Mann soll Frau tyrannisiert haben

Mordprozess

Im Prozess um das tödliche Ehedrama von Asseln hat das Schwurgericht am Montag Freunde und Verwandte des Angeklagten (52) vernommen. Fast einhelliger Tenor: Nach Jahren voller Ehefrieden und Harmonie habe sich der Mann spätestens ab Sommer vergangenen Jahres radikal verändert. Und darunter leiden musste in erster Linie seine Frau.

DORTMUND

von Von Martin von Braunschweig

, 24.01.2011, 19:39 Uhr / Lesedauer: 1 min
In Asseln wurde die Frau erstochen - hier wird der schwerverletzte mutmaßliche Täter versorgt.

In Asseln wurde die Frau erstochen - hier wird der schwerverletzte mutmaßliche Täter versorgt.

Gab es diese Affäre wirklich? "Nein", sagt der Nachbar. "Auf keinen Fall", sprang ihm dessen Frau (41) zur Seite. Und selbst der Angeklagte räumte schließlich ein: "Wahrscheinlich war da nichts. Ich habe mich da einfach nur reingesteigert." Zu so viel Einsicht war der 52-Jährige am 18. August noch nicht fähig. Damals loderte der Verdacht noch heiß in seinem Inneren – mit furchtbaren Folgen. Am Tatabend kam die 51-jährige Frau von den Nachbarn zum Angeklagten zurück. Dieser stellte sie zur Rede, ein Wort gab das andere – und als seine Frau sich gerade auf die Toilette verzogen hatte, zückte der Asselner ein langes Küchenmesser und stach acht Mal zu.

Den gesamten Prozesstag verfolgte der 52-Jährige gestern mit gesenktem Kopf. Keinem Zeugen wagte er es, in die Augen zu blicken. Nicht seinen früheren Freunden, nicht seinen Söhnen oder seinem Bruder. Dabei hat die Familie den Asselner noch lange nicht fallen lassen. "Er bekommt regelmäßig Besuch in der Haft", sagte Verteidiger Uwe Prein am Rande des Prozesses.

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