Nach dem Willen der Stadt sollen die Kitas in Dortmund ab Montag geschlossen bleiben. © Oliver Volmerich
Corona-Pandemie

Nächster Vorstoß: Stadt Dortmund wollte auch die Kitas schließen

Die Stadt Dortmund wollte als Maßnahmen gegen die Ausbreitung von Corona nicht nur die Schulen, sondern auch die Kitas ab Montag schließen. Die Antwort des Landes kam am späten Nachmittag.

Die Stadt Dortmund hat am Donnerstag, wie angekündigt, dem Land erneut einen Antrag vorgelegt, der die Schließung der Schulen ab Montag (22.3.) vorsieht. Aber dabei soll es nicht bleiben: Die Stadt will auch die Kitas ab Montag für zunächst eine Woche schließen.

Nach dem Antrag sollte es befristet bis zum 26. März eine Art Betretungsverbot für Kitas, aber ebenso wie in den Schulen auch eine Notbetreuung wie beim ersten Lockdown im Frühjahr 2020 geben. Sie wäre aber beschränkt auf Kinder, deren Eltern in sogenannten Schlüsselbereichen arbeiten, also etwa im Gesundheits- und Versorgungsbereich.

Auch wenn die Impfungen mit Astrazeneca nun weitergingen, wolle man mit dem Vorgehen noch mehr Zeit gewinnen, heißt es zur Begründung. „Daher wäre es richtig, Schulen und Kitas am Montag nicht wieder zu öffnen“, so Oberbürgermeister Thomas Westphal.

Die Stadt hat dem NRW-Gesundheitsministerium am Donnerstag den Entwurf für eine „Allgemeinverfügung zur Schließung der Schulen und Kindertageseinrichtungen sowie der Kindertagespflege“ zugeleitet. Darin heißt es, dass man bei der Prüfung des Gesamtkonzepts mehrere Alternativen bedacht habe, die teils in der Vergangenheit erfolgreich umgesetzt wurden.

Vor dem Hintergrund, dass sich das Infektionsgeschehen aber aufgrund der britischen Virusmutation zunehmend in der Altersgruppe der 0- bis 19-Jährigen abspiele, halte man diese Maßnahmen nun nicht mehr für geeignet, um den gewünschten Effekt zu erzielen.

Die Rückkehr zum Präsenzunterricht sei „aus pädagogischen und sozialen Gründen absolut wünschenswert, verständlich und begründet“, heißt es in dem Schreiben.

„Aus Sicht des Infektionsschutzes besteht nach Bewertung der örtlichen Datenlage aber die konkrete Befürchtung, dass der für wenige Tage umgesetzte Präsenzunterricht zu vielen unerkannten Übertragungen innerhalb der Altersgruppen führen wird, die von diesen dann zum Osterfest in die Familien hineingetragen werden.“

Stadt verweist auf Dynamik der Infektionen

Das Fazit der Stadt: Die Schließung der Schulen und Kitas sei zwingend erforderlich, „auch wenn die Inzidenz über 100 innerhalb der Stadt Dortmund die Kriterien der Nachhaltigkeit und Signifikanz aus Sicht des Landes NRW noch nicht erreicht hat“.

Die Stadt blicke aber auch auf die Dynamik des Infektionsgeschehens. Innerhalb dieser Woche war die Sieben-Tage-Inzidenz von rund 72 auf zuletzt 94 gestiegen.

Der erneute Vorstoß zur Schließung von Schulen und Kitas hatte aber keine Aussicht auf Erfolg. Das Land NRW hatte erst am Mittwoch (17.3.) in einem Erlass noch einmal klargestellt, dass insbesondere eine Schließung von Schulen nur als Teil eines Gesamtpakets mit zusätzlichen Corona-Schutzmaßnahmen und dann als „letztes Mittel“ in Frage kommt. Grundsatz bleibt zudem, dass die Sieben-Tage-Inzidenz für mehrere Tage über der kritischen Marke von 100 liegt.

Tatsächlich kam dann am späten Freitagnachmittag aus Düsseldorf die Ablehnung des Antrags. Das Gesundheits-Ministerium habe der Stadt mitgeteilt, dass ihrem Antrag auf Schließung der Schulen und Kitas nicht entsprochen werden kann, teilte die Stadt mit. „Die Kitas und Schulen in Dortmund werden auch am Montag öffnen.“

Bereits am Dienstag hatte das Land einen Vorstoß der Stadt Dortmund zur Schließung von Schulen abgelehnt. Ebenso erging es der Stadt Duisburg, wo nach dem Willen der Stadt die Kitas geschlossen werden sollten. Am Freitagmittag hatte Ministerpräsident Armin Laschet den Plänen auch im Landtag eine Absage erteilt. „Wenn angesichts steigender Infektionszahlen den Oberbürgermeister vom Dortmund und Duisburg nichts Besseres einfällt als sofort wieder flächendeckend Kitas und Schulen zu schließen, dann geht das Land diesen Weg nicht mit“, sagte Laschet.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
Zur Autorenseite
Oliver Volmerich

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.