Heftige Schäden in Form von Schlaglöchern hat der Frost auf vielen Straßen hinterlassen - wie hier an der Bornstraße in der Nordstadt. © Oliver Volmerich
Tauwetter in Dortmund

Nach Kältewelle: Massive Straßenschäden behindern Verkehr in Dortmund

Der Wintereinbruch hat für jede Menge Verkehrsprobleme in Dortmund gesorgt. Aber auch die jetzt begonnene Tau-Periode hat ihre Tücken. Auf Dortmunds Straßennetz kommen große Schäden zu.

Der Anfang ist schon gemacht. Am vergangenen Donnerstag und Freitag hat das Dortmunder Tiefbauamt Schlaglöcher auf der Fahrbahn der B1 verfüllt und dazu zeitweise mehrere Spuren gesperrt.

Das Team des Tiefbauamtes hat dafür von Donnerstagnachmittag bis Freitagfrüh um 5 Uhr durchgearbeitet und die nach dem Verschwinden der Schneedecke aufgetauchten Schlaglöcher mit Kaltasphalt ausgebessert. Insgesamt 72 Bau-Eimer Kaltasphalt wurden auf der B1 „auf die Straße gebracht“, teilt die Stadt mit.

Ein ähnliches Szenario droht in den nächsten Tagen und Wochen auf vielen anderen Straßen. Denn der Wechsel aus Frost- und Tauperiode sorgt für Straßenschäden in Form von Schlaglöchern. Schäden am Asphalt bremsen auch weiter den Bus- und Bahnverkehr von DSW21 – vor allem auf dem Hellweg.

Doch erst einmal gibt es in den ersten Tagen der Schneeschmelze ein ganz anderes Problem: Es droht Wasserstau auf den Straßen. Denn der Regen und der schmelzende Schnee haben an vielen Straßen keine Möglichkeit abzufließen. Die Gullys, in der Fachsprache „Sinkkästen“ genannt, sind unter Eis- und Schneebergen verborgen und teilweise selbst vereist.

Etwa 50.000 solcher „Sinkkästen“ gibt es an Dortmunds Straßen. Da liegt es in der Natur der Sache, dass sie nicht in wenigen Tagen kontrolliert werden können. Wenn es Probleme gibt, wird vor Ort entschieden, welche Maßnahmen nötig sind – seien es Absperrungen oder das „Freiklopfen“ des Eises. Und natürlich gibt es die Hoffnung, dass Schnee und Eis in wenigen Tagen verschwunden sind.

Frost sprengt den Asphalt und sorgt für Schlaglöcher

Die Schlaglöcher werden die städtischen Tiefbauer wohl noch länger beschäftigen. Das Phänomen taucht in jedem Winter auf: Wasser ist durch Risse in den Asphalt eingedrungen. Wenn es zu Eis gefriert, dehnt es sich aus, hebt die Fahrbahndecke an und führt zu neuen Rissen. Frostsprengung wird das genannt.

„Wenn das Eis wieder schmilzt, entstehen mit Wasser gefüllte, brüchige Hohlräume“, erklärt Tiefbauamts-Leiterin Sylvia Uehlendahl. Wenn Autos die Stellen überfahren, bricht der Asphalt und es bilden sich Löcher. „Das dauernde Überfahren der beschädigten Stelle vergrößert das Schlagloch immer weiter – oder anders gesagt: die Fahrzeugräder schlagen immer wieder in das gleiche Loch – daher kommt auch die Bezeichnung Schlagloch“, berichtet Sylvia Uehlendahl.

Viel zu tun haben die Mitarbeiter des Tiefbauamtes. Wie hier auf der B1 vor einigen Jahren flicken sie Schlaglöcher zunächst mit Kaltasphalt. © RN-Archiv © RN-Archiv

Für die Kolonnen des Tiefbauamtes ist dann schnelles Handeln gefragt: Sie stopfen die Löcher wenn möglich zunächst mit sogenanntem Kaltasphalt. Der ist allerdings nur eine Übergangslösung, mit der man schnell die Verkehrssicherheit wieder herstellen kann. Denn die Flicken aus Kaltasphalt sind nicht mehr als ein Pflaster.

Prioritätenliste für Schlaglöcher

„Teilweise müssen diese Schlaglöcher zunächst mehrfach mit Kaltasphalt provisorisch gefüllt werden. Erst wenn die Witterung es zulässt, können dann diese Stellen mit Heißasphalt dauerhafter ausgebessert werden“, erklärt Sylvia Uehlendahl.

Das Tiefbauamt kontrolliert in den nächsten Tagen selbst verstärkt den Zustand der Straßen und Plätze, freut sich aber auch, wenn Schlaglöcher und verstopfte Gullys gemeldet werden. Das ist möglich unter der zentrale Stadt-Rufnummer 50-0 oder in der Zeit von 7 Uhr bis 15.45 Uhr direkt an die Sammelnummer des Einsatzbereichs im Tiefbauamtes unter 50 – 1 06 44. Per Mail sind Meldungen möglich an tiefbauamt@dortmund.de.

Im Tiefbauamt wird dann regelmäßig eine Prioritätenliste gebildet. Schlaglöcher der Priorität 1 müssen zum Beispiel innerhalb von 5 Tagen bearbeitet werden. Notfalls muss eine Bake den Bereich absichern – der Bereich wird also abgesperrt.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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