Nächste Klima-Demo auf Südwall: Darum geht es und deshalb wird gesperrt

dzFridays for Future

13 Stunden lang soll der Südwall am Freitag (4.9.) wegen einer Demo von Fridays For Future voraussichtlich gesperrt werden. Die lange Sperr-Zeit hat einen besonderen Grund.

Dortmund

, 03.09.2020, 17:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gleiche Motivation, unterschiedliche Herangehensweise: Am Freitag (4. September) wird der Südwall erneut wegen einer Klima-Demonstration gesperrt. Diesmal von den Aktivisten von Fridays For Future und das für voraussichtlich 13 Stunden.

Am Mittwoch zuvor war die Kreuzung Südwall/Ruhrallee bereits rund fünf Stunden dicht. Die Gruppe „Extinction Rebellion“ hatte dort am Nachmittag mit einer unangemeldeten Blockade protestiert. Beiden Gruppen geht es ums Klima.

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Die Demo von Fridays For Future am Freitag ist im Gegensatz zur Aktion am Mittwoch allerdings angemeldet und schon länger in Planung. Um 15 Uhr soll die Standkundgebung beginnen.

Auf einer Bühne mitten auf dem Südwall soll es ein zweieinhalbstündiges Programm geben, eine Mischung aus Live-Musik und Redebeiträgen. Laut Fridays-For-Future-Sprecherin Merle Bösing (18) werden 1.500 Teilnehmer erwartet.

Hygiene-Konzept reicht für 3.500 Teilnehmer

Deshalb wird der Südwall auch bereits ab 9 Uhr zwischen der Hohen Straße und der Ruhrallee für den Autoverkehr gesperrt, wie Polizeisprecher Peter Bandermann erklärt. Das Tiefbauamt werde dann beginnen, das Veranstaltungsgelände für die Demonstration abzusichern.

So werde laut Bandermann gewährleistet, dass die Klima-Aktivisten vom Grundrecht der Versammlungsfreiheit Gebrauch machen und demonstrieren können. Aufgrund der Größe der Veranstaltung und der geltenden Corona-Auflagen sei der Ort nach vorheriger Prüfung die einzige Möglichkeit gewesen, die Demo stattfinden zu lassen.

Mit dem eigentlichen Demo-Aufbau will Fridays For Future dann um etwa 10.30 Uhr beginnen, so Merle Bösing. Bühnen-, Technikaufbau und Soundcheck bräuchten eine Weile.

Aber die meiste Zeit werden wohl die Vorbereitungen für das Hygiene-Konzept erfordern, dessen Planung laut Bösing „in den letzten Wochen viel private Freizeit“ in Anspruch genommen habe. Neben der obligatorischen Maskenpflicht für die Teilnehmer sollen auch Desinfektionsspender aufgestellt werden.

Für den Mindestabstand hat sich Fridays For Future ein aufwändiges System überlegt: In vier mit Absperrgittern und -bändern getrennten Blöcken sollen die Teilnehmer 1,5 Meter entfernt voneinander demonstrieren können.

Die Veranstalter wollen die Teilnehmerzahl mit Zählchips im Blick behalten, die an den Blöcken an die Demonstranten verteilt werden. Sollten mehr Teilnehmer als geplant erscheinen, sei man laut Bösing auch vorbereitet: Das Hygiene-Konzept biete noch Platz für rund 2.000 Menschen mehr.

Darum geht es

Anlass der Demo ist die am 13. September anstehende Kommunalwahl in Dortmund. Fridays For Future stellt sechs Forderungen an die Dortmunder Politik:

  • Ein 365-Euro-ÖPNV-Ticket, um allen Menschen klimafreundliche Mobilität zu ermöglichen
  • Die Stadt Dortmund soll ihre RWE-Aktien verkaufen – der „Konzern und seine Klimazerstörung“ dürfen nicht länger unterstützt werden
  • Ein offenes, sozial-ökologisches Zentrum, in dem sich junge Dortmunder selbstbestimmt mit Themen wie Klima und sozialer Gerechtigkeit beschäftigen können
  • Sichere Fahrrad-Schnellwege in der Innenstadt, damit mehr Menschen das Fahrrad als Alternative zum Auto nutzen
  • Kostenloses vegetarisches/veganes Mittagessen in Schulen
  • Feste Verteilstellen für Lebensmittel, die sonst von Supermärkten weggeworfen werden

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Die Forderungen sind laut Bösing als eine Art Appell an die Politiker zu verstehen, damit das Thema Klimaschutz wieder mehr in den Fokus gerückt wird.

Die Demo soll am Freitag laut Polizeisprecher Bandermann um 19 Uhr beendet sein. Dann müsse allerdings noch abgebaut werden – sowohl die Demonstration an sich als auch die Absperrungen vom Tiefbauamt. Die Polizei plant, dass die Sperrung des Südwalls voraussichtlich um 22 Uhr aufgehoben wird.

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