Mengeder Michael Schöneich ist Senioren-Student - das Älterwerden ist sein Thema

dzSeniorenstudium

Michael Schöneich lebt in Mengede, ist 66 Jahre alt und hat gerade sein Seniorenstudium an der TU Dortmund abgeschlossen. Und auch seine Abschlussarbeit befasst sich mit dem Älterwerden.

Mengede

, 28.04.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nicht mit dem Älterwerden in Mengede, sondern mit der Situation in Marten befasst sich der 66-jährige Mengeder Michael Schöneich. Der städtische Fachdienst für Senioren hatte über einen Zeitraum von drei Monaten im vergangenen Jahr Martener Begegnungsgruppen besucht, um dort mit Bürgern der Generation 80+ Gespräche zu führen. Über ihre Lebenssituation sollten sie Auskunft geben, über ihre Wünsche und Bedürfnisse. Die Ergebnisse wurden Ende des Jahres vorgestellt und sie waren die Grundlage der Arbeit, die Michael Schöneich zum Abschluss seines Seniorenstudiums vorlegte.

Großer Bedarf an barrierefreiem Wohnen

Wenig überraschend: Nach Auswertung der Umfrage entwirft Schöneich in seinem Fazit wenig optimistische Zukunftsperspektiven. Denn die Umfrage bei aller Zufriedenheit der Martener Senioren auch Bedarfe deutlich machen, doch mit einer durchschlagenden Änderung der Lebensumstände rechnet Schöneich nicht. In seinem Fazit der Abschlussarbeit schreibt er, dass ihm „Zweifel hinsichtlich der ... Realisierung und besonders der finanziellen Machbarkeit der einzelnen Projekte angesichts der immer mehr zunehmenden negativen Haushaltslagen in Städten und Kommunen“ bleiben. Die zu geringen Bundes- und Landesmittelzuweisungen trügen ein Übriges dazu bei, dass die im Demografiestrategie-Konzept als erforderlich bezeichneten Maßnahmen und Projekte wohl eher nicht realisiert werden könnten.

Positives Fazit des Studiums

Dieser eher pessimistische Ausblick ist der einzige Wermutstropfen, den Schöneich mit dem zweieinhalbjährigen Seniorenstudium verbindet. „Das Studium hat nach Krankheit und dem Ausscheiden aus dem Berufsleben wieder Struktur in mein Leben gebracht. Ich habe nette Leute kennengelernt und neues Wissen erworben. Und vor allem der Dialog mit den jungen Studenten und Studentinnen hat Spaß gemacht“, zieht Schöneich hier ein durchweg positives Fazit.

Vielfältige Themen

Der ehemalige Landespflege-Ingenieur hatte nach dem Ausscheiden aus dem Beruf eine Aufgabe gesucht und die im Studium an der TU gefunden. Breit gestreut waren die Themen der Module, sie kamen aus den Erziehungswissenschaften, aus Psychologie und Soziologie. Grundsätzlich soll das Studium (auch) zu qualifiziertem bürgerschaftlichem Engagement befähigen. Dafür hätte es bei Michael Schöneich nicht des Studiums bedurft: Er, der schon beruflich im Stadtverband Dortmunder Gartenvereine tätig war, arbeitet im Ehrenamt schon seit Jahren im Bezirksverbandsvorstand Castrop-Rauxel der Gartenvereine. Das will er auch weitermachen. Aber vielleicht kommt ja etwas Neues hinzu: Ehrenamt im Altenheim, wie es seine Frau Susanne anstrebt vielleicht? Oder doch noch weitere Vorlesungsbesuche an der Universität? Geistig zur Ruhe setzen will Michael Schöneich sich jedenfalls nicht.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt