Dieser Kirchhörder gibt Tipps für den ökologischen Hausbau

dzBlumenwiese statt Steingarten

Die Insekten fühlen sich wohl, die Vögel haben einen Platz zum Nisten und die Ökobilanz des neuen Hauses kann sich sehen lassen. Ein Kirchörder hat beim Neubau auf die Karte Umwelt gesetzt.

Kirchhörde

, 12.09.2019, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Geschichten von den Vorgärten, die nur noch aus Kies und Steinen bestehen, sind bekannt. Pflegeleicht, aber für die Insekten der Super-GAU. Rainer Gnielka und seine Frau Ingrid hatten da eine andere Idee für ihren Garten.

Das Neubaugrundstück in Kirchhörde an der Grenze zu Herdecke sollte zu einer Oase für Insekten und Tiere werden. Und auch was die Energiegewinnung für das Haus angeht, haben sich die Gnielkas etwas einfallen lassen.

Tipp 1: Vorgarten

Erster Tipp: Die Fläche, die vorhanden ist, sinnvoll nutzen. Das ist das Ziel von Rainer und Ingrid Gnielka. Und eben nicht mit einem einfachen Rasen, sondern mit einer Blumenwiese. Die wird im Frühjahr angelegt und muss zu Beginn gut gewässert werden.

„Wir haben uns erkundigt und die Wiese dann über eine Fachfirma anlegen lassen“, sagt Rainer Gnielka. Denn das Saatgut könne man nicht einfach auf den Boden werfen.

Der Boden müsse zunächst von allen Gräsern und Kräutern befreit werden und bei Bedarf müsse noch Sand untergemischt werden. Wichtig ist, dass die Saatmischung nur aus einheimischen Wildblumen besteht. Knapp 170 Quadratmeter sind es, die die Insekten jetzt anlocken. 50 bis 80 verschiedene Wildblumen sind in so einer Mischung: Monatelange Nahrung für alle Insekten.

Tipp 2: Pflege der Blumenwiese

Die Wildblumenwiese darf nicht gedüngt werden. Im Mai wird eingesät und die Fläche muss gut gewässert werden. „Es ist wichtig, dass es eine Saatmischung ist, die zu verschiedenen Zeiten blüht“, sagt Gnielka.

Im Oktober ist dann Schluss mit dem Blühen. Zunächst wird dann abgewartet, bis sich der Samen in den Pflanzen entwickelt hat. Danach werden die Blumen ca. zehn Zentimeter über dem Boden abgeschnitten und liegen gelassen. Wenn die Gräser und Blumen trocken sind, sollen sie auf der Fläche ausgeschüttelt werden . Rund 100 Euro hat das Anlegen der Wiese im Übrigen gekostet.

Tipp 3: Nistkästen

Rund um den Neubau hat die Familie Gnielka Nistkästen für Vögel aufgehängt. 17 Stück sind es an der Zahl. „Die Informationen, welche am Besten geeignet sind, haben wir uns bei der NABU besorgt“, sagt Rainer Gnielka. Die, die jetzt an der Grenze zu Herdecke hängen, sind aus Holzbeton. Und das Besondere an den Nistkästen ist, dass sie im Inneren eine Art Rampe haben. Genistet wird also im hinteren Teil des Kastens, damit Raubvögel nicht die Chance haben, die Jungvögel aus dem Nest zu ziehen.

Dieser Kirchhörder gibt Tipps für den ökologischen Hausbau

Rund um das Haus sind Nistkästen verteilt. Hier ein Meisenkasten. © Jörg Bauerfeld

Tipp 4: Eine Zisterne

Unter der Wildblumenwiese hat sich Rainer Gnielka eine Zisterne anlegen lassen. Hier wird Regenwasser gesammelt. Rund 6000 Liter passen rein. Die Entnahme geht über einen Wasserhahn in der Garage. Daran angeschlossen ist eine Pumpe, die anspringt, wenn der Hahn aufgedreht wird. Mit dem gesammelten Regenwasser wird dann das Grundstück gewässert.

Tipp 5: Wärmepumpe und Solar

Auch die Heizungswärme in dem neuen Haus an der Grenze zu Herdecke kommt aus der Natur. Besser gesagt aus dem Boden. Aus 130 Meter Tiefe. Erdwärme ist bei den Gnielkas angesagt. Die Bohrung hat rund 10.000 Euro gekostet.

Kein Pappenstiel, aber nachhaltig. Dazu gibt es auf dem Dach eine Solaranlage, die für den notwendigen Strom sorgt. Ganz autark ist das Haus nicht, aber ein gutes Beispiel für das was geht, wenn ein Neubau ansteht.

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