Das Steakhaus Maredo an der Balkenstraße in der City ist wieder geöffnet. © dictum media
Corona-Krise

Maredo in Dortmund öffnet nicht mehr – alle Mitarbeiter entlassen

Die Steakhaus-Kette Maredo ist insolvent. Das Unternehmen hat die Belegschaft entlassen. Das Restaurant in der City wird nicht mehr öffnen. Die Gründe für das Ende werden offen benannt.

Alle Versuche, die bereits zu Beginn der Corona-Pandemie in finanzielle Schieflage geratene Steakhaus-Kette Maredo zu retten, sind gescheitert. Das Unternehmen hat jetzt allen Mitarbeitern des Restaurants an der Balkenstraße in der City entlassen. Bundesweit wurde fast die ganze Belegschaft gekündigt.

Weil kaum noch Liquidität vorhanden sei für die Zahlung von Löhnen und Gehältern, sei man zu diesem Schritt gezwungen, heißt es laut der Nachrichtenagentur dpa in einem Brief der Chefetage an die Mitarbeiter.

Pietro Nuvolini, Sprecher von Maredo, bestätigt das. Der Hauptgrund sei die Corona-Krise. „Mit dem zweiten Lockdown, als wir alle Restaurants schließen mussten, hatte Maredo seit Anfang November null Umsatz, aber die Fixkosten liefen weiter und auch die beantragte Kurzarbeit musste vorfinanziert werden“, sagt er. Umgehend habe Maredo staatliche Unterstützung beantragt. „Da die November- und Dezemberhilfen Maredo aber nicht bewilligt wurden, hatte sich die Situation erheblich verschärft und dem Unternehmen lief die Zeit davon“, so Pietro Nuvolini.

Bei Maredo in Dortmund sind etwa 20 Mitarbeiter betroffen

Nachdem nun kaum noch Liquidität im Unternehmen vorhanden gewesen sei, sei der Insolvenzverwalter Nikolaos Antoniadis letztlich gezwungen gewesen, allen rund 450 Mitarbeitern zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu kündigen. Eine sehr kleine Mannschaft, die noch nicht freigestellt wurde, werde in den kommenden Wochen noch insolvenzspezifische Arbeiten erledigen. Von den Entlassungen betroffen sind auch die etwa 20 Beschäftigten in Dortmund.

Zu den Gründen, warum der Steakhaus-Kette die Wirtschaftshilfen verweigert wurden, mochte Pietro Nuvolini sich nicht äußern. Auch Insolvenverwalter Antoniadis ließ nur mitteilen: „Kein Kommentar!“

Laut dpa erklärt eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums das Nein zu den Finanzhilfen im Fall von Maredo damit, dass Unternehmen, die sich in einem Insolvenzverfahren befänden, von den November- und Dezemberhilfen ausgeschlossen seien: „Das Beihilferecht zieht Grenzen für Unternehmen, die sich schon vor Beginn der Krise in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befunden haben.“

Maredo hatte bereits im März 2020 einen Insolvenzantrag gestellt, eine Sanierung vorangetrieben und sich von unprofitablen Restaurants getrennt, um das 1973 in Düsseldorf gegründete Unternehmen insgesamt stabil und profitabel aufzustellen.

Man trennte sich von 15 der damals insgesamt 35 Restaurants und machte mit 20 Betrieben weiter – darunter auch das Haus in der Dortmunder City. Die Belegschaft schrumpfte von 900 auf 450 Mitarbeiter.

Maredo war auf „erfolgversprechendem Weg“

„Das war ein schmerzlicher Einschnitt. Aber die Restaurants wurden – trotz der corona-bedingten Einschränkungen – wieder gut besucht. Die Umsatzentwicklung war unter den gegebenen Umständen positiv. Der Insolvenzverwalter konnte die operative Sanierung im Sommer 2020 abschließen, und damit war Maredo gut aufgestellt und auf einem erfolgversprechenden Weg“, sagt Pietro Nuvolini.

Dann kam der zweite Lockdown. Bereits zum 31. Dezember wurden alle Mietverträge gekündigt, nun folgten die Kündigungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Maredo-Gläubigerausschuss hat die Betriebsstilllegung beschlossen. Das Restaurant an der Balkenstraße wird also nach dem Lockdown nicht wieder öffnen.

Wie geht es weiter? „Es geht nur noch um die Marke Maredo. Die ist bekannt, die versuchen wir zu verkaufen“, sagt Pietro Nuvolini. Möglicherweise findet sich ein Investor, der die Marke wiederbelebt. Dann könnte es zwar Restaurants mit dem Namen Maredo geben, mit dem bisherigen Unternehmen müssen sie dann aber nichts mehr zu tun haben.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Nach mehreren Stationen in Redaktionen rund um Dortmund bin ich seit dem 1. Juni 2015 in der Stadtredaktion Dortmund tätig. Als gebürtigem Dortmunder liegt mir die Stadt am Herzen. Hier interessieren mich nicht nur der Fußball, sondern auch die Kultur und die Wirtschaft. Seit dem 1. April 2020 arbeite ich in der Stadtredaktion als Wirtschaftsredakteur. In meiner Freizeit treibe ich gern Sport: Laufen, Mountainbike-Fahren, Tischtennis, Badminton. Außerdem bin ich Jazz-Fan, höre aber gerne auch Rockmusik (Springsteen, Clapton, Santana etc.).
Zur Autorenseite
Peter Wulle

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.