Der herrenlose Koffer am Hauptbahnhof Dortmund hat am Sonntag (4.10.) einen aufwändigen Polizeieinsatz verursacht. © Oliver Schaper
Hauptbahnhof Dortmund

Nach Bombenalarm: Welche Hinweise gibt es auf den Koffer-Besitzer?

Ein falscher Bombenalarm wegen eines herrenlosen Koffers hat am Sonntag stundenlang den Dortmunder Hauptbahnhof lahmgelegt. Die Bundespolizei will nun wissen, wer den Koffer dort abgestellt hat.

Der Fund eines herrenlosen Koffers am Dortmunder Hauptbahnhof hat am Sonntagabend (4.10.) weitreichende Konsequenzen mit sich gebracht. Der Hauptbahnhof wurde für Stunden gesperrt, der Zugverkehr eingestellt.

Als sich bei der Untersuchung des Koffers der Verdacht auf eine Bombe nicht ausschließen ließ, wurde er schließlich kontrolliert gesprengt.

In dem verdächtigen Trolley – am Vortag war noch die Rede von einem Rucksack – befand sich keine Bombe. Der Vorfall wird die Bundespolizei dennoch weiter beschäftigen.

Wer hat den Koffer am Hauptbahnhof abgestellt?

„Wir wollen herausfinden, wem der Koffer gehört und wie er da hingekommen ist“, erklärt Volker Stall von der Bundespolizei in Dortmund. Dazu gebe es nun verschiedene Ansatzpunkte der weiteren Ermittlungen.

Eine Hoffnung setzt die Behörde auf Kameraaufzeichnungen aus dem Hauptbahnhof. Diese werden gesichtet, so Stall, um eventuell eine Person zu finden, die mit dem Trolley durch den Bahnhof gegangen ist. Die Aufzeichnungen seien allerdings nicht lückenlos.

Auch der Inhalt des gesprengten Koffers spiele eine Rolle. Laut ersten Erkenntnissen befanden sich darin „Kleidungsstücke, verschiedene Kabel und ein gefüllter Kulturbeutel, der vermutlich auch eine elektronische Zahnbürste enthielt“, erklärt Stall. Die Überreste des Koffers werden nun auf Hinweise auf die Identität des Eigentümers untersucht.

Außerdem werde geprüft, ob in Dortmund oder bei anderen Dienststellen der Bundespolizei eine Anzeige wegen eines vermissten Koffers eingeht, die zu dem Vorfall passt.

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Bombenalarm im Hauptbahnhof

Eigentümer könnte vorgeladen werden

Sollte es gelingen, den Eigentümer des Koffers oder denjenigen, der ihn im Hauptbahnhof zuletzt im Besitz hatte, ausfindig zu machen, werde dieser voraussichtlich vorgeladen und vernommen, so Stall weiter. Dann gelte es zum Beispiel zu klären, ob der Trolley absichtlich stehengelassen wurde oder schlicht vergessen wurde.

Auch ein ganz anderes Szenario sei denkbar, erklärt Volker Stall: „Es kommt auch vor, dass Diebe einen Koffer stehlen, ihn noch am Bahnhof nach Wertsachen durchsuchen und dann einfach zurücklassen.“

Was droht dem Besitzer des Koffers?

Sollte der letzte Besitzer des Koffers ihn absichtlich am Hauptbahnhof stehen gelassen haben, könnten auf ihn möglicherweise auch strafrechtliche Schritte zukommen. Möglich sei zum Beispiel der Verdacht auf das Vortäuschen einer Straftat (§ 145d StGB).

Davon unabhängig seien auch weitere Ansprüche denkbar. Der Bahn sei durch die Sperrung des Bahnhofs ein Schaden entstanden, so Stall. Die Bundespolizei könnte außerdem Polizeikosten einfordern. Über entsprechende Forderungen müsste aber gegebenenfalls ein Gericht entscheiden.

Immerhin: Die kontrollierte Sprengung des Koffers hat laut Volker Stall keinen Schaden in der Umgebung verursacht.

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Bombenalarm im Hauptbahnhof

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Bastian Pietsch

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