Nach Minen-Fund: TNT bei Durchsuchung in Lütgendortmund entdeckt und gesprengt

dzGroßeinsatz der Polizei

Nach dem Fund einer Weltkriegs-Mine bei einer Hausdurchsuchung in Lütgendortmund hat die Polizei auch mehrere Kilo TNT gefunden. Sie wurden gesprengt. Doch am Freitag rücken die Spezialkräfte wieder an.

Lütgendortmund

, 10.09.2020, 19:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist ein beispielloser Großeinsatz: Polizei und Feuerwehr sind seit Mittwochmorgen mit einem Großaufgebot in der Volksgartenstraße in Lütgendortmund aktiv. Dort ist ein 68-jähriger Dortmunder wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Waffengesetz festgenommen worden. Bei der Durchsuchung im Laufe des Mittwochs fanden Einsatzkräfte unter anderem verdächtige Substanzen.

Am Mittwochabend teilte die Polizei dann mit, eine Weltkriegs-Mine gefunden zu haben. In einem Spezialbehälter brachte ein Transporter diese an einen sicheren Ort, wo Spezialisten des Landeskriminalamtes (LKA) und der Bundespolizei die Mine gegen 23.20 Uhr kontrolliert sprengten.

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Erneute Sprengung notwendig

Doch damit war der Einsatz nicht beendet: Wohnung und eine Garage des 68-Jährigen wurden am Donnerstag erneut durchsucht. Dabei fanden die Einsatzkräfte zunächst verschiedene Waffen und Waffenteile und am Nachmittag dann auch noch mehrere Kilogramm TNT, teilte die Polizei in einer Pressemitteilung mit.

Die Polizei wurde auch am Donnerstag bei der Durchsuchung wieder von der Tatortgruppe Sprengstoff des Landeskriminalamtes NRW unterstützt.

Die Polizei wurde auch am Donnerstag bei der Durchsuchung wieder von der Tatortgruppe Sprengstoff des Landeskriminalamtes NRW unterstützt. © Lukas Wittland

Auch das TNT wurde abtransportiert, um von Spezialisten des LKA gesprengt zu werden. Erfolgreich – wie die Polizei am Abend mitteilte. Der Sprengstoff wurde zwischen 18.45 Uhr und 19.30 Uhr mit großem Sicherheitsabstand auf einem Feld kontrolliert gesprengt. Den genauen Ort gab die Polizei nicht bekannt.

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In Lütgendortmund waren mehrere Knallgeräusche zu hören. Darauf hatte die Polizei im Vorhinein auch hingewiesen. Eine Gefahr für die Bürger habe aber nie bestanden, teilte sie am Abend mit.

Auch nach der zweiten Sprengung ist der Großeinsatz noch nicht beendet. Am Freitag werden wieder Kräfte der Feuerwehr und des LKA NRW in Lütgendortmund anrücken und die Wohnung des 68-jährigen Mannes erneut durchsuchen.

Einsatzkräfte können nur sehr vorsichtig vorgehen

Bei den bisherigen Durchsuchungen am Mittwoch und Donnerstag konnten die Spezialkräfte nur sehr vorsichtig vorgehen. In der Wohnung scheint der Mann eine Vielzahl an Waffen gelagert zu haben, schon am Nachmittag teilte die Polizei mit, dass sie nicht damit rechne, die Durchsuchung bis zum Abend abgeschlossen zu haben. Es wurden Absperrbaken aufgestellt.

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Dem 68-Jährigen war die Kriminalpolizei durch einen Hinweis auf die Spur gekommen. Er soll einem anderen Mann eine Waffe übergeben haben. Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei hatte daraufhin am Mittwochmorgen die Wohnung des Dortmunders gestürmt und ihn festgenommen.

Dabei wurden unbekannte Substanzen gefunden. Deshalb wurde auch eine ABC-Spezialeinheit der Dortmunder Feuerwehr hinzugezogen. ABC steht für atomare, biologische und chemische Gefahrstoffe. Ein Analyseergebnis der Stoffe liegt noch nicht vor.

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