzeugt. Im Juni gab der Rat der Stadt dem Konzept der Landmarken AG den Zuschlag. Jetzt kann der Verkauf des 3600 Quadratmeter großen Grundstücks perfekt gemacht werden.

Nach und nach werden sich die Baulücken rund um den U-Turm in den nächsten Jahren schließen.

Nach und nach werden sich die Baulücken rund um den U-Turm in den nächsten Jahren schließen. © Hans Blossey

Offenheit prägt auch das Innere des Bürogebäudes. Prägend ist ein Atrium, das sich über die gesamte Gebäudehöhe von bis zu sieben Etagen erstreckt. Hier können Treffen oder Ausstellungen stattfinden, erklärt Architekt Kilian Kada. Innenliegende Terrassen und Brücken sorgen für immer neue Ausblicke und verbinden die Büro-Ebenen. Und von der Dachterrasse blickt man auf den U-Turm mit den „Fliegenden Bildern“.

Das Atrium im Bürogebäude am U-Turm soll zum Ort der Begegnung werden.

Das Atrium im Bürogebäude am U-Turm soll zum Ort der Begegnung werden. © kadawittfeldarchitektur

Auf eine Summe zwischen 43 und 47 Millionen Euro schätzt Kreiterling das Investitionsvolumen für die Neubauten. In einem Jahr sollen die Planungen so verfeinert sein, dass man den Bauantrag stellen kann. Idealerweise will man bis dahin auch Ankermieter gefunden haben, die sich dann bei der Konzeption des Hauses noch einbringen können, wie Kreiterling ankündigt.

Abschluss für Vermarktung

Die Stadt kann damit die Vermarktung der Flächen rund um den U-Turm erfolgreich abschließen. Nachdem mehrere Pläne zur Neuentwicklung gescheitert waren, hatte sie über das städtische Sondervermögen 2007 den Turm und das gesamte Areal der früheren Union-Brauerei für 25 Millionen Euro von der Radeberger-Gruppe gekauft - gegen heftige Kritik. Am Ende hat sich das Geschäft für die Stadt auch finanziell ausgezahlt, stellte Ullrich Sierau zufrieden fest.

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Die Stadt hat die Vermarktung der freien Flächen rund um den U-Turm abgeschlossen. Eine letzte große Fläche an der Rheinischen Straße soll jetzt verkauft werden. Geplant ist ein Bürohaus. Von Oliver Volmerich

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