Kevin Zey hat auf dem T-Shirt fürs Spirit-Comeback den im vergangenen Jahr gestorbenen DJ Mimmi verewigt. © Kevin Kindel
Besitzer im Video-Interview

„Möchte, dass es etwas dreckig zugeht“ – das sind die Pläne für das Spirit 2.0

Drei Jahre nach der Schließung des Namenspaten steht das „Spirit 2.0“ in den Startlöchern. Der neue Inhaber erzählt im Video, wie er den besonderen Geist zurück ins Brückstraßenviertel holen will.

Gastronomen und Party-Veranstalter haben in den vergangenen Monaten mächtig leiden müssen. Besonders unglücklich war Kevin Zey, der im Frühjahr 2020 die Kneipe „Masterpiece“ in Brackel eröffnet hat. Wenig später zwang die Corona-Pandemie zur Schließung.

Jetzt hat der 30-Jährige einen relativ mutigen Entschluss gefasst: Er will die Disco Spirit im Brückstraßenviertel wieder zum Leben erwecken. Ende vergangenen Jahres habe sich die Chance ergeben, die Räume des Clubs „Nummer Neun“ zu übernehmen – und Zey hat mitten in der Pandemie zugeschlagen.

„Es ist einfach mein Traum gewesen, diesen Laden hier einmal zu übernehmen“, sagt der Dortmunder, der früher selbst im Spirit gearbeitet hat.

Die dunkle Rock-Disco, die jahrzehntelang an der Straße Helle bestand, soll so gut wie möglich zurückgeholt werden: „Allein durch den Verlust von Mimmi ist das natürlich nicht ganz rekonstruierbar“, sagt Zey. Der bekannte DJ ist im Herbst 2020 gestorben.

Im März gab es dann aber einen Rückschlag: Ein Wasserrohr ist in der oberen Büro-Etage undicht gewesen – ein heftiger Wasserschaden war die Folge. Aktuell laufen noch die Trockner. Ein Eröffnungs-Onlinestream musste verschoben werden. In den kommenden Wochen sollen die Wände nun aber neu gestrichen werden.

„Ich möchte, dass es etwas dreckig zugeht“

Jeden Samstag soll es ab September echte Spirit-Abende geben, soweit die Corona-Regeln es zulassen. Es soll getanzt, getrunken und gekickert werden: „Ich möchte, dass es etwas dreckig zugeht“, sagt der neue Besitzer.

Wie im Keller an der Geschwister-Scholl-Straße, der im Jahr 2015 geschlossen wurde, will Zey für das „Spirit 2.0“ zwei verschiedene „Floors“ schaffen, auf denen auch mal ganz konträre Musik laufen kann. Freitags gibt es wahrscheinlich elektronische Musik, generell sei aber „alles außer Schlager“ möglich.

Noch steht der Name des Vorgängers
Noch steht der Name des Vorgängers „Nummer Neun“ an der Fassade – das soll sich aber bald ändern. Kevin Zeys „Spirit 2.0“ wird für die Eröffnung vorbereitet. © Kevin Kindel © Kevin Kindel

„Ich hoffe, dass die Leute uns die Bude einrennen, sobald wir öffnen dürfen“, sagt Zey. Je nach Bedarf würde er auch gerne unter der Woche die Türen öffnen. In der Vergangenheit haben viele Dortmunder das Spirit mit den Rockern der Bandidos verbunden. Einige Mitarbeiter von früher seien wieder an Bord, der Motorradclub spiele beim Comeback aber keine Rolle, sagt Zey.

So unterschiedlich wie die Musik soll auch das Publikum sein. „Ich hoffe sehr auf ein absolut gemischtes typisches Spirit-Publikum von 18 bis 90 Jahren“, sagt der Inhaber lachend. Es soll keine Kleiderordnung geben – nur barfuß sollte niemand kommen, weil durchaus einkalkuliert wird, dass das eine oder andere Glas zu Bruch gehen könnte.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
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