Nach Massenschlägerei mit Molotow-Cocktails: Polizei verstärkt Präsenz in der Nordstadt

dzErmittlungen laufen

Während die Ermittlungen zur Massenschlägerei im Schleswiger Viertel weiterlaufen, wird die Polizei in der Dortmunder Nordstadt verstärkt aktiv.

Dortmund

, 13.06.2019, 12:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Anwohner berichteten von Szenen wie im Krieg: Rund 80 Menschen haben sich am Pfingstmontag am Schleswiger Platz eine Massenschlägerei geliefert. Die Polizei stellte danach mehrere Schlag- und Stichwaffen sicher, auf der Straße brannten zwei Molotowcocktails.

„Wir werden nicht zulassen, dass das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger in der Nordstadt unter solchen Vorkommnissen in Mitleidenschaft gezogen wird“, ließ sich Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange einen Tag später in einer Pressemitteilung zitieren. Am Donnerstagnachmittag will die Polizei sagen, wie sie diesem Anspruch konkret gerecht werden möchte. Vorab sagte Polizeisprecher Oliver Peiler lediglich, dass man in den nächsten Wochen mit starken Kräften im Viertel unterwegs sein werde.

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Polizei geht nicht von Clankriminalität aus

Zum Stand der Ermittlungen äußerte er sich nicht. Dazu sei es noch zu früh, es stehen noch viele Befragungen von Zeugen aus. Zum derzeitigen Punkt gehe man aber nicht davon aus, dass die Massenschlägerei etwas mit Clankriminalität zu tun habe. Anwohner sprachen gegenüber unser Redaktion davon, dass es sich wohl um einen Streit im Drogendealer-Milieu handeln würde, die Beteiligten kämen aus Südosteuropa und dem arabischen Raum.

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Bisher ermittelt die Polizei lediglich gegen drei junge Syrer (17, 17, 20) wegen schweren Landfriedensbruchs und gegen Unbekannt. Wenn sich jedoch konkrete Angriffe nachweisen ließen, etwa durch Videos, könnte es eventuell auch Anzeigen wegen versuchter Tötung geben, so Peiler. Die drei Tatverdächtigen sind der Polizei schon gut bekannt: „Trotz ihres jungen Alters haben sie schon einen Ritt durch das Strafgesetzbuch hinter sich“, sagt Peiler. Die Verdächtigen sind inzwischen wieder auf freiem Fuß, für eine Untersuchungshaft gab es keine ausreichenden Gründe.

Offiziell gibt es nach der Massenschlägerei immer noch keine Verletzten. Bisher habe sich noch niemand bei der Polizei gemeldet, so Peiler. Das sei in diesem Milieu aber nichts Ungewöhnliches. In ihm werden Konflikte eher ohne die Polizei geklärt.

Nicht die erste Massenschlägerei auf dem Schleswiger Platz

Die Schleswiger Straße nahe des Nordmarkts ist nicht zum ersten Mal wegen offener Gewalt auf der Straße in den Schlagzeilen. Im Juni 2018 gingen 250 Menschen teilweise mit Eisenstangen und Messern aufeinander los, nachdem ein Streit zwischen zwei rumänischen Großfamilien eskaliert war.

Es gibt allerdings auch Fortschritte im Schleswiger Viertel. Die Kriminalität ging zurück – auch, weil die Polizei die Zahl der Kontrollen erhöhte. Dennoch bleiben Probleme.

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