Neubau-Bewohner wehren sich erfolgreich gegen laut tickende Ampeln

dzWohnen in Dortmund

Bewohner eines Dortmunder Neubaus fühlen sich von zehn laut tickenden Ampeln in ihrer Nachbarschaft gestört. Dank der Hartnäckigkeit des Penthouse-Bewohners hat die Stadt nun gehandelt.

Marten

, 29.04.2020, 18:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit dieser Wendung haben die Mieter und Eigentümer in einem neuen Mehrfamilienhaus nicht mehr gerechnet: Drei Monate nach der Beschwerde des Penthouse-Bewohners über zehn laut tickende Ampeln hat die Stadt nun doch noch in ihrem Sinne reagiert.

„Unglaublich, aber wahr: Heute hat ein Techniker der Stadt die Lautstärke der Ampeln deutlich nach unten korrigiert“, schreibt der Beschwerdeführer in einer E-Mail an diese Redaktion. „Wir sind sehr zufrieden.“

„Von ursprünglicher Lautstärke höchstens noch ein Zehntel zu hören“

Am Telefon fällt seine Begeisterung noch größer aus: „Von der ursprünglichen Lautstärke ist jetzt höchstens noch ein Zehntel zu hören. Das werden wir heute Abend feiern“, so der 41-Jährige.

Jetzt lesen

In seiner Verzweiflung hatte er Anfang 2020 an das Tiefbauamt geschrieben und zusätzlich Hilfe beim Bauträger gesucht. Dieser wiederum wandte sich mit dem Problem an die Bezirksvertretung Lütgendortmund.

Der Wunsch des 41-Jährigen und seiner Nachbarin Eleni Sarantidou: Die Stadt möge die Lautstärke der Ampeln reduzieren. Sie alle befinden sich an fünf Überquerungen in direkter Nähe des Neubaus an der Ecke Martener Straße/Am Schoopställer/Bertholdstraße in Marten.

Anwohner empfinden Geräusch als penetrant und laut

Das tickende Dauer-Geräusch von 6 bis 22 Uhr soll Blinden und Sehbehinderten zur Orientierung dienen und ihnen helfen, die Ampeln zu finden. „Es ist wirklich sehr penetrant und laut. Selbst bei geschlossenem Fenster hört man es, vor allem, wenn am Abend und am Wochenende der Verkehr weniger geworden ist“, sagte Anfang März Eleni Sarantidou.

Noch im Januar sah die Stadt keinen Handlungsbedarf. Die Lautstärke sei überall ordnungsgemäß gewesen, hieß es damals in einer Antwort-Mail an den Penthouse-Bewohner.

Der ließ aber nicht locker und bat das Tiefbauamt um Messprotokolle. Mit der Folge, dass vor wenigen Tagen ein städtischer Mitarbeiter noch einmal vor Ort war. Er gibt den Anwohnern Recht: „Die Akustik hallt nachvollziehbar doch unangenehm in der Kreuzung. Der Hall verfängt sich in der Bebauung“, schreibt er in seiner Antwort-Mail, die der Redaktion vorliegt.

Die Bewohner des Martener Neubaus freuen sich, dass die Akustik der Ampeln reduziert wurde.

Die Bewohner des Martener Neubaus freuen sich, dass die Akustik der Ampeln reduziert wurde. © (A) Beate Dönnewald

Techniker regulierte die Lautstärke der Blinden-Ampel

Die Akustik der Lichtsignalanlage, betonte er, sei bei der Inbetriebnahme 2016 entsprechend der Norm und nicht zu laut eingestellt worden. „Doch zu dem Zeitpunkt war das Eckgrundstück noch nicht bebaut.“

Gleichzeitig stellte er den Anwohnern in Aussicht, dass ein Techniker des Herstellers die Akustik „etwas unterhalb der Norm im noch vertretbaren Rahmen“ anpassen werde. Dieser ließ nicht lange auf sich warten, sondern kam noch am selben Tag und hinterließ nach getaner Arbeit jubelnde Anwohner.

Lesen Sie jetzt