Mehr als 1000 Menschen zu Demo gegen Rassismus in Dortmund erwartet

dzTod von George Floyd

Auch in Dortmund demonstrieren am Samstag (6.6.) hunderte Menschen gegen Rassismus und Polizeigewalt. Nachdem sich Ort und Uhrzeit mehrfach geändert haben, steht nun der finale Demo-Plan.

Dortmund

, 05.06.2020, 14:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der gewaltsame Tod von George Floyd ist Anlass für die größte Demonstration in der Dortmunder Innenstadt, die es hier seit Monaten gegeben hat. Mehr als 1000 Teilnehmer werden laut Polizei und Veranstalter am Samstagnachmittag (6.6.) auf dem Hansaplatz erwartet.

Um 16.30 Uhr startet dort der Protest, der unter dem Titel „Demo gegen Rassismus - Solidarität mit George Floyd“ stattfindet.

Ursprünglich sollte es auch noch eine zweite Demonstration gegen Rassismus und Polizeigewalt geben, die war für 14 Uhr an der Ecke Katharinenstraße / Kampstraße geplant. Veranstalter war hier das Bündnis „Silent Demos“, das momentan deutschlandweit Proteste organisiert.

Wie Kevin Matuke, Organisator der großen Demonstration auf dem Hansaplatz, berichtet, habe man sich jedoch entschieden, beide Demos zusammenzulegen. Somit entfällt die kleinere Demonstration um 14 Uhr.

Veranstalter: „Rassismus ist eine lange Pandemie“

Die große Demo wird nun von dem Dortmunder Zuständigen für die „Silent Demos“ zusammen mit der afrikanischen Gemeinschaft in Dortmund organisiert, unter anderem ist Afrido, das Netzwerk der Afrikaner in Dortmund und Umgebung, Veranstalter.

Matuke selbst ist Mitglied in dem Netzwerk, aber auch im Integrationsrat der Stadt. „Rassismus gibt es auch bei uns, auch hier passiert jeden Tag etwas“, erklärt er seine Motivation, die Demo zu organisieren. „Gegen Rassismus können wir nur gemeinsam etwas tun.“

Kevin Matuke, Mitglied im Dortmunder Integrationsrat, ist einer der Organisatoren der Demonstration gegen Rassismus am Samstag.

Kevin Matuke, Mitglied im Dortmunder Integrationsrat, ist einer der Organisatoren der Demonstration gegen Rassismus am Samstag. © Privat

Rassismus in der Gesellschaft müsse man sehen wie eine Pandemie: „Das Coronavirus hat gezeigt, dass man mit gesellschaftlicher Mobilisierung dagegen kämpfen kann“, so Matuke. Er appelliert an die Gesellschaft, den gleichen Einsatz gegen Rassismus zu zeigen, den sie auch im Kampf gegen das Virus an den Tag gelegt hat. Denn, so Matuke, „Rassismus ist eine sehr lang anhaltende Pandemie.“

Viele Dortmunder Gruppen sollen in Redebeiträgen während der Demonstration zu Wort kommen, auch Vertreter von Politik und Kirchen haben sich angemeldet.

Die größte Veranstaltung seit Ausbruch der Corona-Pandemie

Es wird wohl die größte Veranstaltung in Dortmund seit Ausbruch der Pandemie sein. Es ist lange her, dass sich 1000 Menschen an einem Ort versammeln durften. Deswegen verpflichten die Veranstalter alle Demo-Teilnehmer, eine Maske zu tragen.

Ein Team von über 20 freiwilligen Ordnern werde kontrollieren, ob die Maskenpflicht und der Mindestabstand eingehalten werden, erklärt Matuke. Auch die Polizei ist wie üblich vor Ort, um die Einhaltung der Corona-Schutzverordnung sicherzustellen.

Die Polizei rechnet darüber hinaus mit einem friedlichen Verlauf der Demonstration, mit vergangenen großen Einsätzen wie zuletzt beim Revierderby am 15. Mai sei der Samstag aus polizeilicher Sicht nicht zu vergleichen.

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Seitdem die Demonstrationen angemeldet wurden, hatten sich die Eckdaten immer wieder geändert. Auch über den Veranstalter existierten zeitweise unterschiedliche Infos. In ihrer ursprünglichen Planung hätte sich die Demonstration auf dem Hansaplatz außerdem mit dem Wochenmarkt überschnitten, weswegen sie nun nach hinten auf 16.30 Uhr verschoben wurde. Der Markt auf dem Hansaplatz findet also wie gewohnt statt.

Auch zwei weitere, jedoch wesentlich kleinere Demonstrationen sind im Übrigen für Samstag angemeldet: Ab 14.30 Uhr findet an der Reinoldikirche wie schon in den vergangenen Wochen eine Demo unter dem Motto „Nicht ohne uns“ statt. Dahinter verbergen sich die - mittlerweile bekannten - Gegner der Corona-Schutzverordnung. Auch ein kleiner Gegenprotest ist geplant: Die Partei „Die Partei“ hat fünf Teilnehmer angemeldet.

Wir sind am Samstag vor Ort

Unsere Redaktion berichtet am Samstag aktuell von der Demonstration in der Stadt: Auf www.rn.de/dortmund können Sie das Geschehen in Echtzeit verfolgen.
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