Nach Kirchenabriss: Wohnbebauung an der Aplerbecker Straße geplant

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Von der ehemaligen Kirche der Neuapostolischen Gemeinde ist nur noch ein Steinhaufen übrig. Doch das Gelände sei bereits verkauft, teilt die Gemeinde mit. Und Pläne gebe es auch schon.

Aplerbeck

, 23.10.2020, 10:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehr als 50 Jahre lang gingen die Menschen hier zum Gottesdienst, doch wo bis vor wenigen Tagen eine Kirche stand, befindet sich heute nur noch eine öde Fläche: Die Neuapostolische Kirche an der Aplerbecker Straße 328 wurde abgerissen. Und mit ihr verschwindet auch die Gemeinde Aplerbeck-Nord - zumindest in ihrer ursprünglichen Form.

Grundstück bereits verkauft

Das 1400 Quadratmeter große Grundstück sei bereits verkauft worden, sagt Günter Lohsträter, Pressesprecher der Neuapostolischen Kirche des Bezirks Dortmund und selbst lange Jahre Vorsteher der Gemeinde Aplerbeck-Mitte. „Dort ist eine Wohnbebauung mit Doppelhaushälften geplant.“

Auf dem Gelände an der Aplerbecker Straße 328 ist eine Wohnbebauung mit Doppelhäusern geplant.

Auf dem Gelände an der Aplerbecker Straße 328 ist eine Wohnbebauung mit Doppelhäusern geplant. © Oliver Schaper

1965 wurde die Gemeinde gegründet, traf sich zunächst aber unter dem Namen Dortmund-Funkturm in der Neuasselner Fichte-Schule. Am 30. Dezember 1967 fand schließlich die Einweihung des Kirchengebäudes an der Aplerbecker Straße statt - und wenig später wurde die Gemeinde dann in Aplerbeck-Nord umbenannt.

Letzter Gottesdienst im Januar

Der jetzige Abriss des Gebäudes kam aber keineswegs überraschend, denn bereits am 12. Januar 2020 wurde dort der letzte Gottesdienst gefeiert, bei dem in der Kirche kein einziger Platz frei blieb, und dem die Entwidmung des Gotteshauses folgte.

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Die mehr als 200 Mitglieder der somit aufgelösten Gemeinde Aplerbeck-Nord hätten sich daraufhin anderen Gemeinden in der Umgebung angeschlossen, erläutert Lohsträter: „Ein Teil ist nach Wambel, der andere nach Aplerbeck-Mitte gewechselt.“

Wechsel nach Aplerbeck-Mitte

Das dortige Gemeindezentrum an der Ruinenstraßen ist aber seither nicht nur die neue Heimat der Mitglieder, sondern auch ihres Priesters: Klaus Falkenheiner setzt seine Arbeit ebenfalls in Aplerbeck-Mitte fort.

So sah die Neuapostolische Kirche aus, bevor der Bagger kam.

So sah die Neuapostolische Kirche aus, bevor der Bagger kam. © Repro Schaper

„Früher, als die Mobilität der Menschen noch deutlich geringer war, wurde gesagt: Wir bringen die Kirche ins Dorf“, erklärt Lohsträter, warum es einst 40 neuapostolische Gemeinden allein in Dortmund gab, von denen nunmehr 13 übrig geblieben sind.

Trend geht zur Zentralisierung

Denn der Trend zur Zentralisierung ging auch an dieser Religionsgemeinschaft nicht spurlos vorüber. Einerseits sei dies einem Rückgang der Mitglieder geschuldet, sagt Lohsträter, andererseits lebe die Gemeinde ja von Spenden: „Und damit müssen wir sorgsam umgehen.“

So ergebe es wenig Sinn, an einem Standort Jugendstunden anzubieten, wenn nur wenige Mitglieder der jüngeren Generation angehörten.

Das Tor zum Gelände der ehemaligen Kirche an der Aplerbecker Straße bleibt für die Gläubigen künftig geschlossen.

Das Tor zum Gelände der ehemaligen Kirche an der Aplerbecker Straße bleibt für die Gläubigen künftig geschlossen. © Oliver Schaper

Daran, dass das Gemeindeleben auch nach der Aufgabe des Standortes Aplerbeck-Nord weitergehen werde, hatte Apostel Thorsten Zisowski schon beim letzten Gottesdienst im Januar keinen Zweifel gelassen: „Wir blicken mutig in die Zukunft!“

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