Mann klaut zweimal in kürzester Zeit - und wird zweimal freigelassen

Hauptbahnhof

Bundespolizisten haben am Montag einen „alten Bekannten“ nach einem Diebstahl in einem ICE festgenommen. Er wurde entlassen, beging einen weiteren Diebstahl - und ist weiter auf freiem Fuß.

Dortmund

, 23.06.2020, 13:21 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein Taschendieb ist zweimal innerhalb kürzester Zeit am Hauptbahnhof Dortmund aufgefallen.

Ein Taschendieb ist zweimal innerhalb kürzester Zeit am Hauptbahnhof Dortmund aufgefallen. © Dieter Menne (Archiv)

Dreister kann ein Krimineller kaum sein: Gegen 14 Uhr beobachteten Einsatzkräfte am Montag (22.6.) einen 48-Jährigen, der im Dortmunder Hauptbahnhof auffällig nach Beute Ausschau hielt. Der Mann war den Fahndern aus stolzen 13 Diebstahlsdelikten bereits bestens bekannt.

Nachdem er im Personentunnel kein geeignetes Opfer finden konnte, suchte er sein „Glück“ in einem ICE, der an einem Bahnsteig wartete. So schreibt es die Bundespolizei in einer Pressemitteilung. In dem Zug stahl der Mann das Smartphone eines 43-Jährigen, der an seinem Sitzplatz eingeschlafen war. Dabei wurde er durch zwei Bundespolizisten beobachtet und anschließend festgenommen. Seine Beute hatte er unter seiner Achsel versteckt.

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Das Opfer hatte den Diebstahl bereits bemerkt und war auf der Suche nach seinem Eigentum, welches ihm die Ermittler direkt wieder aushändigen konnten. Zur Sachverhaltsaufnahme wurde der Dieb, der in Witten wohnhaft ist, zur Wache gebracht und anschließend wieder entlassen. Ein Strafverfahren wurde eingeleitet.

Zivile Fahnder beobachteten daraufhin, wie der 48-Jährige sich nach seinem Aufenthalt bei der Bundespolizei sofort wieder in den Hauptbahnhof begab. Er wurde erneut observiert und dabei beobachtet, wie er in einer Bäckerei die Laptop-Tasche eines 54-jährigen Dortmunders stahl. Sofort wurde er festgenommen und abermals zur Wache gebracht.

„Nach Rücksprache mit der Justiz entlassen“

Die Bundespolizei wollte weitere Maßnahmen wie etwa Untersuchungshaft erwirken, muss dazu aber immer die Staatsanwaltschaft kontaktieren: „Nach Rücksprache mit der Justiz wurde er erneut entlassen“, so Sprecher Volker Stall.

Zu den gesetzlich festgelegten Haftgründen gehören Flucht- oder Verdunkelungsgefahr, eine Wiederholungsgefahr spielt nur bei schwereren Straftaten eine Rolle, erklärt Staatsanwalt Henner Kruse auf Anfrage. Er spricht von einer „besonderen Qualität“ einer Straftat, die bei der Bewertung eine Rolle spiele.

Bei einfachem Diebstahl sei die Wiederholungsgefahr kein Haftgrund, bei Einbruchsdiebstahl könne die Lage aber anders sein. Die Bundespolizei leitete ein weiteres Ermittlungsverfahren wegen gewerbsmäßigen Diebstahls ein.

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