Im Repair-Café Wambel geht es nicht nur um kaputte Dinge

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Schon seit vier Jahren gibt‘s das Repair-Café in Wambel. Wer etwas reparieren lässt, muss bereit sein mitzuhelfen. Doch es geht bei diesem Angebot nicht allein um kaputte Dinge.

Wambel

, 09.08.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einen kleinen Geburtstag können Mitarbeiter und Nutzer des Wambeler Repair-Cafés feiern. Die Einrichtung wird vier Jahre alt. Und Thomas Brandt vom Seniorenbüro Brackel und Ulrike Käseberg vom Familienbüro Brackel, die zu den Mitinitiatoren gehören, sind hochzufrieden mit der bisherigen Resonanz. 912 Reparaturanfragen habe es an den bisher 36 Terminen gegeben. 650 davon konnten erledigt werden.

„Wir haben eine Umfrage gemacht“

„Wir haben damals eine Umfrage gemacht“, sagt Thomas Brandt, „Und dabei ist herausgekommen, dass sich die Menschen eine Stelle wünschen, bei der sie kaputte Dinge reparieren können. Weil ich schon in Nette Erfahrungen mit einem Repair-Café hatte, haben wir mit der damaligen Pfarrerin Leona Holler der Wambeler Jacobus-Gemeinde entschieden, so etwas auch für den Stadtbezirk Brackel zu versuchen. Wegen des großen Raums und der günstigen Verkehrsanbindung sei damals die Wahl auf Wambel gefallen.

Im Repair-Café Wambel geht es nicht nur um kaputte Dinge

Auch jüngere Menschen gehören zum Team des Repair-Cafés. © Thomas Brandt

Im Repair-Café kann man kostenlos (das Spendenschwein frisst jedoch alles) alle Dinge reparieren lassen, die man ohne Hilfe tragen kann: also Elektrogeräte aller Art, Holz-Gegenstände wie auch Spielzeug, Kleidung und vieles mehr. Brandt: „Wir haben hier schon Radios aus den 40er-Jahren gesehen.“ Zu den Menschen, die dort ehrenamtlich Dinge reparieren, gehören genauso der 15-jährige Computer-Fachmann wie der 80-Jährige, der sein Wissen, das er vielleicht früher im Beruf erworben hat, nun anderweitig einsetzen möchte. Dieselbe Altersspanne gebe es bei denjenigen, die kaputte Dinge bringen. Das Besondere: Sie alle müssen Zeit mitbringen und sich aktiv an der Reparatur beteiligen. Man könne nicht einfach ein Teil abgeben und nach zwei Stunden wiederkommen, um es dann wieder abzuholen, sagt Thomas Brandt.

Auch der soziale Asepkt ist wichtig

Neben dem Upcycling-Gedanken (dem Prinzip, alte Dinge nicht wegzuwerfen, sondern lieber wiederzuverwerten), habe das Repair-Café auch einen sozialen Aspekt. Die Menschen treffen sich über Generationen hinweg, lernen voneinander und kommen ins Gespräch. Und sollte jemand ein Problem haben, seien Thomas Brandt, Ulrike Käseberg und die Gemeindevertreter auch gerne bereit, sich mit dem Betroffenen in einen separaten Raum zurückzuziehen, um es zu erörtern.

Das nächste Repair-Café findet am Freitag (16.8.), 16 bis 19 Uhr, im Gemeindehaus der evangelischen Jakobus-Gemeinde an der Eichendorffstraße 31 in Wambel statt. Gesucht werden weitere Ehrenamtliche, die Dinge reparieren können - ganz besonders willkommen sei derzeit ein Uhrmacher, der sich zum Beispiel mit alten Wanduhren auskenne. Infos unter Tel. 50-29640 oder 400233. 27 Ehrenamtliche (drei von ihnen kümmern sich um Kaffee und Kuchen) gehören derzeit zum Team.

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