Nach Jahren der Verzögerung: Bauprojekt „Heimathafen“ kann endlich starten

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Er kommt später - und wird deutlich teuerer. Doch jetzt steht der „Heimathafen“ als Bildungs- und Beratungshaus für die Nordstadt am Hafen vor dem Start. Damit beginnt der Umbau des Quartiers.

Dortmund

, 25.01.2020, 11:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der „Heimathafen“ liegt zwar auf dem Trockenen. Trotzdem hat es einige Mühe gekostet, das Sozialprojekt an der Speicherstraße vor dem Kentern zu bewahren. Den Rettungsring hat jetzt das Land ausgeworfen - in Form eines neuen Förderbescheids.

Weitere 2,27 Millionen Euro steuert das Land jetzt zu dem Projekt bei, das eigentlich schon längst vollendet sein sollte. Doch der Umbau des alten Domizils eines Fuhrunternehmens an der südliche Speicherstraße hat sich gleich um mehrere Jahre verzögert.

Das hat Folgen. Denn die gute Baukonjunktur der letzten Jahre hat die Kosten deutlich in die Höhe getrieben. Dazu kommen Mehrkosten, weil die Statik des alten Gemäusers verstärkt werden muss und ein Anbau für die Sanitäranlagen nötig ist.

Nach Jahren der Verzögerung: Bauprojekt „Heimathafen“ kann endlich starten

So soll das historische Gebäude an der Speicherstraße nach dem Umbau aussehen. © HWR Ramsfjell

Die geschätzten Kosten für das Projekt sind damit von 3,7 Millionen Euro auf knapp 6 Millionen Euro gestiegen. Den Nachschlag hat der Rat der Stadt bereits im vergangenen Frühjahr beschlossen. Was fehlte war die Zusage des Landes, auch zusätzliche Fördermittel locker zu machen. Die machen immerhin 90 Prozent der Kosten aus. Der Eigenanteil der Stadt beträgt also 597.000 Euro.

Hoffen auf Baustart im Frühjahr

Auch das Warten auf die Förderzusage hat wieder für eine Verzögerung gesorgt. Statt im Herbst 2019 wird der Umbaustart jetzt für dieses Frühjahr avisiert. Die Vergabeverfahren für den Bau laufen, die Baugenehmigung wird in Kürze erwartet, berichtete Susanne Linnebach als Leiterin des Amtes für Stadterneuerung.

Sie übergab jetzt gemeinsam mit Planungsdezernent Ludger Wilde den Förderbescheid an Andreas Koch von der Stiftung Soziale Stadt, die Bauherr und späterer Betreiber des „integrativen Bildungs- und Beratungshauses“ ist.

Koch kündigte an, dass schon bald erste Entrümpelungsarbeiten auf dem verwilderten Grundstück an der Speicherstraße 15 starten - möglichst mit Arbeitsplätzen für Langzeitarbeitslose.

Soziales und Kultur

Das passt zum Projekt. Denn Arbeitsvermittlung und -beschaffung, Qualifizierungs- und Sprachkurse, Weiterbildung, Job-Coaching und soziale Beratung sollen ab 2022 zu den Angeboten im „Heimathafen“ gehören. Auch kulturelle Angebote wie Kurse der Musikschule und Gastronomie in Form einer Lernküche sind geplant.

Viele Baustellen

Es ist nicht die einzige Baustelle an der südlichen Speicherstraße, die bald startet. Ende des Monats beginnt der Abriss des Nachbargebäudes an der Speicherstraße 19. Hier entsteht ein Neubau für die Akademie für Digitalität und Theater.

Gegenüber werden alte Speichergebäude zum „Lensing Media Port“ und zu einem Gründerzentrum umgebaut. Am Santa-Monika-Anleger entsteht ein Neubau mit Büros und Gastronomie.

Der 5,3 Millionen Euro teure Umbau der Straße mit der Neuanlage eines kleinen Parks am Santa-Monika-Anleger und einer Promenade am Hafenbecken beginnt im Sommer und muss bis Ende 2021 vollendet sein. Hier sorgen ebenfalls bewilligte EU-Fördermittel für Zeitdruck.

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Derweil nehmen auch die Planungen für die nördliche Speicherstraße Formen an, wo in alten und neuen Gebäuden ein „digitales Quartier“ entstehen soll. Eine Ausstellung mit Entwürfen von Architektenbüros aus ganz Europa ist ab dem 7. Februar im Studieninstitut Ruhr am Königswall zu sehen.

Bis hier tatsächlich auch Erde und Steine bewegt werden, wird allerdings noch einige Zeit vergehen.

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