Auf dem Westenhellweg gilt schon länger eine Maskenpflicht. Nun wird sie auf die gesamte City ausgeweitet. © Stephan Schütze
Dortmunder City

Maskenpflicht in der City: Experte sieht andere Bereiche als wichtiger an

Die Maskenpflicht in der City sei durchaus sinnvoll, sagt Infektiologe Dr. Bernhard Schaaf. Auch wenn das wohl nicht der kritischste Bereich sei. Potential gebe es eher noch andernorts.

Innerhalb des Wallrings gilt ab Samstag (23.1.) grundsätzlich Maskenpflicht. Das hat die Dortmunder Stadtverwaltung so angeordnet. Die Maßnahme soll dazu dienen, dem Ziel einer Inzidenz von unter 50 bis Mitte Februar näher zu kommen.

Allerdings ist in der City ohnehin schon relativ wenig los. Geschäfte sind geschlossen und viele Unternehmen haben Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt. Zudem ist das Risiko, sich unter freiem Himmel mit dem Coronavirus wesentlich geringer, als in Innenräumen. Was bringt die Maßnahme also?

Präventiver und psychologischer Effekt

Der Infektiologe Dr. Bernhard Schaaf vom Klinikum Dortmund beschäftigt sich seit Beginn der Pandemie mit dem Coronavirus. Er sagt: „Generell ist ja bekannt, dass Masken verhindern können, dass Ansteckungen entstehen. Wenn ich aber auf dem Westenhellweg viel Abstand habe, kann ich natürlich auch keinen anstecken.“ An der frischen Luft sei die Ansteckungsgefahr laut einer Studie zum Beispiel 19-fach geringer als in Innenräumen.

Die Maskenpflicht hält er dennoch für sinnvoll, weil sie psychologisch Situationen vorbeuge, in denen es mal keinen Abstand gibt: „Es kennt ja jeder von sich. Wir haben jetzt schon lange die Masken, aber es gibt ja immer mal Momente, wo man sie gerade doch nicht im Gesicht hat. Wenn man dann doch mal jemandem zu nahe kommt, kann das schlecht sein. Das vermeidet man natürlich, wenn man per se die Maske trägt.“

Wer die City betrete, habe in der Regel ohnehin eine Maske dabei. Auch zuvor galt ja eine Maskenpflicht zum Beispiel auf dem Westenhellweg. Die könne man dann auch aufsetzen. „Masken sind nicht gefährlich, wir haben sie alle, also setzen wir sie auf, falls wir uns zu nahe kommen.“

FFP2-Masken und mehr Homeoffice können helfen

Ob Dortmund eine Inzidenz von unter 50 bis Mitte Februar erreicht, hängt laut Schaaf von vielen Faktoren ab. Inzwischen habe jeder verstanden, dass Einschränkungen nötig sind. „Ich denke, es gibt aber bestimmt noch Bereiche, die ein bisschen kritischer sind als Innenstädte. Man hört ja zum Beispiel oft von Firmen, wo immer noch Potential für Homeoffice ist.“

Auch bessere Hygienemaßnahmen in Situationen, in denen mehrere Menschen im Innenraum zusammenarbeiten seien vermutlich oft noch möglich. Zum Beispiel könne es dann sinnvoll sein, FFP2-Masken statt einfacher OP- oder Alltagsmasken zu tragen.

Grundsätzlich geben die aktuellen Zahlen laut Schaaf Grund zur Hoffnung. „Die Fallzahl wird sicher zurückgehen. Ich bin da sehr hoffnungsvoll.“ Allerdings könnten die mutierten Varianten des Coroanvirus ein Problem werden. „Das könnte leider noch mal zu einer Verzögerung führen oder sogar noch mal zu einem Anstieg der Zahlen.“

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Redaktion Dortmund
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Bastian Pietsch

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