Wird Karstadt Sports in Dortmund doch noch gerettet?

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Karstadt bleibt, Kaufhof schließt. Und das Karstadt-Sporthaus? Um dessen Fortbestehen wird seit Monaten gerungen. Noch ist das Drama um die Rettung nicht beendet. Und es gibt neue Hoffnung.

Dortmund

, 03.09.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Schock war groß, als Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) im Sommer Schließungspläne für alle drei Häuser in der Dortmunder City ankündigte. Was folgte, waren langwierige Verhandlungen über Mietnachlässe mit den Eigentümern der Immobilien. Inzwischen steht fest: Karstadt hält seine Türen weiter geöffnet – während im Kaufhof am Westenhellweg langsam die Lichter ausgehen: Dort läuft der Abverkauf. Und das Karstadt-Sporthaus am Alten Markt?

Dessen rund 60 Beschäftigte sitzen seit Monaten zwischen allen Stühlen: Sie hatten bereits Ende Juli ihre Kündigungen mit Wirkung zum 31. Oktober erhalten. Und dennoch glimmte während der gesamten Zeit ein Fünkchen Hoffnung, das 2002 eröffnete Sporthaus am Alten Markt könne doch noch erhalten bleiben. Der Grund dafür sind die fortlaufenden Verhandlungen zwischen dem Galeria-Konzern und den Eigentümern der Immobilie.

Bleibt das Sporthaus für einige Jahre geöffnet?

Vollends zum Abschluss gekommen sind die Verhandlungen noch immer nicht, wie zu erfahren war. Sie sollen auf der Zielgeraden sein. „Die Tendenz ist positiv, die Gespräche laufen gut“, sagen mit den Vorgängen vertraute Kreise. Die Immobilieneigentümer hingegen, ein Dortmunder Familienunternehmen, geben sich auf Nachfrage verschlossen.

„Von unserer Seite gibt es nichts zu verkünden“, heißt es. Mehr wolle man aktuell nicht sagen. Auch nicht zu Gerüchten, nach denen das Sporthaus zumindest noch einige Jahre erhalten bleiben soll. „Kein Kommentar“, heißt es von Seiten der Eigentümer.

Auch Reiner Kajewski, bei der Gewerkschaft Verdi für den Fachbereich Handel zuständig, hat das Sporthaus noch lange nicht abgeschrieben. „Dass weiter miteinander gesprochen wird, ist ein gutes Zeichen“, sagt Kajewski. Aufmerksam registriert der Gewerkschafter, dass „es im Gegensatz zu Kaufhof im Sporthaus keinen Abverkauf gibt“.

Betriebsrätin hofft jetzt auf den Durchbruch

Er hoffe, so Kajewski, dass nun zeitnah eine Entscheidung falle. „Die Beschäftigten haben genug durchgemacht.“ Die bereits ausgesprochenen Kündigungen jedenfalls stünden einem möglichen Weiterbetrieb des Hauses nicht entgegen. „Generell gilt, dass Kündigungen theoretisch wieder zurückgenommen werden können“, sagt Kajewski.

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Das sieht auch die Betriebsratsvorsitzende Kornelia Selchow-Kersching so. Eine Handvoll Mitarbeiter habe sich inzwischen neu orientiert und das Haus verlassen. Die weiteren Beschäftigten hätten nach wie vor keine Informationen, wie und ob es weitergehe. „Die Kolleginnen stehen im Laden und weinen“, sagt Selchow-Kersching. „Wir klammern uns zurzeit an jeden Strohhalm.“ Auch die Betriebsratsvorsitzende hofft auf eine möglichst baldige Entscheidung. „Vielleicht noch in dieser Woche.“

Galeria Kaufhof: Letzter Verkaufstag am 17. Oktober

Ihr Kollege Frank Malmwieck von Galeria Kaufhof hat dagegen nach eigener Aussage keinen Strohhalm mehr, an den er sich klammern könnte. „Hier heißt es: Abwicklung“, sagt der Betriebsratsvorsitzende.

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Wenn auch eine Zerschlagung des Warenhauskonzerns Galeria Karstadt Kaufhof nach der Gläubigerversammlung, die am 1. September in Essen stattfand, vom Tisch ist, für die 86 Kaufhof-Beschäftigten am Westenhellweg ändert das nichts. Der gebilligte Rettungsplan hilft ihnen nicht. Ihr Haus gehört zu den 47 von bisher 172 Karstadt- und Kaufhof-Filialen in Deutschland, die vor dem endgültigen Aus stehen.

„Hier kommt jetzt keine Ware mehr nach. Der letzte Verkaufstag wird wohl der 17. Oktober sein. Dann ist Schluss“, sagt Frank Malmwieck.

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