Mehrere Entwürfe: So könnte die neue Volkshochschule Dortmund am Königswall aussehen

Neubaupläne

Die Dortmunder VHS kann ihr altes Domizil im Löwenhof nicht mehr nutzen. Ein Neubau soll her - und das an markanter Stelle zu Füßen des U-Turms. Jetzt gibt es dafür erste Entwürfe.

Dortmund

, 27.03.2020, 11:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
So sieht der Siegerentwurf für den VHS-Neubau an der Ecke Königswall/Brinkhoffstraße aus.

So sieht der Siegerentwurf für den VHS-Neubau an der Ecke Königswall/Brinkhoffstraße aus. © Entwurf B+P Reiner Becker GmbH

Eigentlich hat die Dortmunder Volkshochschule gerade erst ein neues Domizil gefunden. Nach den Osterferien - wenn die Corona-Lage es zulässt - soll der Veranstaltungsbetrieb im ehemaligen Bankgebäude an der Kampstraße starten. Die Verwaltung ist bereits dort untergebracht. Denn seit 2015 kann der historische Löwenhof am Königswall wegen baulicher Mängel nicht mehr als VHS-Sitz genutzt werden.

Jetzt lesen

Das ebenfalls denkmalgeschützte Gebäude an der Kampstraße ist aber auch nur ein Übergangsdomizil. Denn die Stadt plant schon seit längerer Zeit einen Neubau für ihre VHS und hat dazu das Areal an der Ecke Königswall/Brinkhoffstraße ins Auge gefasst. Hier soll das alte Gebäude der Emschergenossenschaft mitgenutzt werden und ein Neubau entstehen, der die unschöne Hinterhof-Situation auf dem Gelände an der Brinkhoffstraße zu Füßen des U-Turms beendet.

Drei Preise und zwei Anerkennungen

Dieses Vorhaben ist jetzt einen großen Schritt vorangekommen. Denn es stehen die Gewinner eines Architektenwettbewerbs fest, den die Stadt für den VHS-Neubau auf dem markanten Eckgrundstück ausgeschrieben hatte. Das Preisgericht vergab dabei Anfang März bei 18 eingesandten Arbeiten drei Preise und zwei Anerkennungen.

Die „Hauptgewinner“ kommt aus Berlin. Mit dem Preis wurde das Büro „B+P Reiner Becker GmbH“ ausgezeichnet. Der Entwurf wird geprägt von einem hoch aufragenden schmalen Gebäudekörper auf dem schmalen Eckgrundstück an der Wallkreuzung, der mit großen Fensterfronten sehr transparent wirkt.

Die Jury lobte den Vorschlag als „eine Lösung, die trotz ihrer Einfachheit in städtebaulicher als auch funktionaler Hinsicht für die Stadt Dortmund und die Nutzer einen nachhaltig markanten neuen Ort bilden wird“.

Markante Giebel

Der zweite Preis ging an Bowlin Wulf Architekten und damit ebenfalls an ein Berliner Büro. Sie wollen einen Bau mit drei Glasgiebeln auf das markante Eckgrundstück setzen, der damit die Form der Giebelfront des alten Gebäudes der Emschergenossenschaft aufgreift.

Vier Giebel prägen den mit dem zweiten Preis ausgezeichneten Entwurf des Büros Bowlin Wulf Architekten.

Vier Giebel prägen den mit dem zweiten Preis ausgezeichneten Entwurf des Büros Bowlin Wulf Architekten. © Bowlin Wulf Architekten

Das mit dem dritten Preis ausgezeichnete Büro Bertbielefeld & Partner aus Dortmund schlägt einen Neubau mit einer filigranen Fassadengestaltung und einem großen Foyerbereich vor.

Anerkennungen gehen an die Büros SHA Scheffler Helbich Architekten aus Dortmund und Dreibund Architekten Ballerstedt | Helms | Koblank aus Bochum.

Das mit dem dritten Preis ausgezeichnete Büro Bertbielefeld & Partner aus Dortmund schlägt einen Neubau mit einer filigranen Fassadengestaltung und einem großen Foyerbereich vor.

Das mit dem dritten Preis ausgezeichnete Büro Bertbielefeld & Partner aus Dortmund schlägt einen Neubau mit einer filigranen Fassadengestaltung und einem großen Foyerbereich vor. © Entwurf Bertbielefeld & Partner

Ausstellung wird nachgeholt

Die Wettbewerbsergebnisse sollen im benachbarten Studieninstitut Ruhr am Königswall 25-27 nach Möglichkeit bald der Öffentlichkeit präsentiert werden, teilt die Stadt mit. Der zunächst dafür ausgesuchte Termin musste aufgrund der Einschränkungen durch das Corona-Virus aber verschoben werden.

Die Planungen für den Neubau nehmen ohnehin noch einige Zeit in Anspruch. Im nächsten Schritt werden die drei Preisträger zu weiteren Verhandlungen im Rahmen der Vergabeverordnung aufgefordert. Erst danach wird über die eigentliche Vergabe des Auftrags entschieden.

Zeitplan bis 2024

Gebaut wird dann wohl frühestens ab 2022. Der bisherige Zeitplan sah eine Eröffnung der neuen VHS im Jahr 2024 vor. Auch das zurzeit heimatlose Kochbuchmuseum, das lange Zeit an der Buschmühle im Westfalenpark untergebracht war, soll hier ein neues Zuhause bekommen.

Den alten Löwenhof will die Stadt ebenfalls erhalten. Überlegt wird, das denkmalgeschützte Gebäude als Bürostandort herzurichten und selbst zu nutzen. Dafür gelten weniger strenge Baunormen als für ein Haus mit Schulungs- und Seminarbetrieb.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt