Mehrfamilienhäuser-Bau in Oespel: Siedler kündigen Austritt aus Verband Wohneigentum an

dzStreit um Mehrfamilienhäuser in Oespel

Der Bau von zwei Mehrfamilienhäusern in Oespel erregt weiterhin die Gemüter. Die Siedler, die die Neubauten ablehnen, fühlen sich vom Verband Wohneigentum im Stich gelassen.

Oespel

, 12.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Fast ein Jahr dauert bereits der Streit um den Bau von zwei Mehrfamilienhäusern in den Oespeler Siedlungen. Die Mehrheit der Siedler will die Neubauten unbedingt verhindern, doch mittlerweile liegt für beide Bauprojekte eine Baugenehmigung der Stadt vor. Nicht nur das frustriert die Siedler, sondern auch die Stellungnahme des Kreisverbands Wohneigentum.

„Kreisverband hofft auf neue Mitglieder“

„Das Verhalten des Kreisverbands Dortmund lässt darauf schließen, dass er die Zerstörung der Siedlungsstrukturen zwar bedauert, aber darauf hofft, durch die steigende Bewohnerzahl mehr Mitglieder zu gewinnen. Anders ließe sich nicht erklären, weshalb er den Anschein erweckt, dass die mit 400 bis 500 Quadratmeter genehmigten Neubauten mit den bestehenden Häusern mit maximal 200 Quadratmeter Wohnfläche vergleichbar seien“, schreiben Gerd Hötzel, Willi Oetting und Otto Stock von der Siedlergemeinschaft (SG) Oespel 2.

Und weiter: „Mehrere Mitglieder der Siedlungsgemeinschaften in Oespel werden voraussichtlich zum Jahresende ihre Mitgliedschaft im Kreisverband Wohneigentum kündigen.“

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Alle Argumente der Bewohner der Siedlung ignoriert

Hart ins Gericht geht die SG auch mit der Stadt und der Lokalpolitik: „Mit der Zielsetzung der Wohnraumbeschaffung wurden alle Argumente der Bewohner der Siedlung ignoriert.“ Niemand habe sich ernsthaft für die Bedenken der Siedler interessiert. „Die Entscheidungsfindung fand offensichtlich nur vom Schreibtisch aus statt“, kritisieren Hötzel, Oetting und Stock. Es sei davon auszugehen, dass diese Baumaßnahme als Blaupause für alle anderen Siedlungsgebiete in Dortmund dienen wird, für die kein Bebauungsplan vorliegt.

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Es hätte genügend Gründe gegeben, diese Baugenehmigungen nicht zu erteilen, so die Siedler. Man habe immer wieder auf die Probleme durch eine Verfünffachung der Bewohnerzahl pro Neubau hingewiesen: „In den zum großen Teil sehr schmalen Straßen wird der Verkehr sehr stark ansteigen. Die Zahl der Stellplätze an den neuen Häusern ist deutlich reduziert. Da aber in den Siedlungen keine Parkplätze vorhanden sind, werden die Fahrzeuge vermehrt vorschriftswidrig abgestellt.“

„Ganz Oespel ist von dieser Baumaßnahme betroffen“

Dies werde zu einer wachsenden Gefährdung der Fußgänger und Schulkinder führen. Ebenso werde die weitere Versiegelung die bereits heute problematische Abwassersituation verschärfen. Nicht zuletzt, so die Siedler, sei ganz Oespel betroffen. „Denn die zu erwartende Verfünffachung der Zahl der Fahrzeuge dürfte zusammen mit den erwartbaren Baumaßnahmen im Gebiet Steinsweg/Ewald-Görshop-Straße zu einer deutlichen Verschlimmerung der Verkehrssituation in Oespel führen.“

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