Metzgerei in bester Lage nach nur 1 Jahr wieder geschlossen

dzEinkaufen in Dortmund

Als Metzger Wolfgang Zimmermann im Dortmunder Süden eine zweite Filiale im Mai 2019 eröffnete, war die Euphorie groß. Nun ist sie schon wieder geschlossen.

Sölderholz

, 23.06.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Metzgerei Zimmermann hat eine lange Tradition in Dortmund. Seit 133 Jahren wird in der Nähe des Borsigplatzes dieses Handwerk gepflegt.

Und da Metzger Wolfgang Zimmermann auf Qualität setzt und im Gegensatz zu den großen Fleischfabriken auf Fleisch aus der Umgebung, dem Münsterland und dem Sauerland setzt, läuft’s auch in der Stadt.

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Auch die Filiale in Kirchderne gibt keinen Anlass zur Sorge. Also wollte die Metzgerei weiter expandieren. Die leerstehende Metzgerei in Sölderholz an der Eichholzstraße kam wie gerufen. Denn, bis auf einige Supermärkte, gibt es hier weit und breit keine konkurrierende Metzgerei. Am 4. Mai 2019 war dann die große Eröffnung.

Mit den bekannten Zimmermann-Würstchen und viel Tamtam feierten alle zusammen. Nur ein Jahr später ist die Filiale schon wieder geschlossen.

Metzger Wolfgang Zimmermann musste die Filiale in Sölderholz wieder schließen.

Der Metzger Wolfgang Zimmermann eröffnet eine Filiale in Sölderholz. © Jörg Bauerfeld

Das kleine Schaufenster ist verstaubt, ein Blick durch die Fensterscheiben zeigt, dass Tresen und auch einige Maschinen noch da sind. Doch: An der Eingangstür hängt ein Schild „Nachfolger gesucht“.

Nach dem Lockdown blieb der Laden zu

Was ist passiert?

Wie auch bei zahlreichen anderen Geschäften hat die Corona-Pandemie ein gutes Stück zu der Schließung der Filiale beigetragen. Mitte März 2020 war aufgrund des Lockdowns eh erst einmal Schluss. „Wir haben uns dann dazu entschlossen, nicht wieder aufzumachen“, sagt Wolfgang Zimmermann.

In Sölderholz wird ein neuer Metzger gesucht.

In Sölderholz wird ein neuer Metzger gesucht. © Jörg Bauerfeld

Dabei, so Zimmermann, hatte sich das Geschäft im Dortmunder Süden durchaus gelohnt, doch der Einnahmerückgang im Gesamtbetrieb und die aufgrund der Corona-Pandemie geforderte Bürokratie hätten am Ende zu der Schließung in Sölderholz geführt.

Eines der Standbeine weggebrochen

„Es ist so, dass wir als Betrieb die gleichen Auflagen erfüllen müssen, wie die Großindustrie. Und das ist in solchen Zeiten einfach nicht zu schaffen“, sagt Zimmermann.

Er habe eh schwer unter der Corona-Pandemie zu leiden. „Wie leben ja auch vom Catering. Unser Foodtruck steht seit Monaten nur rum und bringt kein Geld ein“, sagt der Metzgermeister.

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Rund 50 Prozent Umsatzeinbußen muss Zimmermann verkraften. Für ihn war die Schließung der Filiale in Sölderholz, die eben noch ziemlich frisch war, die logische Konsequenz.

„Wenn Corona vorbei ist, werde ich auch weiter an der Expansion arbeiten“, sagt Zimmermann. Im Moment müsse er aber schauen, wie er über die Runden kommt.

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Und was wird aus der leerstehenden Metzgerei in Sölderholz? Hier wird händeringend ein Nachfolger gesucht, so Britta Krautscheid, Mitglied einer Erbengemeinschaft, der die Immobile gehört.

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