Mit Schutzmaske im Fitnessstudio: Gesundheitsrisiko oder Trainingshilfe?

dzCorona-Lockerungen

In den wiedereröffneten Fitnessstudios gilt zwar keine Pflicht, dennoch tragen viele Sportler zum Training eine Schutzmaske. Aber wie hoch ist dabei eigentlich das gesundheitliche Risiko?

Dortmund

, 14.05.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es darf wieder geschwitzt werden. Nach langer Zwangspause haben die Fitnessstudios auch in Dortmund wieder geöffnet. Anders als in weiten Teilen des Einzelhandels ist das Tragen einer Schutzmaske für die Kunden der Muckibuden allerdings freiwillig. Gänzlich ungefährlich ist das jedoch nicht.

„Ich schätze, dass rund ein Drittel unserer Kunden mit Schutzmaske trainiert“, erklärte Timo Ribnikar vom Fitnessstudio Injoy am Montag (11.5.). Und dieser Zustand ist längst kein Einzelfall. Dabei gilt die Maskenpflicht in Nordrhein-Westfalen nur für die Angestellten der Fitnessstudios, den Gästen bleibt das Tragen freigestellt.

„Gesundheitlich unbedenklich“

Aus gutem Grund, wie Prof. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule in Köln im Gespräch mit dieser Redaktion betont: „Wenn der Abstand im Fitnessstudio eingehalten wird, dann ist das Tragen einer Schutzmaske beim Trainieren nicht notwendig. Das Risiko, sich dann mit dem Coronavirus anzustecken, ist sehr gering.“

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Das Tragen eines Mund-Nasenschutzes sei auf dem Laufband oder bei Kraftübungen im normalen Umfang grundsätzlich aber gesundheitlich weitestgehend unbedenklich. Auch, wenn das Atmen dadurch schwerer fallen könne.

Kein großer Trainingseffekt

Einen sportlichen Nutzen, etwa durch eine vermeintliche Stärkung der Atemmuskulatur, sieht der ehemalige Leichtathlet aber nicht: „Leistungssportler trainieren zwar manchmal mit einer geringeren Sauerstoffzufuhr, aber im Fitnessstudiobereich spielen diese Trainingsmethoden eigentlich keine Rolle.“

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Der Dortmunder Sportmediziner Dr. Bartosz Wojanowski will einen möglichen Nutzen von herkömmlichen Schutzmasken allerdings nicht gänzlich ausschließen. Das Training mit einer Maske könne durchaus zu einer verbesserten Ausdauerleistungsfähigkeit führen.

Übungen an Bedingungen anpassen

„Einen Trainingseffekt, wie ihn die professionellen Masken im Leistungssport hervorrufen können, kann man im Fitnessstudio aber sicher nicht erwarten“, unterstreicht Wojanowski.

Dr. Bartosz Wojanowski Dortmund

Der Dortmunder Arzt Dr. Bartosz Wojanowski ist Sportmediziner und warnt vor den gesundheitlichen Risiken des Tragens einer Schutzmaske beim Fitnesstraining. © Privat

Vollkommen risikofrei sei das Trainieren mit einem Mund-Nasenschutz im Fitnessstudio aufgrund der reduzierten Sauerstoffzufuhr hingegen nicht, denn: „Im professionellen Bereich wird die Sauerstoffzufuhr nicht einfach vermindert, sondern reguliert gedrosselt. Diese Überwachung ist in einem Fitnessstudio nicht gegeben. Man muss das Training an die Bedingungen anpassen“, so der Arzt.

Deshalb müsse man genau auf seinen Körper achten und bei Anzeichen von Erschöpfung, Schwindel und Unwohlsein die Belastung reduzieren oder die Übung abbrechen.

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