Der ehemalige Chef des Hoesch-Konzerns und der Treuhandanstalt, Detlev Karsten Rohwedder, aufgenommen weniger als ein Jahr vor seiner Ermordung. © dpa
Tod vor fast 30 Jahren

Mord an Ex-Hoesch-Chef Rohwedder: Fakten-Check zur Netflix-Serie

In einer neuen Netflix-Serie werden verschiedene Theorien zu einem der brisantesten ungeklärten Mordfälle Deutschlands genannt. Die Bundesanwaltschaft äußert sich nun zu den Ermittlungen.

Der frühere Hoesch-Vorstand Detlev Rohwedder ist an Ostern 1991 durch eine Fensterscheibe in seinem Wohnhaus erschossen worden. Als Chef der Treuhandanstalt, die Tausende DDR-Unternehmen abgewickelt hat, war er bei vielen Menschen verhasst.

Zum 30. Jahrestag der Wiedervereinigung hat der Streamingdienst Netflix eine Mini-Serie rund um den bis heute ungeklärten Mordfall veröffentlicht. Darin werden verschiedene Theorien geäußert.

Bekennerschreiben der Rote-Armee-Fraktion

Am Tatort war ein Bekennerschreiben mit Logo der Rote-Armee-Fraktion (RAF) gefunden worden. Außerdem könnten aber auch Mitglieder der DDR-Staatssicherheit oder westdeutsche Machtinteressen hinter dem Mord stehen, heißt es in der Serie.

Auf Anfrage unserer Redaktion äußert sich jetzt die zuständige Bundesanwaltschaft. „Nach dem bisherigen Ergebnis der Ermittlungen deuten sämtliche Indizien darauf hin, dass Mitglieder der RAF für den Mordanschlag verantwortlich waren“, sagt Staatsanwalt Markus Schmitt: „Belastbare Erkenntnisse für eine anderweitige Verantwortlichkeit liegen nicht vor.“

Mord verjährt nicht, daher sei das Verfahren nicht abgeschlossen – wenngleich keine Ermittler aktuell mit dem Fall befasst seien. Namen von Verdächtigen, wie dem bereits 1993 gestorbenen RAF-Mitglied Wolfgang Grams, will Schmitt nicht kommentieren.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
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