Viele graue Mülltonnen in Dortmund quellen über - Schuld ist Corona

dzAbfallprobleme

Die Corona-Krise setzt auch der EDG zu: Dortmunds Müllentsorger meldet vermehrt Probleme mit übervollen Restmülltonnen. Einen positiven Nebeneffekt hat die Pandemie aber für die Müllwerker.

Dortmund

, 09.06.2020, 05:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viel zu Hause – viel Müll. Vor allem in Mehrfamilienhäusern sind die Mülltonnen voller als in der Zeit vor Corona. Auch in Dortmund haben Homeoffice und die Einschränkungen im Privatleben dazu geführt, dass manche Mülltonne überquillt.

Restaurantbesucher fallen noch immer häufig aus, und mit dem Homeoffice entfällt auch das Mittagessen in der Kantine. Vermehrtes Kochen oder Aufwärmen in der heimischen Küche lässt die Müllmengen steigen.

„Wir registrieren ein leicht erhöhtes Hausmüllaufkommen“, sagt EDG-Sprecher Matthias Kienitz auf Anfrage. Nach der Abfallsatzung des Entsorgungsunternehmens müsste die graue Restmülltonne bei Entleerung mit dem Deckel abschließen. Das klappt zur Zeit weniger gut als sonst. „Die Tonnen sind öfter proppevoll“, so Kienitz. Die Mitarbeiter hätten auch häufiger festgestellt, dass Hausmüll einfach neben die Tonne gestellt werde.

Kein vermehrtes Aufkommen von illegal entsorgtem Müll

Im Gegensatz zu manchen anderen Städten beobachtet die EDG kein vermehrtes Aufkommen von illegalen Müllablagerungen. Ein Grund: In Dortmund hat der Entsorger seine sechs zeitweise überlaufenen Recyclinghöfe seit Beginn der Pandemie offen gehalten – eben um zu verhindern, dass Menschen zum Beispiel ihre Renovierungsabfälle oder das Gerümpel von Aufräumaktionen im Keller in die Landschaft werfen.

Jetzt lesen

Außerdem hat die EDG festgestellt, dass mehr Papierabfälle in und vor allem neben den Containern landen, da während des Lockdowns die Geschäfte geschlossen waren und mehr beim Online-Handel bestellt wurde. Bis zum 13. Juni werden deshalb 63 zusätzliche Altpapiercontainer aufgestellt. Dazu werden ausrangierte Altkleidercontainer umgerüstet, das heißt, die Einwurfschlitze werden angeglichen.

Weniger Müll im öffentlichen Raum

Doch Corona sorgt an anderer Stelle für weniger Müll in der Stadt. Weil Großveranstaltungen zurzeit wegfallen, falle auch weniger Müll im öffentlichen Raum an, erläutert Kienitz. Und weil die Menschen mehr zu Hause blieben, seien auch die Straßen sauberer.

Eine Ausnahme sind die wild entsorgten Gesichtsmasken und Plastikhandschuhe. Sie finden sich meist auf privaten Supermarktparkplätzen, wo Menschen sie nach dem Einkauf einfach fallen lassen. Dort ist die EDG nicht zuständig. Die Supermärkte räumen dort meist selbst auf.

Auch der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) als Dachverband der Entsorgungsunternehmen in Deutschland bestätigt den leichten Rückgang privater Müllmengen. Die Deutsche Gesellschaft für Abfallwirtschaft vermutet wegen Corona – auf das gesamte Jahr gesehen – einen mäßigen Anstieg des Müllaufkommens in Privathaushalten und dafür bis zu zehn Prozent weniger Abfälle im Gewerbebereich.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt