Nach jahrelanger Diskussion soll der Trampelpfad an der Goymark jetzt ausgebaut werden

dzTrampelpfad Hörde

Eine Bank steht seit Sommer 2018, doch schon viel länger gibt es eine Diskussion um die Befestigung des wohl berühmtesten Trampelpfades in Hörde. Nun wird sich etwas Grundlegendes verändern.

Hörde

, 27.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Friedhelm Birgel wird vermutlich schon bald ein zufriedenerer Mensch sein. Denn sofern alles so läuft wie von der Stadt Dortmund angekündigt, hat Birgel sein Ziel bald erreicht. Dann wird der Trampelpfad, der seit Jahrzehnten zwischen der Goymark und der Benninghofer Straße von den Hördern benutzt wird, witterungsbeständig gemacht sein.

Das jedenfalls hat Jürgen Hundorf vom Bereich Stadtgrün im Tiefbauamt verkündet, als er am 9. April in der Sitzung der Bezirksvertretung (BV) Hörde war. „Wir wollen diese Fläche aufwerten“, sagte er. Die Parkbank sei ja schon da, der bestehende Trampelpfad werde nun aber mit Dolomitsand befestigt, eine Blumenwiese und neue Bäume sollen auch noch kommen. Hundorf kündigte damals eine zeitnahe Umsetzung für April oder Mai an. Bis Freitag (26. April) ist das noch nicht geschehen.

2017 sprach Birgel das Problem zum ersten Mal an

Auf die paar Tage wird es Friedhelm Birgel aber wohl nicht mehr ankommen. Als Anwohner des Clarenberges und regelmäßiger Besucher der Gartenanlage an der Goymark benutzt er den Trampelpfad nahezu täglich. Im Dezember 2017 hat er zum ersten Mal den Antrag gestellt, etwas am Weg zu ändern, ihn so zu befestigen, dass die Spaziergänger nicht mehr durch Wasser und Matsche beeinträchtigt werden.

Nach jahrelanger Diskussion soll der Trampelpfad an der Goymark jetzt ausgebaut werden

Dort, wo die Frau spaziert, staue sich nach Regen besonders viel Wasser. Mittlerweile haben die Menschen sich einen alternativen Weg durch die Wiese geschaffen. © Michael Nickel

Im März 2018 erhielt er zunächst eine Abfuhr: „Die Herstellung eines befestigten Weges ist an dieser Stelle nicht umsetzbar. Der Anschluss eines öffentlichen Weges an die Straße An der Goymark würde zu einer unübersichtlichen Verkehrssituation führen, welche mit nicht abschätzbaren Gefahren für die Fußgänger verbunden wäre. Eine Querung der Straße an der Goymark ist aus verkehrstechnischen Gründen an dieser Stelle nicht möglich“, schrieb die Verwaltung damals.

Friedhelm Birgel gab sich damit aber nicht zufrieden, Ende Mai 2018 ging er wieder in die Einwohnerfragestunde der BV und fragte, wie der Widerspruch zustande komme, dass der Trampelpfad aus Sicherheitsgründen nicht befestigt werde, aber in der Zwischenzeit eine Sitzbank am Pfad aufgestellt wurde. Nach einem Fußgängerüberweg habe er schließlich nie gefragt, und die Bank wurde laut Auskunft der Stadt auf vielfachen Wunsch der Bürger durch Stadtgrün aufgestellt.

Ende Januar 2019 kam dann die gute Nachricht: Die Stadtverwaltung teilte mit, dass der Pfad im ersten Quartal des Jahres „mit einer wassergebundenen Wegedecke (Dolomitsand) ausgebaut“ werden solle.

Nach jahrelanger Diskussion soll der Trampelpfad an der Goymark jetzt ausgebaut werden

Diese Bank steht seit dem Frühjahr 2018 am Trampelpfad, aufgestellt hat sie die Stadt Dortmund. © Michael Nickel

Im April erklärte Jürgen Hundorf von Stadtgrün der BV dann noch einmal persönlich die Hintergründe und erhielt dafür Kritik von der CDU. „Den Sinn dieses Weges verstehe ich nicht, wenn 20 Meter weiter eine Ampel ist“, sagte der Fraktionsvorsitzende Michael Depenbrock. Sein Parteifreund Thomas Goll warf Jürgen Hundorf vor, sich nur ein neues Betätigungsfeld suchen zu wollen, weil nun Kapazitäten frei seien, wo die EDG seit Anfang des Jahres zuvor städtische Aufgaben übernommen hat.

Hauptsache, die Menschen kommen „trockenen Fußes“ hier durch

Jürgen Hundorf wehrte sich gegen die Kritik und sagte, dass die Idee von den Bürgern an die Verwaltung herangetragen worden sei. „Es ist nicht ungewöhnlich, dass Trampelfpade dort entstehen, wo Menschen langlaufen.“

Zu diesen Menschen gehören auch Helmut Bielawski und Heinz-Hermann Rügge, die beide seit Jahrzehnten Mitglieder im Gartenverein an der Goymark sind und den Trampelpfad regelmäßig nutzen. Rügge bezeichnet den Zustand des Weges als „Katastrophe“, Bielawski denkt vor allem an ältere Menschen mit Rollator und Spaziergänger, die durch Matsch und Pfützen laufen müssten, sobald es regnet. „Ich will nur, dass die Menschen trockenen Fußes hier lang gehen können“, so Bielawski. „Das sollte erstmal reichen“, sagt auch Friedhelm Birgel. „Jetzt soll der Weg so schnell wie möglich im Sinne der Bürger fertiggemacht werden.“

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