Massiver Leerstand droht: Stadt lehnt einzigen Bewerber für Westfalenpark-Gastronomie ab

dzAus für Schürmanns und Co.

Die Stadt findet keinen Betreiber für die Gastronomie im Westfalenpark. Ein bekannter Dortmunder hat sein Konzept vorgestellt – und ist gescheitert. Die Pläne gingen der Stadt zu weit.

Dortmund

, 11.02.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Problem gärt seit Jahren: Der Seepavillon sowie das rund 60 Jahre alte Gebäude mit dem Restaurants Schürmanns und dem Club Daddy Blatzheim schreien förmlich nach einer Sanierung. Das Betreiber-Duo Jan Möller und Philip Winterkamp ("Muto Heimatgastronomie“) hatte 2019 dazu ein Konzept mit der Überschrift „Buschmühle 2020“ vorgelegt.

Längst abgehakt: Möller und Winterkamp haben zwischenzeitlich den Schwerter Freischütz übernommen. Für ihre Betriebe im Westfalenpark soll Ende des Jahres Schluss sein. "Muto“ zieht sich am 31.12.2020 aus der Buschmühle zurück. Am „europaweiten Interessenbekundungsverfahren“, mit dem die Stadt jetzt einen Nachfolge-Pächter finden wollte, nahmen Möller und Winterkamp schon nicht mehr teil.

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Nur ein Bieter mischte mit

Dafür hat ein anderer bekannter Dortmunder Gastronom seine Ideen vorgestellt: Till Hoppe, Geschäftsführer des FZW und der Gastronomien im U-Turm. Er war der einzige Bieter. Der Verwaltung aber gingen seine Vorschläge zur Belebung der Gastro-Szene an der Buschmühle entschieden zu weit: Sie sagte „Nein“. Damit ist das „Interessenbekundungsverfahren“ beendet. Neue Pächter sind vorerst nicht in Sicht.

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Im Mittelpunkt des Konzeptes der FZW GmbH stand der Bau einer Veranstaltungshalle für bis zu 3000 Menschen. Besucher, die dorthin und in die Gastro-Betriebe wollen, sollten keinen Parkeintritt mehr zahlen müssen. Ermöglicht werden sollte das durch eine zum Park abgrenzte, großzügig bemessene „Willkommenszone" - eine Art "Sonderzone" vom Eingang Buschmühle bis hinters Schürmanns.

Allerdings hätte die Stadt dafür die Gleise der Parkbahn verlegen müssen. Obendrein wäre ein neuer Standort für den Eingang der Parkbesucher fällig geworden. Solche Umwälzungen waren für die Jury des Guten zuviel. Da half es auch nicht, dass die FZW GmbH vorschlug, den Seepavillon und den Club-Betrieb des Daddy Blatzheim fortzuführen.

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"Park ist der falsche Standort"

Knackpunkte sind die Event-Halle und die „Willkommenszone“. Der eigens für Gastro-Besucher vorgehaltene Bereich "ist zu groß und deshalb nicht tragbar“, lässt die Verwaltung die Politiker im Finanzausschuss wissen. Zudem habe die Stadt darauf gezielt, eine „Event-Gastronomie“ in den Westfalenpark zu holen. Was die FZW GMBH aber vorgestellt habe, sei eine Konzert- und Veranstaltungshalle - „ohne konkreten Bezug zum Park“.

Massiver Leerstand droht: Stadt lehnt einzigen Bewerber für Westfalenpark-Gastronomie ab

Auch der See-Pavillion am Buschmühlenteich muss modernisiert werden. Ein neuer Pächter dürfte sich wohl erst danach finden. © Beushausen

Auch aus städtebaulicher Sicht sei der Westfalenpark für eine solche Halle und die erforderliche Logistik „der falsche Standort“, heißt es im Schreiben der Verwaltung. Zudem hätte die Parkleitung gern gesehen, dass die FZW GmbH auch im Restaurant des Florianturms eindeckt, zumindest an den Wochenenden. Und zwar für alle und nicht nur für geschlossene Veranstaltungen.

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Dazu sei der Bewerber aber nicht bereit gewesen. Vielleicht hätte manch einer auch dem „Spatengarten“ hinterher geweint: Der Biergarten spielt in den vorgestellten Plänen keine Rolle mehr.

Stadt will nun selber modernisieren

FZW-Geschäftsführer Till Hoppe reagiert gelassen auf die Absage der Stadt. Wären die Nebenkosten im Florianturm tragbar, "hätte es auch ein gastronmisches Angebot im Konzept gegeben", sagt Hoppe auf Anfrage. Insgesamt sei es schade. „Auf der anderen Seite ist es völlig okay, wenn die Stadt das alles so nicht möchte.“ Er glaube aber nach wie vor, dass die Gastronomie letztlich nur über Events und Freizeitaktivitäten anzukurbeln sei.

Und nun? Ein neues Bieterverfahren kommt nicht infrage. Stattdessen will die Verwaltung die Gebäude selber sanieren und der Politik "alternative Konzepte" vorlegen. Die CDU möchte „bis zur Sommerpause etwas sehen“, wie es im Finanzausschuss hieß. Der Umbau der Gebäude kann aber erst nach Ablauf des Pachtvertrages mit Muto starten – Anfang 2021. Heisst: Bis zur Fertigstellung bleibt die Küche an der Buschmühle kalt.

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