Netter Gymnasiasten programmieren mit der Ankibahn Verkehrssituationen

dzHeinrich-Heine-Gymnasium

Eigentlich ist die Ankibahn eine Autorenn-Bahn für Kinder. Gesteuert wird sie eigentlich über eine App. Dass es auch anders geht, zeigen Schüler des Heinrich-Heine-Gymnasiums in Nette.

Nette

, 16.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Raspberry Pi ist ein kleiner Computer, mit dem man die bunten Flitzer auf der schwarzen Piste der Ankibahn - vergleichbar mit einer Carrerabahn - ansteuern kann. Über ihn können die Schüler und Schülerinnen Befehle an die kleinen Autos geben, wie zum Beispiel „konstante Geschwindigkeit“ oder „vor der Kreuzung verlangsamen, nach der Kreuzung beschleunigen“ oder „wenden“. Über Infrarot werden die Befehle weitergegeben. Eigentlich werden die Autos der Ankibahn per App gesteuert. Hier läuft es aber anders.

Erster Workshop an der programmierbaren Bahn

Nachdem mithilfe der Experten der Adesso AG innerhalb von zwei Wochen die Anki-Bahn in den Räumen des Tec Labs des Heinrich-Heine-Gymnasiums in Nette aufgebaut war und die Software-Umgebung auf den schuleigenen Laptops geschaffen war, ging es kurz vor den Osterferien in die Praxis. Elftklässler sitzen vor Laptops und versuchen mithilfe der Programmiersprache Java den kleinen Flitzern klar zu machen, was sie tun sollen. Das klappt - oder auch nicht.

Netter Gymnasiasten programmieren mit der Ankibahn Verkehrssituationen

Annika (17, l.) und Julia (17) arbeiten konzentriert an der Programmierung der kleinen Flitzer. © Irene Steiner

„Warum fährt der jetzt nicht?“, fragt Julia (17) und schaut kritisch auf die Befehle auf ihrem Bildschirm. „Eben hat es doch geklappt“. Mit Annika (17) hat sie sich mit intelligenten Fahrweisen auseinandergesetzt: Das Auto soll vor der Kreuzung halten, in der Kurve wird die Spur gewechselt, wenn ein Fahrzeug zehnmal über eine Kreuzung gefahren ist, dann wendet es. Na ja, im Moment nicht. Ein paar Tastendrucke später funktioniert es dann.

U-Turn mit kleinen Autos

Die Jungs sind da etwas rasanter unterwegs. Jan (18) und Karsten (17) wollen ihr Auto bei voller Geschwindigkeit wenden, das tut es: Es dreht sich mit voller Geschwindigkeit im Kreis. Nur die Reifen quietschen nicht. Aber Spaß macht es. Konzentriert sitzen die Elftklässler vor dem Bildschirm, probieren, diskutieren, ändern. Dass die Schulstunde eigentlich vorbei ist, registrieren sie erst, als andere Schüler in den Raum kommen.

Netter Gymnasiasten programmieren mit der Ankibahn Verkehrssituationen

Kevin, Luca und Fabian (v.l.) tüfteln gemeinsam an der Lösung des Programmierproblems. © Irene Steiner

Unbegrenzte Möglichkeiten

Auch die Lehrer Lukas Borgmann und Dennis Menzel sind begeistert von der Ankibahn, vor allem davon, dass sie die Kreativität und Entwicklung der Schüler nicht limitiert. „Das Schönste ist, dass es unbegrenzt ist“, sagt Lukas Borgmann, „man kann immer komplexere Aufgaben stellen.“ Erprobt wurde die programmierbare Bahn auch im Rahmen eines Hochschulprojekts, bei dem sogar acht Autos auf der relativ kleinen Bahn koordiniert wurden. Denkbar ist auch, dass die Autos zwar nicht direkt, aber über den Computer miteinander kommunizieren: Ein Auto sagt, dass es die Kreuzung verlassen hat, ein anderes fragt ab, ob die Kreuzung frei ist. Die Vorstufe zur Verkehrssteuerung.

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