Mahnmale am Phoenix-See und Hauptfriedhof lassen auf sich warten

dzErinnerung an NS-Opfer

An die NS-Geschichte zu erinnern, ist in diesen Zeiten aktueller denn je. Zwei geplante Mahnmale für Opfer der NS-Zeit am Phoenix-See und am Hauptfriedhof lassen allerdings auf sich warten.

Dortmund

, 19.11.2019, 14:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war ein eindrucksvolles Bild. Weiße Bänder mit den Namen und dem Alter von rund 5000 sowjetischen Kriegsopfern, die auf dem Dortmunder Hauptfriedhof beigesetzt sind, säumten am Volkstrauertag den Weg auf dem Friedhof am Rennweg.

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Die Friedensbänder - entstanden in einer Aktion der Europaschule, der Volkshochschule (VHS) und des Volksbunds Deutscher Kriegsgräber-Fürsorge - sind gewissermaßen die Vorboten für eine bleibende Erinnerung an die in der NS-Zeit ums Leben gekommenen Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter. Pläne gibt es gleich für zwei Mahnmale. Doch die Realisierung lässt schon seit längerer Zeit auf sich warten, wie Vertreter des historischen Vereins Ar.kord.M beklagen.

Umgestaltung der Grabfelder

In der Tat plant die Stadt gemeinsam mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, dem Büro für Erinnerungsarbeit der Botschaft der russischen Föderation und der Bezirksregierung Arnsberg schon seit längerer Zeit die Umgestaltung der Grabfelder auf dem Internationalen Friedhof des Hauptfriedhofs.

Vorgesehen sind neben einer gärtnerischen Umgestaltung 58 Stelen, auf denen die Namen der hier bestatteten sowjetischen Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter eingearbeitet sind.

In diesem Jahr werde es nichts mehr mit der Umsetzung. Aber 2020 solle es losgehen, erklärt Stadtsprecherin Katrin Pinetzki auf Anfrage. Die Baumaßnahme sei mit den Beteiligten abgestimmt, die nach dem Denkmalschutzgesetz erforderliche Erlaubnis für die Um- bzw. Neugestaltung der Kriegsgräberanlage am Rennweg liege vor.

Namenslisten werden überprüft

Katrin Pinetzki erklärt auch den Grund für die Verzögerung bei der Umgestaltung.

Das Projekt werde gleichzeitig dazu genutzt, die vorhandenen Namenslisten zu überprüfen. „Diese Recherchen sind zeitintensiv, aber notwendig. Eine nachträgliche Änderung der in die Stelen eingearbeiteten Verstorbenendaten ist sehr aufwendig“, erläutert die Stadtsprecherin. Sobald die Ausführungsplanung mit belastbaren Kosten vorliege, werde sie der Bezirksregierung Arnsberg vorgelegt.

Mahnmale am Phoenix-See und Hauptfriedhof lassen auf sich warten

So soll das Mahnmal für Zwangsarbeiter am Phoenix-See aussehen. © Entwurf Pia Emde

Erneut verzögert hat sich auch der Bau eines Mahnmals für die Zwangsarbeiter des früheren Stahlwerks Phoenix am Phoenix-See. Ursprünglich sollte das 2014 nach einem Wettbewerb beschlossene Kunstwerk 2017 aufgestellt werden. Doch es gab Diskussionen um den Standort am Südufer des Sees. Nun soll es die Kulturinsel sein.

Untergrund der Kulturinsel geprüft

Zuletzt hätte sich der Bau verzögert, weil nach der Entscheidung zur Standort-Verlegung auf die Kulturinsel dort noch der Boden geprüft werden musste, erklärt Katrin Pinetzki. Das Ergebnis sei positiv: „Aktuell baut der Metallbauer das Mahnmal zusammen, es wird Anfang 2020 in vier Teilen angeliefert und auf der Kulturinsel montiert.“

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