Maske tragen = Freiheit aufgeben? Was Dortmunder zur Maskenpflicht denken

Online-Diskussion

Nur noch mit Maske in den Bus und zum Einkaufen: Die Landesregierung hat am Mittwoch eine Maskenpflicht in NRW ab Montag beschlossen. Das sagen die Dortmunder dazu.

Dortmund

, 23.04.2020, 04:40 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ab Montag (27.4.) gilt in NRW in Bussen und Bahnen wie auch beim Einkaufen eine Maskenpflicht.

Ab Montag (27.4.) gilt in NRW in Bussen und Bahnen wie auch beim Einkaufen eine Maskenpflicht. © picture alliance/dpa

Noch am Dienstag forderte die Dortmunder Stadtspitze nach der Sitzung des Verwaltungsvorstands vehement eine landeseinheitliche Regelung zum Mund-und-Nasenschutz. Die folgte am darauffolgenden Mittwoch (22.4.) promt: Die Staatskanzlei NRW gab auf ihrem Twitter-Account bekannt, dass ab Montag eine Maskenpflicht im ÖPNV und beim Einkaufen gelte.

Im Netz wird die Maskenpflicht von vielen Dortmundern heiß diskutiert. Dabei finden viele Facebook-Nutzer auf unserer Facebook-Seite Seite Ruhr Nachrichten Dortmund den Beschluss der Landesregierung gut. "Finde ich super", schreibt eine Userin. "Es ist auf jeden Fall sinnvoll so", ein anderer.

"Es gibt schlimmeres, außerdem, wenn das jeder macht, ist es zusätzlicher Schutz", schreibt eine Dritte. Eine weitere Nutzerin ist froh über den Beschluss, da ihr Mann als Busfahrer arbeite und man Angst habe, dass er das Virus irgendwann mitbringen könnte. Zudem glaubt sie, dass sich auch Kassierer froh seien.

Kritik am Zeitpunkt

Einige Dortmunder kritisieren, dass die Maskenpflicht etwas zu spät komme. "Hätte zwar schon früher kommen müssen, aber besser spät als nie. Absolut richtig!", schreibt ein Nutzer. "Vielleicht hätte man DAS einführen sollen, BEVOR z.B. Ikea oder die Innenstädte ihre Pforten wieder öffnen", kritisiert eine andere Userin.

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Andere sind überhaupt nicht begeistert. "Es muss immer alles mit Vorschriften laufen. Warum geht so etwas nie auf Basis der Vernunft? Es geben scheinbar viele Menschen lieber ihre Freiheit ab", schreibt eine Userin. Weitere Nutzer antworten auf die Frage, was sie denn von der Maskenpflicht halten würden, schlicht und einfach "nichts" oder "übertrieben".

Unter einem älteren Beitrag äußerte eine Dortmunderin bereits ihre Bedenken, dass diejenigen, die bereits eine Maske tragen würden, keinen Abstand mehr einhalten und sich zu sicher fühlen würden. Ihr zufolge seien die Masken nicht als Selbstschutz zu verstehen.

"Was für ein Blödsinn"

Ein Nutzer findet, dass die Mundschutz-Verpflichtung lediglich für Krankenhäuser, Pflegeheime und ähnliche Einrichtungen gelten solle. Ein anderer User schreibt: "Was für ein Blödsinn, fahre schon von Anfang an ohne Maske und jetzt, nach zwei Monaten, fällt ihnen ein, dass ich doch eine tragen muss."

Ein weiterer Dortmunder gibt zu bedenken, dass die Masken nichts bringen würden, wenn die Menschen weiter auf den Westenhellweg stürmen und keinen Abstand halten würden. "Dann sind wir in spätestens zwei Wochen wieder genau da, wo wir vor fünf Wochen schon waren."

Viel los war bei der Wiedereröffnung vieler Geschäfte in der Dortmunder Innenstadt am Montag wirklich: Auch wenn anfangs der Publikumsverkehr noch verhalten war, änderte sich am Mittag die Lage und viele Menschen strömten in die City. Bei Echtzeitzählungen der Firma hystreet, die das Passantenaufkommen in Innenstädten misst, wurden dreimal so viele Menschen wie noch zu Zeiten des Shutdowns gezählt.

Es reichen auch selbstgemachte Masken oder Schals

Viele Facebook-User fragen sich zudem, wo die Masken in der großen Anzahl nun in der kurzen Zeit herkommen sollen. Doch für diejenigen gibt es gute Nachrichten: Selbstgemachte Masken oder auch Schals sind erlaubt. "Kommt der Schal eben auch im Frühling zum Einsatz", schreibt eine Nutzerin passend dazu.

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Unabhängig von dem Beschluss vom Mittwoch haben manche schon im Vorfeld eine "eigene Maskenpflicht" eingeführt: Eine Dortmunder Ladenbesitzerin erzählt unter einem älteren Beitrag, dass auch sie ihr Geschäft schon am Montag wieder öffnen durfte. Seither würde für ihre Mitarbeiter wie auch für Kunden eine selbstauferlegte Maskenpflicht gelten. "Unsere Mitarbeiter finden es toll, und unsere Kunden sind über diesen Service begeistert", berichtet sie.

Aktion Maskenhilfe

Wir bringen Näher und Suchende zusammen

Zum Schutz vor dem Coronavirus werden Schutzmasken so dringend gebraucht, dass sogar die Nachfrage nach selbst genähten Masken groß ist. Mit unserer großen Aktion „Maskenhilfe“ bringen wir Suchende und Produzierende zusammen. Sie möchten Einrichtungen wie Pflegeheime mit selbst genähten Masken unterstützen? Oder Sie vertreten eine Einrichtung, die Bedarf hat? Melden Sie sich an! Alle Infos und Teilnahme: www.rn.de/maskenhilfe
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