Mieterin widerspricht Erhöhung - dann überzieht die LEG sie mit Mahnungen

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Das Wohnungsunternehmen LEG schickt einer Mieterin Massen von Mahnungen. Die Frau sieht sich im Recht - und fühlt sich unter Druck gesetzt. Mieterschützer kritisieren das Vorgehen.

Kreuzviertel

, 19.09.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mietärger im Kreuzviertel: Eine Bewohnerin eines Hauses in der Große Heimstraße will eine Mieterhöhung um 11 Euro nicht akzeptieren. Dazu hat sie das Recht. Trotzdem schickte ihr der Vermieter LEG Immobilien AG nach Eingang des Widerspruchs eine Mahnung nach der anderen.

Die Umlage von Modernisierungskosten enthält nach Meinung der Frau Berechnungen, die aus ihrer Sicht unzulässig sind. Sie hat mit Hilfe des Mietervereins Widerspruch erhoben und die LEG im Juni darüber informiert, dass sie den Betrag vorerst nicht zahlen wird. „Es ist normalerweise so, dass es eine Mahnsperre gibt, bis ein Widerspruch geprüft ist“, sagt Tobias Scholz vom Mieterverein Dortmund.

Die letzte Mahnungen enthält einen drohenden Unterton

Bei der Mieterin im Kreuzviertel ging stattdessen seit Juni eine wahre Flut an Mahnungen ein. Im September erhielt sie das mittlerweile fünfte Schreiben. Diesmal versehen mit einem roten Aufkleber und den Worten: „Nach Ablauf dieser Frist werden wir unsere Forderung einem Anwalt zur Beitreibung übergeben!“ Das Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt, schließt mit den Worten: „Wir behalten uns vor, die Voraussetzungen für die Übermittlung ihrer personenbezogenen Daten an die Schufa zu prüfen“.

Den drohenden Unterton möchte sich die Dortmunderin nicht gefallen lassen. „Ich weiß, dass ich im Recht bin und den Mieterverein auf meiner Seite habe. Aber es gibt bestimmt viele, die sich von solchen Mahnungen einschüchtern lassen.“

Der Mieterverein spricht davon, dass das „kein Einzelfall“ sei. „Man hat den Eindruck, die LEG legt es darauf an, dass die Mieter bei der ersten Mahnung einfach zahlen“, sagt Tobias Scholz.

So erklärt die LEG das Vorgehen

Diesem Eindruck widerspricht das Wohnungsunternehmen mit Sitz in Düsseldorf. LEG-Sprecherin Sabine Jeschke sagt auf Anfrage dieser Redaktion: „Unsere Kundin hat über den Mieterverein Dortmund einen Härteeinwand zur geplanten Modernisierung angezeigt. Üblicherweise sehen wir in solchen Fällen zunächst einmal eine Mahnsperre in unseren Systemen vor. Wir bedauern sehr, dass dies hier nicht funktioniert hat und entschuldigen uns ausdrücklich bei unserer Kundin.“

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Der Fehler sei umgehend behoben worden. „Zur abschließenden Klärung des Sachverhaltes benötigen wir derzeit noch Unterlagen, die wir im Juli über den Mieterverein angefragt haben“, sagt Jeschke. Das Unternehmen strebe aber grundsätzlich „die Vereinbarung von Härtefallregelungen an, falls Mieter sich die höhere Miete nachweislich nicht leisten können“.

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