Das Sonnensegel ist neben dem Florianturm ein Wahrzeichen des Dortmunder Westfalenparks. © Schaper
Dortmunder Wahrzeichen

Nach langer Sanierung: Rückkehr des Sonnensegels im Westfalenpark steht bevor

Das Sonnensegel ist ein Wahrzeichen des Dortmunder Westfalenparks. Doch es ist schon seit Jahren gesperrt. Jetzt gibt es gute Nachrichten zum Erhalt des ganz besonderen Holzbaus.

Ein bisschen Bauschutt liegt noch herum, einige Bauzäune stehen noch – aber ansonsten ist das Werk vollendet. Das Sonnensegel im Westfalenpark ist saniert und damit gerettet. Zwischenzeitlich drohte dem besonderen Bauwerk zu Füßen des Florianturms sogar der Abriss.

Es war ein hartes Stück Arbeit, das zu verhindern. Und es hat viel Zeit in Anspruch genommen. Eigentlich sollte die Sanierung 2019 beendet sein – pünktlich zum 50. Geburtstag des Sonnensegels.

Die eigentümliche Konstruktion war im Auftrag der Holzindustrie als Informationspavillon für die Gartenschau Euroflor 1969 im Westfalenpark nach Plänen des bekannten Architekten Günter Behnisch (Olympiapark München) gebaut worden. Später wurde es lange Zeit als Schauplatz für Theater-, Musik- und Tanzveranstaltungen im Westfalenpark genutzt.

Seit neun Jahren gesperrt

Doch seit 2012 wird hier nicht mehr getanzt, ist das Gelände weiträumig abgesperrt. Denn die Holzkonstruktion und die tragenden Stützen waren marode. So marode, dass der Abriss unausweichlich schien. Doch Rettung kam mit der Wüstenrot-Stiftung, die erst eine Machbarkeitsstudie initiierte und später auch die Sanierung mitfinanzierte. Im September 2017 beschloss der Rat auf dieser Basis die Sanierung des Sonnensegels, das seit 2018 offiziell unter Denkmalschutz steht.

Doch die Sanierung kam nur mühsam voran. Schon der Start musste mehrfach verschoben werden, weil spezielle Zulassungen und Genehmigungsverfahren nötig waren. Während der Sanierung tauchten dann immer wieder neue Probleme und Schäden auf, die auch die Kosten von anfangs geschätzten 1,75 auf rund 2,5 Millionen Euro steigen ließen. Stadt und Wüstenrot-Stiftung tragen davon je die Hälfte.

„Es gab zwar vorab Untersuchungen und Schadenskartierungen, aber die Schäden waren noch größer als gedacht“, erklärt Philip Kurz als Geschäftsführer der Wüstenrot-Stiftung. So musste wesentlich mehr von der dreilagigen Holzmembram des Daches ausgetauscht werden „Wir haben viel gelernt“, bilanziert Kurz.

Ein riesiges Gerüst wurde unter dem Sonnensegel aufgebaut, um das Holzdach zu stützen. © Hans Blossey (A) © Hans Blossey (A)

Hoher technischer Aufwand

Auch der technische Aufwand für die Sanierung war hoch. So wurde ein gewaltiges Gerüst aufgebaut, das die Dachfläche zeitweise komplett gestützt hat. Denn die großen Holzstützen der Konstruktion mussten ebenfalls ausgetauscht werden. Man hat nun eine andere Holzart, die speziell behandelt wurde, gewählt. „Die hält Angriffen von Pilzen und Fäulnis stand“, erklärt Kurz. „Ende der 1960er Jahre, als das Sonnensegel gebaut wurde, gab es das noch nicht.“

Der Aufwand bei der Sanierung des Holzdachs war größer als gedacht. © Schaper © Schaper

Mit dem fertigen Werk ist der Experte nun hochzufrieden. „Die Beteiligten können stolz sein auf das Ergebnis“, sagt Philip Kurz. Und er hofft, dass das auch die Dortmunderinnen und Dortmunder sind. Die Identifikation der Parkbesucher mit dem Bauwerk sei groß, stellt Kurz fest. „Und das sanierte Sonnensegel soll für die Leute da sein und nicht für die Denkmalpfleger.“

Bis das Sonnensegel aber voll genutzt und wieder ein Teil des Park-Programms werden kann, wird noch einige Zeit vergehen. Nach Räumung und Säuberung der Baustelle werden die Gärtnerinnen und Gärtner das Gelände und das Umfeld so gestalten, dass das Sonnensegel ab August begehbar sein wird – bis zum Beginn der landschaftsgärtnerischen Arbeiten, die voraussichtlich im Frühjahr 2022 starten werden, kündigt Stadtsprecherin Anke Widow an.

Auch das Umfeld des Sonnensegels im Westfalenpark soll neu gestaltet werden. © Schaper © Schaper

Wassergarten, neuer Kiosk und Barrierefreiheit

Denn das Umfeld soll im Rahmen des Modernisierungsprogramms für den Westfalenpark komplett neu gestaltet werden. Aus dem alten Staudengarten östlich des Sonnensegels wird ein Wassergarten.

Und auch die Fläche unter dem Segeldach muss noch hergerichtet werden, um zumindest wieder kleinere Veranstaltungen möglich zu machen. Geplant sind eine barrierefreie, angepasste Stufenanlage, die auch als Bühne genutzt werden kann, ein neuer Kiosk am bisherigen Standort und eine barrierefreie Toilettenanlage.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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