Millioneninvestition am Hafen: Dopark baut „Autohof light“ für Lkw-Fahrer

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Der Dortmunder Hafen ist eine Logistik-Drehscheibe. Entsprechend stark ist hier der Lkw-Verkehr. Für die Fahrer gibt es bald einen neuen Anlaufpunkt in bekannter Lage.

Dortmund

, 20.08.2020, 20:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Grundstück an der Ecke Schäferstraße/Kanalstraße fällt ins Auge. Denn es liegt erstens direkt am zentralen Verkehrsknotenpunkt des Hafens - und zweitens seit vielen Jahren brach. Zwischenzeitlich wurde es mal als Parkplatz und Container-Lagerplatz genutzt.

Jetzt sind Baufahrzeuge angerückt, die den Boden für eine neue Nutzung bereiten. Auf der Fläche soll ein abgespeckter Autohof für den Lkw-Verkehr entstehen.

Ärger mit Nico-Metall

Die Fläche hat Geschichte: Bis 2002 betrieb hier die Firma Nico-Metall eine Kabelzerlege- und -abbrennanlage. Sie geriet mit zwei größeren Bränden und als Verursacher von erhöhter PCB-Belastung im Umfeld in die Schlagzeilen. Selbst der Staub von dem Areal sorgte 2009 - sieben Jahre nach der Schließung des Betriebs - noch für erhöhte PCB-Werte.

Mitten im Hafen liegt das freie Grundstück (Bildmitte), das nun zum „Autohof light“ werden soll.

Mitten im Hafen liegt das freie Grundstück (Bildmitte), das nun zum „Autohof light“ werden soll. © Hans Blossey

Jetzt blüht zumindest einem Teil des Geländes eine neue Zukunft. Parkplatz-Betreiber Dopark baut auf rund 6300 Quadratmetern Fläche gemeinsam mit seinem Mitgesellschafter BP eine Tankstelle mit Versorgungseinrichtungen für Lkw-Fahrer. Eine Art „Autohof light“, wie es Dopark-Geschäftsführer Simon Kinz nennt.

3 Millionen Euro werden investiert

Investiert werden dafür rund 3 Millionen Euro - zwei Millionen Euro von Dopark, eine Million von BP. Dafür entstehen neben einer Aral-Tankstelle mit Verkaufsshop fünf speziell angelegte Lkw-Stellplätze und Sanitäranlagen für die Fahrer. Das reicht für eine Kurzzeit-Rast.

Keine Fläche für echten Autohof

Einen echten Autohof mit Übernachtungsmöglichkeiten wird es auch langfristig nicht geben. „Das ist wirtschaftlich nicht darstellbar“, sagt Kinz. Mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit waren in den vergangenen Jahren schon Pläne für Autohöfe auf der Westfalenhütte und dem Gneisenau-Areal in Derne gescheitert.

Außerdem gibt es für Autohöfe strenge Anforderungen etwa mit Blick auf die Nähe zur Autobahn, erklärt Kinz. In Dortmund scheint es dafür keine geeignete Fläche zu geben.

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Immerhin: Für die vielen Lkw-Fahrer, die im Hafen etwa das Container-Terminal anfahren, dürfte auch der „Autohof light“ ein willkommener Anlaufpunkt sein. Ein wenig Geduld ist aber noch nötig. Wie schon vor einigen Jahren bei der Nordwest-Handel-Baustelle auf Phoenix-West haben auch auf der Hafen-Fläche brütende Flussregenpfeifer, die bekanntlich alte steinige Industriebrachen lieben, für eine Verzögerung des Baustarts gesorgt.

Jetzt können die Bagger rollen. Allein für das Anlegen der Tanks muss der Boden, in dem noch alte Fundamente liegen, tief ausgehoben werden. Mit der Fertigstellung des „Autohofs light“ rechnet Simon Kinz im Frühjahr 2021.

Kreisverkehr lässt auf sich warten

Im Hinterkopf hat man dabei auch Pläne der Stadt, die stauanfällige Einmündung Schäferstraße/Kanalstraße in einen Kreisverkehr umzubauen. Das Vorhaben, das auch Teil des Verkehrskonzepts für den Hafen ist, ist auf der Prioritätenliste der städtischen Tiefbauer aber weit nach hinten gerückt. „Aufgrund von konkurrierenden anderen Projekten wurde die Kreisverkehrsplanung zunächst zurückgestellt“, heißt es im letzten Projektbericht des Tiefbauamtes.

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Ein neuer Zeitpunkt für eine Wiederaufnahme der Planungen wurde nicht genannt. Man spare bei der Neubebauung des Geländes an der Ecke Schäferstraße/Kanalstraße die für den Kreisverkehr vorgesehene Fläche nun auf jeden Fall aus, versichert Simon Kinz.

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