Mengeder Gaudium: Bezirksbürgermeister setzt auf Kommunikation

dzCorona-Krise

Gaudium und Michaelisfest im Corona-Jahr? Die Frage sorgt für Kontroversen. Unberechtigt sind Gedankenspiele und eine Debatte nicht, sagt jetzt Bezirksbürgermeister Wilhelm Tölch.

Mengede

, 19.05.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Was geht in diesem Jahr und was nicht? Die Frage, die sich nach Corona-Lockdown und Lockerungen stellt, betrifft auch das Mengeder Mittelalterlich Gaudium und das Michaelisfest. Vor einer Woche hatte die Geschäftsführerin des Mengeder Stadtbezirksmarketing beide Veranstaltungen noch nicht endgültig für abgesagt erklärt.

Das stieß auf Erstaunen, Kopfschütteln und Kritik. Für Hans-Ulrich Peuser, den Vorsitzenden des Heimatvereins, war es ein Alleingang von Antje Klein. Wie andere Gewählte, ist auch er Mitglied im Stadtbezirksmarketing. Die Sitzungen leitet in der Regel Bezirksbürgermeister Wilhelm Tölch.

Tölch setzt auf den Faktor Zeit

„Es ist Aufgabe von Antje Klein, Informationen zu sammeln und zu gucken, was möglich ist“, sagt Tölch auf Anfrage unserer Redaktion. Ohne Zweifel wünsche auch er sich, dass die Veranstaltungen stattfinden. „Ich kann aber nicht beurteilen, ob das geht. Allerdings bin ich aufgrund der jetzigen Lage nicht guten Mutes.“ Wilhelm Tölch verweist auf die weiterhin unsichere Rechtslage und eine fehlende Ausführungsbestimmung oder Rechtsverordnung der Stadt. „Die Zeit wird zeigen, was wir machen können und was nicht.“

Hier sieht er aber das Team gefordert: „Wir müssen im Stadtbezirksmarketing ausloten, welche Pläne sich überhaupt noch realisieren lassen. Die Kommunikation ist wichtig.“

Kommentar

Mengede braucht genau diese Auseinandersetzung

  • Keine leichtfertige Absage von zwei Publikumsmagneten in Mengede. Der Vorstoß der Geschäftsführerin des Stadtbezirksmarketings war forsch und klar – die Reaktionen absehbar. Die öffentliche Debatte bringt Klärung.
  • Zum einen zeigt sie, wie notwendig Kommunikation unter den Mitgliedern des Stadtbezirksmarketings ist. Alleingänge können provozieren und brüskieren. Abgestimmte Positionen, auch in einer schwierigen Gemengelage wie derzeit, sind notwendig.
  • Das Ringen um die beiden Veranstaltungen ist gleichwohl eine Blaupause für andere Fragen in der Corona-Krise. Da war der weithin von der Mehrheit der Bevölkerung befürwortete Lockdown. Welchen Wert unsere Freiheitsrechte haben, zeigt dessen Dauer. Das trifft auf die Reise- und Bewegungsfreiheit, auf die Freiheit der Berufsausübung, vor allem aber auf die Begegnungen in der Familie zu.
  • Um diese Krise auch dauerhaft zu meistern, bedarf es eines gesellschaftlichen Diskurses. Prüfen, was geht. Das Machbare ermöglichen. Klare Regelungen einfordern und Gefahren abwägen. Das schafft Transparenz, Akzeptanz und letztlich einen gesellschaftlichen Konsens.
  • Und darum ist das Ringen um Gaudium und Michaelisfest ebenso richtig wie wichtig.
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