In einem Dortmunder Seniorenheim ist rund die Hälfte aller Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. © picture alliance/dpa
Altenpflege

Nächster Corona-Ausbruch in Seniorenheim in Dortmund

In einem weiteren Dortmunder Pflegeheim gibt es einen größeren Corona-Ausbruch. Rund die Hälfte aller Bewohner einer Einrichtung in der Innenstadt hat sich infiziert.

Mehr als 30 positive Tests auf das Coronavirus sind in einer Pflegeeinrichtung in der östlichen Dortmunder Innenstadt aufgetreten.

Betroffen ist die Seniorenresidenz „Im Kaiserviertel“ der Alloheim-Gruppe an der Klönnestraße. Eine Sprecherin des Unternehmens Alloheim Senioren-Residenzen SE bestätigt am Freitag (29.1.) Informationen dieser Redaktion über eine größere Zahl an Infektionen.

Fast die Hälfte aller Bewohner ist positiv getestet

Sie spricht von 30 positiv getesteten Bewohnern und 2 Mitarbeitern. Die Stadt Dortmund nennt auf Anfrage die Zahl von 36 Fällen. Warum unterschiedliche Werte vorliegen, ließ sich am Freitag nicht aufklären.

Die Seniorenresidenz „Im Kaiserviertel“ hat nach eigenen Angaben 62 Pflegeplätze und 11 Plätze im betreuten Wohnen.

Anonymer Brief deckt die Infektionen auf

Die Information über die Infektionen wäre womöglich nicht öffentlich geworden ohne einen anonymen Brief aus dem Umfeld der Seniorenresidenz an der Klönnestraße.

In diesem Schreiben, dessen Schreiber aus der Perspektive eines Bewohners schreibt, wird eindrücklich die schwierige Situation geschildert, in der sich die Bewohner befinden sollen: „Wir sind auch Menschen in Not, genau wie die in Kirchlinde“, heißt es wörtlich in dem Brief. In einer Awo-Einrichtung in Kirchlinde gab es eine zweistellige Zahl an Todesfällen, nachdem rund 100 Personen erkrankt waren.

Alle Bewohner müssen in ihren Zimmern bleiben

Die Alloheim-Sprecherin sagt am Freitagnachmittag: „Die positiv getesteten Mitarbeiter befinden sich in häuslicher Quarantäne. Seit den ersten positiven Tests wird in Abstimmung mit den lokalen Behörden ein umfangreiches Isolations- und Quarantänekonzept in der Einrichtung umgesetzt.“

So seien die Wohnbereiche separiert sowie Isolationsschleusen und erweiterte Desinfektionsbereiche errichtet worden. „Aktuell besteht eine Zimmerquarantäne. Mahlzeiten werden vornehmlich nur noch auf den Zimmern ausgegeben. Alle Bewohner der Einrichtung werden engmaschig beobachtet“, so die Sprecherin.

Am Freitag liegen noch keine Informationen über den Gesundheitszustand der positiv Getesteten Bewohner vor oder darüber, wann es den ersten Fall gab.

Austausch mit dem Gesundheitsamt auch am Wochenende

Die Alloheim-Sprecherin sagt über das weitere Vorgehen: „Etwaige Maßnahmen werden jeweils kurzfristig gemeinsam mit dem Gesundheitsamt und der Heimaufsicht abgestimmt.“

Man stehe in ständigem Kontakt, der auch über das Wochenende hin beidseitig gehalten würde. Die Einrichtungsleitung lobt laut der Sprecherin ausdrücklich den Kontakt mit dem Gesundheitsamt. Ebenso würden die Angehörigen regelmäßig telefonisch in Kenntnis gesetzt.

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Redaktion Dortmund
Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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Felix Guth

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