Mauer an der Marsbruchstraße verkündet kraftvolle Botschaft

dz„Begegnung VorOrt“

Senioren aus Dortmund haben ein klares Statement an eine Mauer in Aplerbeck gesprayt. Das möchten sie damit bewirken.

von Birgit Mader

Aplerbeck

, 29.09.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer über die Marsbruchstraße in Richtung Aplerbeck oder in Richtung B1 fährt, kann sie nicht übersehen: Die bislang ziemlich unansehnliche Mauer gegenüber der Hausnummer 48 ist ein echter Hingucker geworden.

„Mit der Kraft alter Hasen“ steht in großen, knalligen Lettern darauf, das Wort „Kraft“ ist dabei in Sachen Größe und Farbe deutlich im Vordergrund. Gestaltet wurde das Graffiti von Senioren.

Für die Graffiti-Aktion übten die Senioren zuerst.

Für die Graffiti-Aktion übten die Senioren zuerst. © Birgit Mader

Aber natürlich nicht, ohne den Eigentümer der Wand zu fragen. Und auch nicht, ohne sich richtig viele Gedanken zur Umsetzung des Projektes „Alte Hasen, neue Farben“ zu machen, das das Senioren-Graffiti auf den Weg brachte. Organisiert wurde das Projekt von Mitarbeitern der Caritas, die verbandsübergreifend arbeiten und sich „Team Begegnung VorOrt“ nennen.

Senioren konzipierten das Aussehen des Graffiti

Graffito sind manchmal umstritten, als Schmierereien verschrien, aber oft auch unübersehbar – ein Grund mehr für Teilnehmerin Ute Busch-Bernard, sich aktiv in das Projekt einzubringen. „Wir haben erstmal ein Konzept erstellt und besprochen, wie unser Graffiti aussehen soll. Und wir haben sogar an einer Wand geübt“, sagt sie begeistert.

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Mit besagter Übungswand ist ein für diese Zwecke vorgesehenes Mauerstück am Jugend- und Freizeitpark in der Schweizer Allee in Aplerbeck gemeint. Und selbst dieses „Übungs-Graffiti“ zeigt bereits die Vielfältigkeit, die die Senioren auch mit zum Ausdruck bringen wollten.

Die Diskussion über den Schriftzug, also das Graffiti selbst, war lebhaft. Lieblingszitate wurden gesammelt und zusätzlich weitere Senioren im Aplerbecker Ortskern interviewt und nach ihren Ideen befragt. Nach der Grundierung der Wand ging es dann ans eigentliche Malen, das nicht per Spraydose, sondern mit Pinseln durchgeführt wurde, was der Leuchtkraft der Farben keinen Abbruch tut.

Mauer soll im Jahr 2021 abgerissen werden

„Wir wollten die Vielfalt des Alters in der Stadt sichtbar machen und auch die Präsenz und die Ansprüche der älteren Bevölkerung aufzeigen“, sagen Max Jamrog und Hendryk von Busse, die das Projekt initiiert und begleitet haben. Das Stadtbezirksmarketing Aplerbeck unterstützte die Aktion finanziell.

„Alte Hasen sind wir vielleicht, aber Kraft ist ganz sicher noch da“, ist ein Fazit der Aktionsgruppe. Die derzeit geltenden Hygieneregeln wurden eingehalten – bei einem so großen Schriftzug war das kein Problem. Um die Linien des übergroßen Wortes „Kraft“ gerade auf die Wand zu bringen, wurden diese mit einem Beamer auf die Mauer projiziert und vorgezeichnet.

Auch wenn die Wand im kommenden Sommer abgerissen werden soll – die „Kraft der alten Hasen“ ist jetzt in Aplerbeck nicht mehr zu übersehen.

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