Ein Wohnungsloser aus Dortmund wurde am Sonntag (19.9.) an einer Schlafstätte am Dortmunder U Opfer eines Gewaltverbrechens. © Felix Guth
Gewaltverbrechen

Mann am Dortmunder U getötet: Verdächtiger wieder frei, ein Zeugenhinweis

Nachdem ein Wohnungsloser am Dortmunder U getötet wurde, hat sich ein Zeuge bei der Polizei gemeldet. Ein zunächst festgenommener Mann ist wieder frei - gilt aber weiter als tatverdächtig.

Ein Wohnungsloser ist am Sonntag (19.9.) Opfer eines Gewaltverbrechens geworden: Passanten fanden den 45-Jährigen am Vormittag nahe dem Dortmunder U – schwerverletzt und unter laufenden Reanimationsversuchen wurde er in ein Krankenhaus gebracht, wo er wenig später gestorben ist.

Polizei und Staatsanwaltschaft gehen von einem „vollendeten Tötungsdelikt“ aus. Eine Obduktion am Sonntagabend habe dies bestätigt, so Staatsanwalt Felix Giesenregen.

Es gibt Hinweise, dass es sich um eine Tat innerhalb einer Gruppe von wohnungslosen Menschen handelt. Zeugen aus der Szene berichten von starken Aggressionen.

Tatverdächtiger wieder freigelassen

Bereits am Sonntag hatte es eine Festnahme gegeben: Ein 39-Jähriger, ebenfalls ohne festen Wohnsitz, war im Zuge der Ermittlungen ins Visier der Polizei geraten. Am Montagabend musste er jedoch wieder freigelassen werden. „Der Tatverdacht konnte nicht erhärtet werden“, so der zuständige Staatsanwalt.

Was allerdings nicht bedeutet, dass gegen ihn nicht mehr ermittelt werde: „Nach wie vor wird er als tatverdächtig angesehen, ein dringender Tatverdacht konnte allerdings nicht begründet werden. Dementsprechend musste er auf freien Fuß gesetzt werden“, so Giesenregen.

Ermittler konzentrieren sich auf Video-Material

Die Mordkommission ermittle weiter: „Es gibt viele Kameras in diesem Bereich, der Fokus richtet sich aktuell darauf, hierüber weitere Erkenntnisse zu bekommen“, so der Staatsanwalt.

Zudem hoffe man weiter auf Zeugenhinweise – bisher hat sich eine Person auf den am Montagabend veröffentlichen Aufruf gemeldet, so Giesenregen. Was der Zeuge den Ermittlern berichtet hat, dazu macht der Staatsanwalt keine Angaben.

Tatort zwischen U-Turm und „BIG“-Krankenkasse

Die Tat hat sich am Sonntagvormittag zwischen 8.45 Uhr und 11.15 Uhr ereignet. Wer in diesem Zeitfenster an der Schlafstätte der Obdachlosen in der Emil-Schumacher-Straße, zwischen U-Turm und „BIG“-Krankenkasse, verdächtige Beobachtungen gemacht hat, kann sich unter der Telefonnummer (0231) 132-7441 an die Polizei wenden.

Am Tatort selbst deutete bereits am Montag nichts mehr auf die tödliche Gewalttat am Vortag hin. Schlafsäcke, Matten und Bekleidung lagen an der Schlafstätte zwar noch. Menschen traf unser Reporter dort am Montagmittag aber nicht an.

Über die Autorin
Redakteurin
1983 im Münsterland geboren, seit 2010 im Ruhrpott zuhause und für die Ruhr Nachrichten unterwegs. Ich liebe es, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen und vor allem: zuzuhören.
Zur Autorenseite
Jessica Will

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.