Mit großem Aufwand wird Dortmunds besondere Stahlkonstruktion vor dem Verfall gerettet

dzLanstroper Ei

Lange waren die Arbeiten am Lanstroper Ei für außenstehende Betrachter quasi unsichtbar. Doch jetzt tut sich etwas. Ein Teilstück ist bereits fertig saniert.

Lanstrop

, 21.07.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viele Dortmunder erinnern sich noch genau: Als Kinder sind sie oft um das Lanstroper Ei herumgetobt, haben es staunend bewundert und sind das eine oder andere Mal vielleicht auch über den Zaun geklettert, um noch näher dran zu sein. Und auch wenn sie heute nicht mehr so oft vor Ort an dem besonderen Wasserturm sind: Für viele im Dortmunder Nordosten bedeutet das Lanstroper Ei Heimat.

Doch das denkmalgeschützte Bauwerk ist in die Jahre gekommen, eine Sanierung ist schon lange nötig. Durch Rost waren Teile marode und schon auf Papierdicke zusammengeschrumpft. Seit einigen Monaten ist eine Ostdeutsche Firma gemeinsam mit dem Ausbildungszentrum TAZ mit den Arbeiten beschäftigt. Doch aufmerksame Beobachter haben sich bislang gewundert: Es ist nichts passiert an dem denkmalgeschützten Bauwerk. Das hat sich nun geändert.

Mit großem Aufwand wird Dortmunds besondere Stahlkonstruktion vor dem Verfall gerettet

Ein großes Stahlgerüst steht am Lanstroper Ei, die Arbeiten sind in vollem Gange. © Johanna Wiening

Ein hohes Stahlgerüst rankt sich um das Lanstroper Ei. Regelmäßig sind Arbeiter vor Ort und bringen das Bauwerk auf Hochglanz. Die Sanierung ist in zwei Bauabschnitte unterteilt. Im ersten soll das Traggerüst auf Vordermann gebracht werden, danach geht es um den Behälter, das vermeintliche Ei.

Alle Teile wurden unter die Lupe genommen

„Wir sind auf einem guten Weg“, sagt Bruno Schreurs, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins. Derzeit stecken die Arbeiten mitten im ersten Bauabschnitt. Das Traggerüst, unterteilt in vier Abschnitte, wurde in seine Verstrebungen und Querverbindungen zerlegt. Nun wurde alles unter die Lupe genommen. Nicht alles ließ sich retten, einige Teile mussten neu gebaut werden.

Doch, wo es möglich ist, da sollen die alten Teile erhalten bleiben. Für die gab es einen neuen Anstrich in Grundierung und Farbe. Dann wird alles wieder eingebaut. Im obersten Teil des Traggerüsts ist das nun passiert - das Denkmal erstrahlt dort bereits in neuem Glanz.

Der Weg bis zum Ende der Sanierungsarbeiten ist aber lang - und vor allem teuer. 650.000 Euro wurden für den ersten Bauabschnitt bereitgestellt. 400.000 Euro stammen vom Bund, 250.000 Euro von der NRW-Stiftung. Jetzt suchen die Stadt als Auftraggeber und der Förderverein Lanstroper Ei nach neuen Mitteln für den zweiten Abschnitt.

Eine Herzensangelegenheit für Bruno Schreurs

Für Bruno Schreurs sind die Arbeiten eine „Herzensangelegenheit“. Der gelernte Stahlbauingenieur ist begeistert von der seltenen Konstuktion: „Dieses Bauwerk ist ein Alleinstellungsmerkmal für die Region, das gibt es so nicht nochmal. Wenn ich das sehe, schlägt mein Herz immer ein bisschen höher.“

Mit großem Aufwand wird Dortmunds besondere Stahlkonstruktion vor dem Verfall gerettet

Für Bruno Schreurs ist das Lanstroper Ei eine Herzensangelegenheit. © Johanna Wiening

Etwas von seiner Begeisterung möchte er beim Tag des offenen Denkmals abgeben. So öffnet das Lanstroper Ei am 8. September (Sonntag) seine Türen. Wer also als Kind noch über den Zaun geklettert ist, kann sich dann ganz legal Zutritt verschaffen und in alten Erinnerungen schwelgen.

Der Wasserturm Lanstroper Ei wurde 1904/1905 von der Dortmunder Firma August Klönne im Auftrag der Städtischen Gas- und Wasserwerke Unna gebaut. Bis 1980 wurde er für die Wasserversorgung von Lanstrop, Derne, Mengede, Brambauer und Teilen Lünens genutzt. Schon lange trägt der Wasserturm den Spitznamen „Lanstroper Ei“, obwohl er eigentlich auf Greveler Grund steht und gar nicht eiförmig ist. Seit 1985 ist der Turm in die Denkmalliste eingetragen.
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