Einige unserer Köstlichkeiten während der veganen Woche: Lahmacun (r.), eine asiatische Nudelsuppe mit viel Gemüse und eine vegane Schokolade. © Montage: Klose
Selbst-Experiment

Meine vegane Woche: Rettungs-Nüsse und die Sehnsucht nach Käse

Ist es eigentlich schwierig, sich eine Woche lang vegan zu ernähren? Das wollte unser Autor unbedingt ausprobieren. Er stieß dabei auf einige Leckereien - und fand heraus, was er wirklich vermisste.

Meine Freundin hat meinen Essensstil geändert. Noch zu Zeiten des Studiums landeten in der Mensa häufig Gerichte mit Fleisch auf meinem Teller. Nun stehen seit einigen Jahren in der Regel vegetarische Gerichte auf dem Speiseplan. Nur ab und zu gönne ich mir mal was Fleischiges.

Aber wie weit ist der Weg von einer überwiegend vegetarischen zu einer veganen Ernährung? Das wollten wir herausfinden.

Süße Milch-Überraschung

Am Samstag vor dem Start in die vegane Woche gingen wir im Bio-Supermarkt einkaufen und deckten uns mit viel Gemüse, Tofu und Milch-Ersatzprodukten ein. Viele dieser Produkte gibt es mittlerweile auch im „normalen“ Supermarkt, da immer mehr Menschen sich komplett oder teilweise vegan ernähren.

Und dann geht es los: Der Montagmorgen beginnt mit Müsli und Reis-Kokos-Milch – ein unerwartet süßer Start in den Tag. Obwohl ungesüßt drauf steht. Später probiere ich noch eine Kokosmilch aus, die nicht so süß ist und dafür etwas cremiger. Beide Sorten sind gute Alternativen zur herkömmlichen Milch.

Lahmacun mit Tomate, Barbecue-Blumenkohl und Kartoffelspalten

An den anderen Tagen stehen Brot und Obst auf dem Frühstückstisch. Schnell stelle ich den Unterschied zwischen veganer Margarine und gesalzener Butter, die ich sonst nehme, fest. Im Zweifel bin ich dann doch eher für die Butter.

Aufs Brot kommen vegane Käse- und Wurstaufschnitte, die sich gar nicht so sehr vom „echten“ Käse unterscheiden. Wer Aufschnitt nicht so mag, der kann sich – wie wir es taten – durch viele vegane Streichcremes probieren.

Für das Abendessen ist es kein Problem, vegane Gerichte zu finden. Da wir sonst sowieso meist vegetarisch essen, mussten wir nur darauf achten, Eier und Käse wegzulassen.

Um nicht alle Speisen zu nennen, hier eine kleine Auswahl: asiatische Nudelsuppe mit Kokosmilch, Gemüse und Pilzen; Grünkohl, Kartoffeln und vegetarische Würstchen, Lahmacun mit Tomate, getrockneter Tomate, Aubergine, Kokos-Jogurt und Burger mit Kichererbsen-Patty, Barbecue-Blumenkohl und Kartoffelspalten.

Pommes gehen immer

Da vom Vorabend meist noch etwas übrig bleibt, ist es auch nicht schwierig, sich ein passendes Essen für die Mittagspause in der Innenstadt zu suchen. Sonst wäre es vermutlich jedoch kompliziert geworden: Sicher gibt es mittlerweile auch einige vegane Brötchen, aber die Auswahl ist schon stark eingeschränkt.

Was natürlich immer geht, sind Pommes – aber Achtung: nur mit Currysauce oder Ketchup, in Mayo ist Ei drin.

Rettungs-Nüsse für den kleinen Snack zwischendurch

Was mir jedoch schwer fällt, sind die kleinen Snacks zwischendurch oder auch ein kleiner Nachtisch nach dem Mittag. Schokolade geht nicht in jeder Form, Kuchen oder andere Leckereien vom Bäcker sind nicht möglich.

Die Lösung: vegane Gummibärchen und eine Nussmischung – gerade die macht satt und sorgt für eine Abwechslung. Später probierten wir auch vegane Schokolade, die äußerst lecker war.

Fazit: Einige Sachen haben gefehlt

Trotz der kleinen Umstellungen empfand ich die Woche als bereichernd. Gerade die verschiedenen Abendessen haben mir gezeigt, wie viel möglich ist und wie wenig man eigentlich ändern muss, wenn sich bereits vegetarisch ernährt. Mir haben gesalzene Butter, die eine oder andere süße Leckerei oder auch mal ein „richtiger“ Käse gefehlt.

Die vegane Woche hat nicht für einen grundsätzliche Wechsel meiner Ernährungsgewohnheiten gesorgt. Ich werde weiterhin Flexitarier – sprich größtenteils Vegetarier mit wenigen Ausnahmen an Fleisch und Wurst – bleiben, aber meine Freundin und ich werden künftig die eine oder andere vegane Woche in unseren Speiseplan einschieben.

Über den Autor
Volontär
Gebürtiger Brandenburger. Hat Evangelische Theologie studiert. Wollte aber schon von klein auf Journalist werden, weil er stets neugierig war und nervige Fragen stellte. Arbeitet gern an verbrauchernahen Themen, damit die Leute da draußen besser informiert sind.
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Maximilian Konrad

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