Nach Corona-Zwangspause: Es gibt wieder Live-Konzerte in Dortmund

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Langsam erwacht das Dortmunder Kulturleben wieder. Die älteste Bühne der Stadt wagt nun die Rückkehr in den Live-Modus - unter besonderen Bedingungen und zunächst nur bis zur nächsten Pause.

Dortmund

, 02.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Domicil an der Hansastraße gehört zu den ersten überdachten Livemusik-Orten Dortmunds, in denen es nach der mehr als dreimonatigen Corona-Zwangspause wieder Konzerte gibt.

Im Saal des über 50 Jahre alten Jazz-Clubs finden bis zur Sommerpause noch zwei Konzerte statt (3.7. und 10.7.). Dabei gelten spezielle Bedingungen für den Infektionsschutz.

Nur 60 statt 500 Zuschauer sind zugelassen

Die Kapazität beim Auftritt des Fabian Dudek Jazz Quartetts (3.7.) sowie beim Doppelkonzert von Wanning - Moraga Vasquez / Carniaux - Askari - Tegen

ist auf 60 Sitzplätze begrenzt. Normalerweise passen bis zu 500 Zuschauer in den Club in der Dortmunder Innenstadt.

Es gelten Abstandsregeln und Maskenpflicht außerhalb der fest zugewiesenen Plätze. Besucher müssen persönliche Daten hinterlassen, damit mögliche Infektionsketten nachvollziehbar sind. Es gibt einen getrennten Ein- und Ausgang.

„Es wird ein komplett anderes Konzerterlebnis“, sagt Domicil-Programmchef Waldo Riedl.

Bei einem Testkonzert hat das Domicil das Hygienekonzept erprobt

Das Domicil-Hygienekonzept ist vom Gesundheitsamt der Stadt Dortmund für gut befunden worden und wurde bei einem Testkonzert mit internen Gästen bereits im Juni erprobt. „Die Konzerte bis zur Sommerpause helfen uns Erfahrungen zu sammeln“, sagt Waldo Riedl.

Das Domicil ist mit einer Reihe von Konzerten ab dem 17. Juli außerdem Teil der Juicy Beats Parksessions im Westfalenpark sein.

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Nach der Sommerpause sollen ab September weitere Konzerte im Saal folgen - dann vielleicht schon mit einer leicht erhöhten Kapazität. Und mit einem Ticketvorverkaufssystem, dass an den Saalplan unter Corona-Bedingungen angepasst ist. Die Talkreihe „Wortklub“ soll ab Oktober wieder starten.

Der Club im Domicil bleibt tabu

Weiterhin tabu bleibt vorerst der Club im Domicil - und damit auch feste Konzepte wie die Jazzsession am Montag. „Die regelmäßige Begegnung fehlt der Szene sehr“, sagt Waldo Riedl.

Der Vorverkauf und die Besucherzahl beim ersten Konzert unter den neuen Auflagen zeigen laut Waldo Riedl: „Der Durst auf Konzerte ist groß. Wir machen das, weil die Musiker wieder auf die Bühne müssen und um das nachzuholen, was in den vergangenen drei Monaten gefehlt hat.“

Kleine Konzerte bedeuten kleine Einnahmen

Die Einnahmen der Mini-Konzerte werden überschaubar bleiben. Deshalb bleibt die weitere Planung ab September weiterhin schwierig. Zumal viele Künstleragenturen gerade nicht absehen können, ob und wie ihre Klienten für Konzerte reisen können.

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Es sind kleine Schritte zurück in so etwas wie einen Kulturbetrieb. Andere kleine Livemusik-Stätten in Dortmund wie die Warsteiner Music Hall entwickeln gerade ähnliche Konzepte. Im Konzerthaus gibt es seit einigen Wochen wieder Vorstellungen.

Einige Livemusik-Stätten entwickeln Konzepte, andere bleiben zurückhaltend

An mehreren Orten gibt es seit einigen Wochen Terassenkonzerte, etwa im Café Orchidee, oder kleine Garten-Auftritte. Kleine überdachte Locations sind bisher noch zurückhaltend, wagen aber wie etwa das Wohnzimmer live im Piepenstock in Hörde wieder eine vorsichtige Öffnung.

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Die Macher des Rekorder an der Gneisenaustraße in der Nordstadt haben sich kürzlich zu den Planungen geäußert. In einem Statement bei Facebook heißt es: „Der Rekorder ist ein intimer Ort der Begegnung, der zwischenmenschlichen Überraschung und der künstlerischen Überrumpelung. Die Enge gehört nun mal zum Rekorder wie die Maske zu Corona.“

Abgesehen vom finanziellen Aspekt sei es deshalb „aus hygienischen sowie auch aus kulturellen Gründen noch nicht sinnig zu öffnen.“ Der Rekorder bleibt deshalb bis mindestens Ende August geschlossen.

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