Die Kreuz-Grundschule gehört zu den wenigen Schulgebäuden, an denen sich Räume über Fenster nicht ausreichend lüften lassen. © Oliver Volmerich
Um- und Ausbauten

Mehr als eine Milliarde Euro für Dortmunds Schulen

Ein dickes Paket ist das Maßnahmen-Programm für städtische Immobilien. 1,9 Milliarden Euro sollen in den nächsten Jahren investiert werden. Dabei gibt es einen klaren Schwerpunkt.

Der Corona-Krise zum Trotz: Die Stadt will weiter kräftig investieren. 490 Maßnahmen stehen allein auf der Liste der städtischen Hochbau-Maßnahmen. 1,9 Milliarden Euro sollen in den nächsten Jahren investiert werden – von Sanierungsmaßnahmen für Verwaltungsgebäude bis zu Kita-Neubauten. Dabei gibt es einen klaren Schwerpunkt: Allein für Schulen sollen 1,25 Milliarden Euro fließen.

196 Projekte umfasst das Schulbauprogramm, das der Rat im Dezember 2019 beschlossen hat. Es gilt, auf steigende Schülerzahlen und neue pädagogische Herausforderungen zu reagieren. Und manchmal sind die Schulgebäude oder Sporthallen auch schlicht in die Jahre gekommen.

Die Verwaltung zieht jetzt eine Zwischenbilanz. Danach sind 13 der 196 Projekte abgeschlossen. Dabei geht es meist um Zwischenlösungen, um mehr Platz an den Schulen zu schaffen – nämlich um die Aufstellung von Containern, die zu Schulräumen umfunktioniert werden. Im Amtsdeutsch heißt das dann „mobile Raumeinheiten“.

Weitere Modulbauten werden zu Beginn des neuen Schuljahres etwa an der Europa-Gesamtschule in Wambel und der Regenbogen-Grundschule in Mengede in Betrieb gehen.

Aber es soll auch dauerhaft neu gebaut und Platz geschaffen werden. Aktuell ist die Einrichtung von drei neuen Grundschulen geplant – in der Innenstadt-Ost, in Hörde und in der Nordstadt. In der Nordstadt läuft am Sunderweg auch schon der Neubau der Lessing-Grundschule.

Rundum-Erneuerung in der Nordstadt

Die Nordstadt ist generell ein Schwerpunkt im Schulbau-Programm. „In einem Jahrzehnt werden die Nordstadt-Schulen komplett überarbeitet sein“, verspricht Stadtdirektor Jörg Stüdemann. An der Burgholzstraße entstehen ein Neubau für die Kielhorn-Förderschule, eine neue Grundschule, eine neue Kita und zwei neue Dreifach-Sporthallen.

Die Libellen-Grundschule wird aufgestockt, um mehr Klassen einrichten zu können. Die Diesterweg-Grundschule, die Nordmarkt-Grundschule und die Grundschule Kleine Kielstraße werden abgerissen und durch Neubauten ersetzt – jeweils mit neuen Zweifach-Sporthallen.

So sehen Unterrichtsräume in Containern aus. © Stephan Schütze © Stephan Schütze

Nach dem Abbruch der alten Vincke-Grundschule an der Burgholzstraße kann die Anne-Frank-Gesamschule erweitert werden. Sie soll künftig zwei Klassen pro Jahrgang – die Fachleute sprechen von „Zügen“ – mehr bekommen. Auf dem Grundstück der Kielhorn-Förderschule im Borsigplatz-Viertel entsteht ein Neubau für die Oesterholz-Grundschule.

Und auch das Schulzentrum Münsterstraße wird runderneuert. Die Gertrud-Bäumer-Realschule und die Albrecht-Brinkmann-Grundschule werden abgerissen und neu gebaut. Das Helmholtz-Gymnasium wird erweitert. Außerdem entstehen an dem Schulzentrum zwei weitere Dreifach-Sporthallen.

Erweiterungen an der Kreuzstraße

Ein weiterer Schwerpunkt außerhalb der Nordstadt ist das Schulzentrum Kreuzstraße in der westlichen Innenstadt. Hier will die Stadt in den nächsten Jahren 50 Millionen Euro investieren. Dafür entsteht etwa ein Neubau für die Kreuz-Grundschule, deren 106 Jahre altes Gebäude an der Kreuzstraße abgerissen wird.

Die Johannes-Wulff-Förderschule und das Leibniz-Gymnasium werden mit Anbauten erweitert. Geplant sind auch der Bau einer Zweifach-Sporthalle und eine Kita auf dem Gelände der Kreuz-Grundschule.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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