Dank dieses Modellversuchs soll in Dortmund mehr Wohnraum entstehen

dzWohnungsbau

Die Stadt Dortmund probiert eine neue Strategie aus, um mehr Wohnraum zu schaffen. Ein Stadtbezirk ist dabei das „Versuchskaninchen“. Das ist die Idee dahinter.

Huckarde

, 02.10.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Unbebaute Gebiete in den Dortmunder Stadtbezirken sind häufig Grünflächen. Flächen, die wichtig für den Natur- und Klimaschutz sind. Flächen, die möglichst nicht versiegelt werden sollen. Und doch braucht die Stadt Platz für neuen Wohnraum. Aber wo soll der herkommen?

Die Ratsfraktion Die Linke und Piraten hat einen Lösungsvorschlag gemacht und einen entsprechenden Prüfantrag gestellt. Dem stimmten jetzt das Planungsamt und der Ausschuss für Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen (AUSW) zu. Die Idee: ein Baulückenkataster für Dortmund.

Modellversuch soll auf die gesamte Stadt angewendet werden

Baulücken gibt es beispielsweise zwischen zwei bebauten Grundstücken oder auf wenig bebauten und übergroßen Grundstücken. Das Kataster, also das Grundstücksverzeichnis verzeichnet auch kleine Flächen am Rande einer Bebauung und dient als Information und Entscheidungshilfe für Makler und Bauwillige. Zudem bleiben bei der Nutzung von Baulücken Grünflächen weitgehend verschont.

Für Dortmund ist zunächst Huckarde das „Versuchskaninchen“. Utz Kowalewski, AUSW-Sprecher der Fraktion die Linke und Piraten, erhofft sich davon nicht nur neuen Wohnraum, sondern beispielsweise auch eine Kaufkraftsteigerung für den Stadtbezirk im Dortmunder Westen. Gelingt der Modellversuch, könnte es ein Baulückenkataster für ganz Dortmund geben.

Deshalb ist Huckarde als „Versuchskaninchen“ geeignet

Warum ausgerechnet Huckarde für den Modellversuch ausgewählt wurde, erklärt Stadt-Pressesprecher Maximilian Löchter so: „Der Stadtbezirk Huckarde verfügt über ein vergleichsweise geringes Wohnbauflächenpotenzial zur Siedlungserweiterung“, sagt er. „Um weiterhin eine zukunftsfähige Wohnentwicklung zu gewährleisten, wird hier die Innen- und Bestandsentwicklung zusätzlich an Bedeutung gewinnen.“

Heißt: Huckarde hat kaum freie Baugrundstücke. Die Nutzung der Lücken könnte trotzdem für neuen Wohnraum im Stadtbezirk sorgen. Neben Huckarde gebe es keine weiteren Pilotprojekte, so Maximilian Löchter.

Das kommt auf Huckarde zu

Zunächst werden jetzt die Huckarder Baulücken erfasst und in das Grundstücksverzeichnis eingepflegt. Starten soll das Projekt dann voraussichtlich Anfang 2020. „Sofern die personellen Voraussetzungen vorliegen“, gibt Maximilan Löchter zu bedenken.

Ziel sei es, herauszufinden, wie hilfreich ein gesamtstädtisches Baulückenkataster für Dortmund sein könnte. Die Hoffnung: den Wohnungsbestand zukunftsfähig weiterzuentwickeln und der Wohnungsnot entgegen zu wirken. Denn die hat auch Dortmund längst erreicht.

Lesen Sie jetzt