Mehr Züge und Bahnen zum Kirchentag - aber nicht auf allen Linien

dzEvangelischer Kirchentag

Eine große Herausforderung für den öffentlichen Nahverkehr ist der Evangelische Kirchentag in Dortmund. Fast überall sind mehr Bahnen im Einsatz - nur auf einer zentralen Bahn-Linie nicht.

Dortmund

, 18.06.2019 / Lesedauer: 3 min

„Bei uns rollt alles, was Räder hat.“ Das hatte DSW-Sprecherin Britta Heydenbluth schon vor Wochen verkündet. Das Dortmunder Verkehrsunternehmen hatte frühzeitig einen Sonderfahrplan gestrickt - mit zusätzlichen Fahrten von Bussen und Bahnen.

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Die Stadtbahn-Linien sollen im 10-Minuten-Takt von Betriebsbeginn bis etwa Mitternacht fahren. „Die Kapazitäten werden dabei verstärkt, besonders zwischen Fredenbaum und Westfalenhallen, wo zentrale Veranstaltungsorte liegen“, erklärte Heydenbluth. „Die Nachtexpress-Busse drehen an allen Tagen bis 4 Uhr nachts ihre Runden. Damit sind wir rund um die Uhr im Einsatz.“

VRR ließ sich viel Zeit

Während das DSW-Angebot als „Rückgrat“ des Kirchentagsangebots schon lange steht, ließ sich der Verkehrsverbund Rhein Ruhr (VRR) mit dem Zusatzangebot im Regionalverkehr viel Zeit. Er muss zusätzliche Leistungen bei den Verkehrsunternehmen wie DB Regio oder Abellio bestellen.

Erst am Montag (17.6.) verkündete der VRR das Ergebnis. Und das lässt durchaus Wünsche offen. Angekündigt sind zwar zusätzliche Fahrtn auf den Linie S1 und S2. Auf der S4 zwischen Lütgendortmund und Unna gibt es aber keine Zusatzangebote. Dabei wäre der S-Bahnhof Stadthaus ein wichtiger Anlaufpunkt für den Rückreiseverkehr nach dem „Abend der Begegnung“ zur Eröffnung des Kirchentages am Mittwochabend.

Personalmangel bei der Bahn

„Trotz intensiver Bemühungen“ habe kein Verkehrsunternehmen hier Sonderleistungen anbieten können, teilte der VRR auf Nachfrage mit. DB Regio als Betreiber der S4 habe wegen Personalmangels abgesagt.

Lässt ausgerechnet der offizielle Mobilitätspartner DB den Kirchentag im Stich? DB Regio NRW fahre zum Kirchentag „erhebliche Mehrleistungen auf insgesamt neun S-Bahn, RE- und RB-Linien“, erklärte eine Bahnsprecherin auf Nachfrage. Dabei stünden die Anbindungen an den Hauptbahnhof und Großveranstaltungsorte wie die Westfalenhallen im Fokus.

Die S4 sei nicht so stark frequentiert, erklärte sie weiter. Außerdem gebe es parallel städtische Angebote.

Die Kirchentags-Organisatoren scheinen das grundsätzlich anders zu sehen. Um die Gemeinschaftsquartiere für Kirchentagsbesucher entlang der Strecke der S4 zu erreichen, hat der Kirchentag nun selbst Ersatzbusse organisiert. Damit werde der Takt in den Morgen- und Abendstunden um 50 Prozent verstärkt, heißt es auf Anfrage. Gefahren werden die Busse übrigens von der DB Regiobus.

Zusätzliche Angebote

Zusätzliche Angebote speziell in den Abendstunden gibt es auf jeden Fall auf zahlreichen Regionalbahn- und Regionalexpress-Linien. Beim RE1, RE4, RE6 und RE11 gibt es zusätzliche Fahrten vor allem auf der Strecke nach Hamm und in Richtung Rheinland.

Vor allem morgens verstärkt werden zum Kirchentag die Linien RB 51, 52 und 53. Der RB 57 hält zusätzlich an der Station Signal Iduna Park.

Vorsorglich weist die Bundespolizei darauf hin, dass es vor allem bei der Abreise am Mittwochabend und Sonntagmittag zu Engpässen am Hauptbahnhof kommen kann. Auch zeitweise Sperrungen sind dann nicht ausgeschlosssen.

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