Neonazis ziehen durch die Nordstadt - mit eingeschränkter Route und neuen Auflagen

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Ihre gewünschte Route durften die Neonazis nicht nehmen, als sie am Freitagabend durch die Nordstadt zogen. Doch auch die von der Polizei genehmigte Route wurde immer wieder blockiert.

Dortmund

, 20.09.2019, 21:59 Uhr / Lesedauer: 1 min

Unter neuen Auflagen und mit eingeschränkter Route zogen rund 80 Neonazis am Freitagabend durch die Nordstadt. Es war bereits die vierte Demo, die Mitglieder der Partei Die Rechte innerhalb einer Woche angemeldet hatten, die zweite in der Nordstadt.

Die Polizei hatte im Vorfeld geprüft, ob sie die Demonstration verbieten kann, letztlich musste sie die Anmeldung jedoch akzeptieren. Jedoch schränkte sie die Demo-Route der Neonazis ein, sodass die Demo weder an der Gedenkstätte Steinwache, noch am Gedenkstein für das NSU-Opfer Mehmet Kubasık, am Nordmarkt oder am Mehmet-Kubasık-Platz vorbeiführen durfte.

Doch auch die von der Polizei genehmigte Route über Kurfürsten- und Mallinckrodtstraße bis Brügmannplatz musste immer wieder spontan geändert werden. Gegendemonstranten sorgten durch Sitzblockaden immer wieder dafür, dass die Polizei die Rechten über eine andere Strecke führen musste.

Auflagen-Katalog für Neonazis ergänzt

Eine Person wurde festgenommen, nachdem ein Böller auf Polizisten geworfen wurde – laut Polizeisprecherin Cornelia Weigandt vermutlich von Gegendemonstranten.

Die bis 22 Uhr angemeldete Demonstration endete um halb zehn mit einer kurzen Abschlusskundgebung der Neonazis am Brügmannplatz.

Im Vorfeld der Versammlung hatte die Polizei zudem den Auflagen-Katalog für Demos ergänzt. Sprüche wie „Dortmund-Dorstfeld Nazi-Kiez“ oder „Nationalen Sozialismus erkämpfen - uns eine Zukunft“ sind ab sofort verboten.

Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen wies eine Klage der Rechten gegen die Auflagen ab. Ein Demo-Teilnehmer verstieß nach Polizeiangaben am Freitagabend gegen die Auflagen.

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