Todesdrama: Mann prügelte Frau mit Gürtelschnalle, bis sie verblutete

dzUrteil am Landgericht Dortmund

Bis zur Unkenntlichkeit verprügelt: Im September 2019 starb volltrunkene Frau in der Nordstadt einen schrecklichen Gewalttod. Am Donnerstag ist der Ehemann (59) der Getöteten verurteilt worden.

Dortmund

, 10.04.2020, 15:58 Uhr / Lesedauer: 2 min

Knapp sieben Monate nach einem tödlichen Prügeldrama in einem Wohnhaus in der Nordstadt ist ein 59-jähriger Mann am Freitag zu sechs Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Der in Polen geborene Angeklagte hatte seine 24 Jahre jüngere, sturzbetrunkene Frau (4,8 Promille) in der eigenen Wohnung auf unfassbar brutale Art und Weise zu Tode geprügelt. „Es muss ein schreckliches Geschehen gewesen sein“, hieß es in der Urteilsbegründung am Schwurgericht.

Das Ehepaar war in der Nacht auf den 20. September 2019 mit dem Taxi von einem stundenlangen Zechgelage in einer Bar an der Rheinischen Straße nach Hause zurück gekehrt. Das spätere Opfer war so dermaßen volltrunken, dass es sich kaum noch auf den Beinen halten konnte.

„Sah die Füße der Frau im Haus verschwinden“

Ein Zeuge erinnerte sich, dass er beim Vorbeigehen „die Füße der Frau im Haus verschwinden“ gesehen hat. Der verblüffend nüchterne Angeklagte (0,1 Promille) hatte offenbar massive Schwierigkeiten, die volltrunkene Frau erst in das Haus und dann nach oben in die Etagen-Wohnung zu bugsieren. Dass es im Treppenhaus zu einem Sturz der Frau gekommen ist, scheint festzustehen. Allerdings auch, dass allein dieses Sturzgeschehen nicht todesursächlich gewesen ist.

„Fest steht, dass es oben im Badezimmer zu massiven Schlägen mit der Faust und einem Gürtel auf das Opfer gekommen ist“, sagte Richter Peter Windgätter. Die 35-jährige Frau war so brutal verprügelt worden, dass sie schließlich innerlich verblutete.

„Ein hilfloseres Opfer, als diese Frau, kann man sich kaum vorstellen“, hieß es in der Urteilsbegründung. Das Opfer sei am gesamten Körper und im Gesicht bis zur Unkenntlichkeit entstellt gewesen. Obendrein waren dem Opfer büschelweise Haare ausgerissen worden. „Das Gesicht der Frau war so verquollen, dass sie noch nicht einmal anhand ihres eigenen Ausweisbildes identifiziert werden konnte“, hieß es beim Urteil.

„Ich habe meine Frau nicht getötet, wir waren glücklich.“

Der Angeklagte hatte im Prozess eingeräumt, in der fraglichen Nacht stocksauer gewesen zu sein und seiner Frau Vorwürfe wegen der Sauferei gemacht zu haben. Noch in seinem letzten Wort vor der Urteilsberatung hatte der 59-Jährige aber beteuert: „Ich habe meine Frau nicht getötet, wir waren glücklich.“

In der fraglichen Nacht habe er im Bad seine volltrunkene Frau abduschen wollen, sei dabei aber gescheitert. Letztlich habe er sich dann ins Wohnzimmer gesetzt und Pornos geguckt. Erst gegen 4.30 Uhr habe er dann eine Bekannte gebeten, bei der Polizei anzurufen, weil er selbst kaum Deutsch spreche.

Die Richter jedoch hatten keinerlei Zweifel, dass allein die brutalen Gewaltausbrüche des Angeklagten für den Tod der Frau verantwortlich war.

Angeklagter saß in Polen schon 15 Jahre im Gefängnis

Bei der Dortmunder Polizei hatte der 59-Jährige genau das im September 2019 bei einer Vernehmung auch bereits zugegeben. „Ich war so wütend. Ich konnte mich nicht kontrollieren. Es ist etwas Schreckliches passiert und es ist meine Schuld“, hatte der 59-Jährige nach Angaben einer Polizeibeamtin zu Protokoll gegeben. Die Gürtelschläge auf seine volltrunkene Frau hatte der Angeklagte so erklärt: „Das habe ich gemacht, damit sie irgendwie in die Wanne kommt.“

Ursprünglich war der 59-Jährige, der vor mehr als 20 Jahren in Polen schon einmal wegen Pistolenschüssen auf Polizisten verurteilt worden war und nach eigenen Angaben insgesamt 15 Jahre in Gefängnissen gesessen hat, wegen Totschlags angeklagt gewesen. Ein Tötungsvorsatz ließ sich aber nicht sicher feststellen.

Das Urteil lautet auf Körperverletzung mit Todesfolge.

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