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Nach Böller-Katastrophe: Bewährungsstrafe für Gastwirt aus Lütgendortmund ist endgültig

dzBundesgerichtshof

Vor drei Jahren sorgte ein Gastwirt aus Lütgendortmund für ein folgenschweres Silvesterunglück in Datteln. Jetzt hat der Bundesgerichtshof die Strafe bestätigt.

Dortmund

, 11.01.2019 / Lesedauer: 3 min

Der 52-Jährige war am 1. Dezember 2017 am Bochumer Landgericht wegen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und fahrlässiger Körperverletzung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Festgelegt worden war außerdem, dass er bis zu 300 Euro pro Monat Schmerzensgeld an das dramatisch schwer verletzte Böller-Opfer zahlen sollte.

Revision vom BGH verworfen

Weil der Lütgendortmunder Familienvater seinerzeit überraschend am letzten Tag der Frist doch noch Revision gegen das Bewährungs-Urteil eingelegt hatte, waren die Akten zur Prüfung zum Bundesgerichtshof (BGH) nach Karlsruhe gegangen.

Auf Anfrage bestätigte die Pressestelle beim BGH jetzt, dass der 4. Senat die Revision des Gastwirtes inzwischen per Beschluss als unbegründet verworfen hat (Aktenzeichen: 4 StR 215/18). Damit ist die Verurteilung zu der zweijährigen Bewährungshaftstrafe inklusive der angeordneten Auflagen nun rechtskräftig.

Nicht zugelassene Böller gezündet

Der Dortmunder Gastwirt hatte im Herbst 2017 gleich zu Beginn des "Böller-Prozesses" zugegeben, am 1. Januar 2016 am Rande der Silvesterfeier im Dattelner Wellness-Hotel Jammertal eine in Deutschland nicht zugelassene Feuerwerks-Batterie gezündet zu haben.

Nach Böller-Katastrophe: Bewährungsstrafe für Gastwirt aus Lütgendortmund ist endgültig

Der angeklagte Gastwirt (52) und sein Verteidiger Dr. Gennaro Festa (r.) beim Prozessauftakt im Herbst 2017 am Bochumer Landgericht. © Werner von Braunschweig

Der 52-Jährige hatte berichtet, die in Deutschland nicht frei verkäufliche Batterie zuvor in seinem Lütgendortmunder Lokal von einem Vertreter gegen vier Pizzas eingetauscht zu haben. Weil die Bedienungsanleitung auf deutsch gewesen sei, habe er sich damals keine weiteren Gedanken gemacht, hatte er außerdem im Prozess vor der 11. Strafkammer erklärt.

Kellnerin verlor Unterschenkel

Die "Unglücks-Batterie" war damals nach nur drei Schuss umgestürzt und hatte unkontrolliert Böller in die vor dem Hotel Jammertal stehende Menschenmenge abgefeuert. Mindestens 18 Partygäste waren damals zum Teil schwer verletzt worden. Einer Kellnerin hatte ein Unterschenkel amputiert werden müssen.

Nach Ansicht der Bochumer Richter hätten aber allein schon die „dubiosen Umstände des Erwerbs“ klargemacht, dass es sich nicht um normale Supermarkt-Raketen gehandelt hat. Deshalb wäre der Gastwirt laut Urteil verpflichtet gewesen, weitere Recherchen anzustellen. Hätte er genau das getan, hätte er auch gewusst, dass die Böller-Box in Deutschland nur mit einer besonderen Erlaubnis hätte erworben und gezündet werden dürfen.

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