Die Initiative „Querdenken711“ hatte für Montag (9. November) eine Aktion an Schulen angekündigt. Das Foto stammt von einer Demonstration in München. © picture alliance/dpa
Coronavirus

Maskengegner vor Dortmunds Schulen? So lief es in Dortmund

Mit einer Aktion wollte die Initiative „Querdenken711“ ihren Unmut gegen die Maskenpflicht an bundesweit 1000 Schulen äußern. Schulen und Eltern waren in Sorge. Bisher blieb es aber ruhig.

Der Aufruf machte am Freitag (6. November) schnell die Runde. Die Initiative „Querdenken711“ kündigte für Montag (9. November) eine Aktion an insgesamt 1000 Schulen in ganz Deutschland an. Das Motto: „Keine Maskenpflicht – und schon gar nicht an Schulen“.

Aber die Aktion stellte sich als Falschmeldung heraus: Die Polizei Dortmund teilte mit, dass es am Morgen keine Auffälligkeiten an den Schulen gegeben hätte. „Ich gehe auch davon aus, dass wir am Nachmittag die gleichen Rückmeldungen bekommen“, sagte Pressesprecherin Dana Seketa.

Und auch nach Schulschluss blieb es ruhig. „Uns sind keine Aktionen oder Ähnliches zu dem Thema bekannt“, so die Polizei am Nachmittag.

Auch in anderen Städten in NRW gab es keine Auffälligkeiten. In Münster teilten Polizei und Ordnungsamt mit, Schulwege zu beobachten. Später teilte die Stadt mit, dass auf den Schulwegen alles wie gewohnt verlaufen sei.

Auch in Dorsten sei es bis zum Schulstart um 8 Uhr ruhig geblieben, sagten die Polizei vor Ort. Hier hatte man sogar einige Einsatzkräfte der Polizei vor den Schulen positioniert, um mögliche Zwischenfälle zu verhindern

Warnung an Lehrer und Eltern

Laut Medienberichten plante die Initiative angeblich, Kinder auf dem Schulweg abzufangen. Ziel sei es, den Kindern und Begleitpersonen auf dem Weg zur Schule eine grobmaschige und damit unwirksame Maske oder eine CO2-Messung unter der Maske anzubieten, um die angebliche Schädlichkeit dieser nachzuweisen.

Deswegen hatte die Landesregierung an alle Schulen eine Warnung herausgegeben. In dem Schreiben wurden Lehrer, Eltern und Erziehungsberechtigte aufgefordert, die Schüler im Vorfeld über die Aktion zu informieren und zu sensibilisieren. Außerdem sollten sie „über die möglichen Folgen eines solchen Handelns aufgeklärt“ werden

Kurz nach der Ankündigung hatte, der Gründer von „Querdenken 711“, Michael Ballweg, mitgeteilt, die angebliche Aktion sei nur ein „Fake“ gewesen, um eventuelle undichte Stellen bei der internen Kommunikation zu finden.

„Perfide Methode“

Die Meldung habe nur das Ziel gehabt, eine undichte Stelle in der internen Kommunikation zu finden. Ob es sich tatsächlich um eine mit Absicht in Umlauf gebrachte Falsch-Information handelte oder nicht, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch unklar.

Trotz keiner Vorkommnisse bleibt das NRW-Bildungsministerium bei seiner Warnung: „Wenn sich nun herausstellen sollte, dass die vermeintlichen Organisatoren bewusst Falschmeldungen gestreut und damit vielerorts für Verunsicherung gesorgt haben, dann ist diese perfide Methode aufs Schärfste zu verurteilen“, sagte Staatssekretär Mathias Richter.

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Gebürtiger Brandenburger. Hat Evangelische Theologie studiert. Wollte aber schon von klein auf Journalist werden, weil er stets neugierig war und nervige Fragen stellte. Arbeitet gern an verbrauchernahen Themen, damit die Leute da draußen besser informiert sind.
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Maximilian Konrad

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