Umstrittener Wohnungsbau im Dortmunder Süden: Infoabend für Bürger fällt aus

dzMenglinghausen-Süd

Eigentlich sollte es für die Einwohner in Menglinghausen einen Infoabend über den geplanten Bau von 100 neuen Mietwohnungen geben. Der fällt nun aber aus. Das Projekt ist umstritten.

Menglinghausen

, 16.06.2020, 11:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mitten im Wohngebiet Menglinghausen-Süd will die Kirchliche Zusatzversorgungskasse (KZVK) mehr als 100 neue Mietwohnungen bauen. Viele Anwohner sehen dies kritisch. Sie fürchten einen Verkehrskollaps und die schiere Größe des Vorhabens.

Eine Infoveranstaltung mit der KZVK, dem Stadtplanungsamt und der Hombrucher Bezirksvertretung hat der Bezirksbürgermeister Hans Semmler zuletzt noch für Ende März zugesagt – doch aufgrund des Coronavirus wird es eine solche Veranstaltung nun nicht mehr geben.

„Im Sinne der Anwohner bedaure ich das sehr, aber es ist ein Fall von höherer Gewalt“, kommentierte Semmler auf Nachfrage dieser Redaktion.

Gespräche im kleinen Kreis soll es geben

Kurz zuvor hatte er einigen Anwohnern per Brief auf ihre Anfragen zur Absage der Veranstaltung geantwortet. Dieser liegt der Redaktion vor.

„Das Stadtplanungsamt hat mich darüber informiert, dass es sich bei der in Aussicht gestellten Veranstaltung um eine freiwillige Öffentlichkeitsbeteiligung zu Informationszwecken handele“, erklärt Semmler.

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Diese sei „für das Baugenehmigungsverfahren gesetzlich nicht vorgesehen“, daher werde die Erteilung der Genehmigung „dadurch nicht gehemmt“. Damit es auch ohne Infoveranstaltung klärende Gespräche geben kann, zeigt er zwei Möglichkeiten auf.

„Die Anwohner können ihre Fragen per E-Mail an stadtplanungsamt@dortmund.de richten“, so Semmler. „Außerdem wäre das Stadtplanungsamt bereit, Termine für kleine Einzelgespräche mit jeweils ein bis zwei Anwohnern zu organisieren.“

Menglinghausen Süd: Keine Bürgerinfo zum Wohnungsbau

So könnten die fünf neuen Wohngebäude in Menglinghausen-Süd aussehen. © Redenz Architekten Stadtplaner

Unter dem Projektnamen „Welcome HoMe“ plant die KZVK auf einer Wiese innerhalb des Wohngebiets den Bau von fünf 3,5-geschossigen Häusern.

Diese sollen insgesamt 133 Mietwohnungen enthalten, die Wohnungen sollen zwischen einem und fünf Zimmern haben. Dazu entstehen eine Tiefgarage mit bis zu 120 Pkw-Stellplätzen sowie 55 Außenstellplätze.

Kritik aus der Nachbarschaft

Das Vorhaben, das laut der Internetseite der KZVK bis Ende 2021 abgeschlossen werden soll, stieß bereits bei seiner Bekanntgabe im Herbst 2019 auf Kritik. Mehr als 60 Anwohner brachten ihre Einwände vor.

So sei während der Bauzeit mit einer massiven Verkehrsbelastung der einzigen Zufahrtsstraße des Wohngebiets zu rechnen – inklusive einer erhöhten Gefahr für spielende Kinder.

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Zudem sei die geplante Anlage so groß, dass bei durchschnittlich 2,5 Personen in jeder der insgesamt 133 Wohnungen ein Bevölkerungszuwachs des Ortsteils Menglinghausen um mehr als zehn Prozent möglich wäre. Dies habe laut Kritikern eine dauerhaft erhöhte Verkehrsbelastung sowie zusätzlich überfüllte Busse zur Folge.

„Ich weise darauf hin, dass sich die Bezirksvertretung nach wie vor voll hinter die Absicht der Investoren im Rahmen des rechtsgültigen Bebauungsplans stellt“, betont Hans Semmler.

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