Nach dem Rückzug will die Volksbank als Eigentümer die Räume schnell beleben. © Beushausen
Dortmunder City

Möbelladen in prominenter City-Lage ist dicht – aber schreibt Dortmund nicht ab

Möbelhäuser sind rar in Dortmunds City. Jetzt hat sich einer der ohnehin wenigen Anbieter zurückgezogen und den Standort aufgegeben. Der Leerstand soll aber nicht lange bleiben.

Ende Dezember 2020 war Feierabend. „Es tut uns in der Seele weh“, sagt Geschäftsführerin Ivonne Aytekin.

Nach rund 20 Jahren hat das Möbelgeschäft Casa Ambiente GmbH seinen Verkaufsraum im Gebäude der Dortmunder Volksbank an der Kleppingstraße 13 geschlossen.

„Wir haben in Dortmund über die Jahre sehr viele Stammkunden gewonnen, und der Standort war top“, so die Geschäftsführerin. Die Schließung der Filiale sei keine Folge des coronabedingten Lockdowns, betont Aytekin. „Die Räumlichkeiten waren zu klein.“ Rund 240 Quadratmeter hätten in dem Ladenlokal zur Verfügung gestanden. Zum Vergleich: In der Düsseldorfer Filiale seien es 900 Quadratmeter.

In Dortmund hingegen sei es kaum möglich gewesen, das Angebot in seiner ganzen Breite zu präsentieren, sagt Aytekin. Immer öfter habe man Stammkunden in die drei Bochumer Casa-Häuser schicken müssen. Und da der Mietvertrag immer nur ein Jahr lief, habe man sich schon Mitte 2020 entschlossen, zu kündigen.

“Wir brauchen 1500 Quadratmeter“

Casa Ambiente betreibt insgesamt vier Häuser in NRW. Mit seinen Massivmöbeln und vielen unterschiedlichen Marken zählt das Unternehmen durchaus zum Kreis der höherwertigen, aber dennoch bezahlbaren Anbieter. Und Casa Ambiente möchte gern zurück nach Dortmund, wie Chefin Aytekin betont: „Wir benötigen einen Standort mit rund 1500 Quadratmetern Fläche, das wäre optimal.“

Man suche seit Jahren, habe aber kein passendes Ladenlokal gefunden. Einen möglichen Einzug in eine irgendwann neue oder auch umgebaute Immobilie am Ex-Kaufhof-Standort direkt an der Laufmeile Westenhellweg mag Aytekin nicht gänzlich ausschließen. Die bessere Variante sei aber ein Solitär – „eine eigene, allein genutzte Filiale“, sagt die Casa-Chefin.

Wichtig seien die gute Erreichbarkeit und nahe gelegene Parkplätze für Kunden. „Wir schauen, was sich ergibt.“

Volksbank baut Immobilenbereich aus

Unterdessen laufen bei der Dortmunder Volksbank als Eigentümerin der kürzlich sanierten Immobilie die Vorbereitungen, das leer stehende Ladenlokal an der Klepping- und der Viktoriastraße wieder zu füllen.

„Wir hatten zwei bis drei Anfragen aus den Bereichen Optiker und Steuerberatung“, sagt Volksbank-Chef Martin Eul. Jedoch: Anstelle einer Neuvermietung habe man sich entschieden, die Fläche selbst zu nutzen: Die Volksbank will ihre Immobilienabteilung vom Betenhof zur Kleppingstraße verlegen und deutlich vergrößern. Eul: „Die Idee ist uns schon vor 20 Jahren durch den Kopf gegangen.“

Vermutlich im Februar werde man mit der Umgestaltung des Ladenlokals starten. Auch die Volksbank hat Platznot – und deshalb 1000 Quadratmeter in den früheren Räumen der Techniker Krankenkasse in der Kronenpassage am Markt 10 gemietet.

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Freier Mitarbeiter
Jahrgang 1961, Dortmunder. Nach dem Jura-Studium an der Bochumer Ruhr-Uni fliegender Wechsel in den Journalismus. Berichtet seit mehr als 20 Jahren über das Geschehen in Dortmunds Politik, Verwaltung und Kommunalwirtschaft.
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